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„Kleine Wehwehchen gehören dazu“

Football: Spieler der Göttinger Generals im Interview „Kleine Wehwehchen gehören dazu“

Im Finale der American-Football-Profiliga – dem Super Bowl – treten am Sonntag, 7. Februar, die Carolina Panthers gegen die Denver Broncos an. In Deutschland ist Football zwar längst nicht so populär wie in den USA, aber erfreut sich trotzdem immer größerer Beliebtheit.

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Die Göttingen Generals in Aktion.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen . Wir haben mit zwei Spielern des Oberliga Vereins Göttingen Generals gesprochen. Im Interview erzählen uns der 22-jährige Marc Klinkermann (Rückennummer 17) und der 26-jährige Fabian Brasse (Rückennummer 52) von der Faszination Football und ihrer ersten Saison bei den Generals.

Football ist in Deutschland, im Vergleich zu Sportarten wie Fußball, noch relativ unpopulär. Wie seid ihr zu diesem Sport gekommen? Was fasziniert euch am Football?

Marc: Ich bin relativ zufällig dazu gekommen. Ich habe lange gar keinen Sport gemacht, beziehungsweise nur ab und zu ein bisschen Krafttraining oder bin mal laufen gegangen. Dann hat mich ein Kumpel, der auch in unserem Team spielt, gefragt, ob ich nicht Lust habe ein Probetraining zu machen, weil er wusste, dass ich mich für Football und allgemein amerikanische Sportarten interessiere. Ich hab mir das Ganze dann angeguckt und fand es vom ersten Training an geil. Es hat total Spaß gemacht. Seitdem bin ich dabei geblieben.

Fabian: Ich interessiere mich schon seit Ewigkeiten für den Sport. Gucke die Spiele und verfolge das Ganze. Ich habe auch einen Freund, der schon lange bei den Generals spielt. Mein Neffe hat dann im Jugendteam angefangen und wollte gerne, dass ich mit zu seinem ersten Training komme. Ich hab ihn dann begleitet und das Training selber auch mitgemacht.

Bei euch kann man also nicht einfach vorbeikommen um ein Probetraining zu machen, sondern muss sich an feste Termine im Jahr halten?

Marc: Ja, genau. Wir machen diese organisierten Probetrainings meistens Ende des Jahres und Anfang des Jahres. Danach geht es für uns dann in die Saisonvorbereitung. Da ist es dann wichtig, dass man sämtliche Spielzüge beherrscht. Football ist ein sehr taktischer Sport, mit sehr vielen Spielzügen und Techniken, die vor allem zu Anfang der Saison geübt werden. Deswegen macht es super viel Sinn, von Anfang an mitzumachen. Mitten in der Saison einzusteigen ist für jemanden, der noch nie gespielt hat, sehr schwer.

Fabian: Es ist zwar schwierig, dann rein zukommen, aber man kann natürlich trotzdem jederzeit vorbei schauen und ein Probetraining machen. Bei uns ist man jederzeit willkommen. Aber es ist dann wahrscheinlich eher langweilig, wenn der Rest des Teams in der Feinabstimmung ist und man selber nicht voll mitmachen kann.

Ihr seid beide Neueinsteiger und erst seit 2015 im Team. Wie lange dauert es, bis man die Techniken drauf hat und richtig loslegen kann?

Fabian: Ich glaube, die Grundtechniken kann man relativ schnell lernen. Das wichtige ist dann einfach, Wiederholungen zu machen und zu verfeinern, dass alles automatisiert wird. Die Feinabstimmung dauert einfach lange. Also: Wiederholungen, Wiederholungen, Wiederholungen.

Marc: Genau. Der eine lernt es schneller und der eine halt ein bisschen langsamer. Aber häufig zum Training gehen, viele Wiederholungen machen, und dann kriegt man das schon hin.

Marc, du spielst sowohl Offense als auch Defense. Wo liegt der Unterschied? Wie findet man seine ideale Spielposition?

Ich spiele hauptsächlich in der Offense, habe aber auch ein oder zwei Spiele in der Defense gespielt. Es geht nicht, dass man mit Football anfängt und von vorneherein seine Position festlegt. Man hat seine Coaches, das sind der Headcoach, also der Haupttrainer, dann einer, der sich besonders um die Offense kümmert, und einer für

die Defense. Die gucken, was du so kannst, wie du drauf bist und wie du dich im Spiel gibst. Von denen wirst du dann erst mal einer Position zugeteilt. Dann guckt man, ob die Position für dich funktioniert oder halt nicht. So richtig wurde das bei mir dann im Trainingslager entschieden. Dazu kommt noch, dass man im Football nicht mit jeder Körperstatur auf jeder Position spielen kann. Statur, Kraft und Ausdauer sind ganz wichtig, um die richtige Position zu finden.

Trainingslager heißt, ihr fahrt, so wie man das von den Profis kennt, einmal im Jahr gemeinsam weg?

Fabian: Genau. Vor der Saison gibt es immer ein Wochenende, da fahren wir ein bisschen weiter weg in eine Jugendherberge und machen noch mal drei Tage intensives Training. Da sind dann auch eigentlich immer alle dabei, sodass man vor dem Saisonstart noch mal alles gemeinsam verinnerlichen kann.

Marc: Intensiv heißt in dem Fall: Viele Trainingseinheiten, Videoanalysen, theoretisches Training und Taktiktraining. Das volle Programm also.

Gibt es bestimmte Voraussetzungen, die man mitbringen sollte, wenn man Footballer werden möchte?

Fabian: Ich denke, grundsätzlich kann jeder Footballer werden, weil es für jeden Typen von Menschen eine Position gibt. Wenn man den Ehrgeiz dazu hat, kriegt man das auch auf jeden Fall hin.

Von außen betrachtet sieht Football sehr verletzungsträchtig aus. Ist das tatsächlich so?

Fabian: Ich persönlich habe noch gar keine Verletzungen gehabt. Man hat natürlich mal irgendwo ein kleines Wehwehchen nach einem Spiel oder einem harten Training. Aber ich denke grundsätzlich ist es nicht verletzungsintensiver als jeder andere Teamsport. Man muss sich neben dem normalen Training selber mit Krafttraining noch ein bisschen fithalten, dadurch minimiert man das Verletzungsrisiko.

Marc: Grundsätzlich trägt man ja auch Ausrüstung, die einen vor Verletzungen schützt. Es kommt natürlich auch wieder auf die Spielposition an. In meiner Offense-Position als Tailback ist es zum Beispiel so, dass wenn ich den Ball habe, sämtliche Spieler aus der gegnerischen Mannschaft versuchen mich zu Boden zu bringen. Ich werde also quasi ab dem Moment, in dem ich denn Ball fange, zur Zielscheibe für alle. Es gibt schon die ein oder andere Verletzung, aber durch die Ausrüstung wird das Gröbste abgefangen.

Wie oft in der Woche trainiert ihr bei den Generals und wie sieht so ein Training dann aus?

Fabian: Grundsätzlich haben wir zweimal in der Woche Teamtraining. Wobei sich das gerade alles ein bisschen verschoben hat, weil die Halle, die wir normalerweise im Winter benutzen, seit November eine Notunterkunft ist.

Marc: Beim Teamtraining machen wir zusammen unser Aufwärmtraining und Mobilisationsübungen, um unsere Muskeln zu „wecken“. Danach wird dann oft in Gruppen aufgeteilt, sodass in Defense und Offense positionsspezifisch trainiert werden kann.Am Ende werden dann, bei einem Trainingsspiel gegeneinander, die Einzelteile wieder zusammengefügt.Zusätzlich zu dem Teamtraining versucht jeder, noch regelmäßig Krafttraining zu machen.

Habt ihr Ziele für die nächste Saison?

Fabian: Meister werden!

Marc: Auf jeden Fall! Letzte Saison haben wir leider im Finale unglücklich verloren und das soll uns dieses Jahr nicht noch mal passieren.

Warum sollte man Football eurer Meinung nach unbedingt mal ausprobieren?

Fabian: Jeder der denkt, das könnte was für ihn sein, sollte auf jeden Fall mal zum Probetraining kommen, sich eine Leihausrüstung anziehen und das Ganze mal kennenlernen.

Marc: Grundsätzlich, wenn man Bock auf einen Sport hat, der kraftintensiv und schnell ist, eine gewisses Taktikgefühl und Taktikverständnis voraussetzt und in dem es ein großes Teamgefühl gibt: Einfach zum Probetraining kommen.

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