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Klimes tauscht Ball mit Angel

Basketball-Trainer und Hallenwart geht in den Ruhestand Klimes tauscht Ball mit Angel

Es sollte ein Abschied werden, der seiner Mentalität entspricht: bescheiden. Das hatte der ehemalige Vorsitzende der BG 74, Wessel Lücke, im Vorfeld angekündigt: „Ohne Trara, mit Grillwürsten und ein paar Flaschen Bier.“

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Schwelgen in Erinnerungen: Vlastibor Klimes, Peter Diehl, Andreas Biskup und Dirk Dorra (v.l.).

Quelle: Swen Pförtner

Göttingen. Am Freitagabend haben sich etwa 30 ehemalige Weggefährten in gemütlicher Runde von Vlastibor Klimes verabschiedet. Der Basketballer, Trainer und Hausmeister der Sporthallen des Felix-Klein-Gymnasiums geht in den Ruhestand, wird die freie Zeit in seiner tschechischen Heimat genießen.

Der 62-Jährige, der für die damalige Tschechoslowakai 267 Länderspiele bestritten hat und zweimal Europameisterschafts-Bronze mit der Nationalmannschaft holte, kam 1989 zur BG 74, spielte noch ein Jahr für die Veilchen in der Herrenmannschaft, ehe er sich den Traineraufgaben widmete und bei den Senioren spielte. Dabei blieb er Niedersachse, beschränkte sich auf Posten in Göttingen und Wolfenbüttel. Klimes‘ größter Trainer-Erfolg war zweifelsohne der Gewinn der Deutschen Meisterschaft mit den Spielerinnen der Wolfenbüttel Wildcats im Jahr 2012. Dass er - angesichts seiner Erfolge - nie abgehoben ist, berichtete Lücke: „Er hatte immer eine hundertprozentige Einstellung zu seinem Job - sowohl im Basketball als auch als Hausmeister der beiden FKG-Hallen. Nach dem Titelgewinn mit Wolfenbüttel, war er am nächsten Morgen pünktlich um 6 Uhr in der Halle. Er ist einfach zuverlässig.“

Und bescheiden: Wenn er sich demnächst in sein Haus im „tschechischen Sibirien“, wie er es selbst nennt, zurückziehen wird, werden vor allem das Angeln und gelegentliche Besuche in der Dorfkneipe des 70-Einwohner-Ortes im Vordergrund stehen. Einen Teil seiner Basketball-Vergangenheit lässt Klimes, dessen Frau Dana und die Kinder Zuzana und Martin ebenfalls Profi-Basketballer waren oder noch sind, in Göttingen zurück: „Seine Medaillen aus Göttinger Zeiten hat er schon im BG-Clubraum vorbeigebracht. Die sollen hierbleiben“, berichtete Lücke. Nicht ganz ohne Wehmut geht der knapp zwei Meter große Mann aus Göttingen fort - nach 27 Jahren auch kein Wunder.

„Es wird ein anderes Leben, aber ich habe keine Angst vor der Rente.“ Alle würden ihn ständig nach Basketball fragen, aber Klimes legt sich nicht fest, ob er sich noch einmal engagieren wird. „Ich möchte keine Aufgaben mehr, ich möchte nur noch Möglichkeiten haben.“ Außerdem sieht er sich als Großvater in der Pflicht. Seine drei Enkelkinder (7, 4, 1 Jahr) werden regelmäßig aus Frankreich anreisen. „Ob Basketballer aus ihnen werden? Mal sehen. Wir spielen ja alle Basketball.“ Ein wenig schwingt der Wunsch, dass sie die sportliche Familientradition einmal fortführen werden, in seinen Worten mit.

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