Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Knockout in letzter Sekunde

2. Damenbasketball-Bundesliga Knockout in letzter Sekunde

Gut 20 Minuten benötigt Ondrej Sykora zur Frustbewältigung. Dann geht er auf Juliane Höhne zu, täuscht scherzhaft einen Würgegriff an und herzt sie mit den Worten: „Du glückliches Mädchen.“ Jenes glückliche Mädchen hatte Sykoras Veilchen-Ladies zuvor in einem dramatischen zweiten Finalspiel um die Meisterschaft in der 2. Damenbasketball-Bundesliga den Garaus gemacht.

Voriger Artikel
SCW patzt zu Hause gegen Bremke
Nächster Artikel
Handball: Hameln bleibt Angstgegner für Rosdorf-Grone

Fassungslos: Teammanager Andreas Fink und die indisponierte Aufbauspielerin Monique Smalls nach der knappen Niederlage.

Quelle: Pförtner

Göttingen. 3,7 Sekunden vor dem Ende besiegelt Höhne mit einem Mitteldistanzwurf, der vom Brett in den Ring tropft, die 51:52 (36:47, 24:30, 16:12)-Niederlage der BG 74, gleicht somit für die Girolive Panthers Osnabrück zum 1:1 in der Serie aus und zerstört den Traum der 1100 Zuschauer in der proppenvollen FKG-Halle vom Aufstieg in die 1. Liga vorerst. Die Entscheidung ist nun vertagt auf Sonnabend, 2. Mai, in Osnabrück.

„Es war so knapp. Großartig, wie mein Team zurückgekommen ist, aber dann haben wir einfach Pech“, gibt der aufgewühlte Sykora nach dem Spiel zu Protokoll. Seine Stimme überschlägt sich. Spielmacherin Monique Smalls, der fast gar nichts gelang, sei gut vom Korb abgedrängt worden, so der Tscheche. „Aber so sind nun mal die Playoffs. Wir müssen jetzt positiv bleiben. Die Verteidigung war super, darauf lässt sich aufbauen“, sagt Sykora.

Wie unterschiedlich das Wechselbad der Gefühle ist, durch das auch die Fans während der Partie wandern müssen, lässt sich gut am Mienenspiel von BG-Teammanager Andreas Fink ablesen. Als sich Spielmacherin Monique Smalls, der fast gar nichts gelang, in der 27. Minute einen weiteren Ballverlust leistet und die starke Angela Pace zum 41:28 für Osnabrück abschließt, schüttelt Fink resignierend den Kopf und fährt sich mit der Hand durchs Gesicht. Sieben Minuten später strahlt er, hüpft wild klatschend an der Seitenlinie auf und ab. Die Gastgeberinnen waren wie die Feuerwehr ins Schlussviertel gestartet und hatten durch Dreier von Lucy Thüring, Fee Zimmermann und Smalls wieder Tuchfühlung aufgenommen (45:47). Die Halle tobt. Der angespannte Sykora gestikuliert von nun an praktisch nach jedem Pass. Es beginnt das große Zittern.

Mehrmals vergeben die Veilchen-Ladies die Chance zum Ausgleich, aber auch das Nervenkostüm der Gäste ist flattrig. Endlich hatte es Centerin Nicole Jones vollbracht, zum 48:48 auszugleichen, da trifft Pace im direkten Gegenzug schon wieder zum 50:48 für Osnabrück. Dann ist es ausgerechnet die bis dato blasse Smalls, die ihren Korbleger trotz Fouls verwandelt und den anschließenden Freiwurf 36 Sekunden vor Ultimo zum 51:50 einnetzt. Da Pace den Konter verpasst, Jones sich den Rebound angelt und an die Freiwurflinie geschickt wird, liegt der Sieg für die Gastgeberinnen auf dem Präsentierteller. Jones darf zur Heldin werden. Es ist jedoch der Moment, in dem die US-Amerikanerin zur tragischen Heldin wird. Denn sie vergibt den Erfolg durch zwei Fehlwürfe. Zwar vergeigt auch Pace erneut den siegbringenden Wurf, doch 3,7 Sekunden vor Schluss gelingt es der BG nicht, den Rebound zu kontrollieren. Der Rest ist die Geschichte eines glücklichen Mädchens.

BG 74: Jones (17 Punkte), Thüring (3), Pilz, Hirmke (2), Polonyiova (2), Dobroniak (4), Bencker (7), Smalls (11), Lücken (2), Zimmermann (3).

Von Rupert Fabig

Voriger Artikel
Nächster Artikel
03.12.2016 - 11:59 Uhr

Der VfL Wolfsburg wird in den kommenden Jahren voraussichtlich weniger Geld vom Automobilkonzern Volkswagen erhalten. Dies hätte auch Auswirkungen auf die Transferpolitik.

mehr
Hardenberg Klassika Gartenmarkt