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„Kosten lassen sich nicht decken“

Interview mit Marc Franz (Starting five) „Kosten lassen sich nicht decken“

Im Interview erläutert Marc Franz, warum sich die Starting five GmbH entschieden hat, beim Schiedsgericht der Damenbasketball-Bundesliga (DBBL) keinen Einspruch gegen die Verweigerung der Erstligalizenz für Trinos Göttingen einzulegen und stattdessen die Damen in die 1. Regionalliga zurückzustufen. Mit dem Geschäftsführer des Bundesliga-Lizenzinhabers sprachen Mark Bambey und Michael Geisendorf.

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Marc Franz

Tageblatt: Können Sie kurz skizzieren, wie es zu der Entscheidung gekommen ist?

Marc Franz: Es ist uns in der letzten Woche nicht gelungen, zusätzliche belastbare Sponsorenzusagen nachzuweisen, um im Widerspruchsverfahren Erfolgsaussichten zu haben. Wir befinden uns auf dem Sponsoringmarkt in einer schwierigen Gesamtsituation, daher war es nicht möglich eine andere Entscheidung zu treffen. Wir werden aber den Damenbasketball weiterhin unterstützen.

Wie groß war das Defizit?

Wir konnten in der letzten Saison, wie auch im Jahr davor, die Kosten des Damenteams nicht durch entsprechende Einnahmen decken. Ich will da nicht so konkret werden, aber es war jeweils ein mittlerer fünfstelliger Betrag. Der musste von der GmbH übernommen werden. Wir haben uns natürlich Gedanken gemacht, wie wir Zuschauer in die Halle bekommen und Sponsoren für ein Engagement begeistern. Wir haben da genauso maßvoll und vorsichtig gearbeitet wie bei den Herren.

Sind denn Sponsorenabgesprungen?

Die Finanzkrise hat dazu geführt, dass viele Sponsoren ihr Engagement überdacht haben. Nicht grundsätzlich, aber in der Höhe. Eine Erfahrung, die wir gerade auch bei den Herren machen. Rückblickend muss man sagen, dass unser Konzept mit zwei Bundesligateams an den Start zu gehen, zwar positive Resonanz gefunden hat, sich aber leider nicht in entsprechenden Einnahmen widerspiegelt.

„Attraktivität sinkt“

Warum haben Sie das Team nicht für die 2. Bundesliga gemeldet, sondern sind gleich in die Regionalliga zurückgegangen?

Aus unserer Sicht bleibt das grundsätzliche Problem, wenn auch auf einem geringeren Niveau: Die Kosten lassen sich nicht mit den Einnahmen decken, zumal die Attraktivität für Haupt- und Topsponsoren deutlich sinkt. Wir wollen wieder auf ein normales Maß zurückgehen, was uns auch Sicherheit gibt, wieder was aufzubauen.

Nach unseren Informationen ist die Zusage der Stadt, der Starting five die Lokhalle zu einem ermäßigten Mietpreis für die Herrenspiele zu überlassen – die Ersparnis soll 200000 Euro pro Jahr betragen –, vertraglich mit der Verpflichtung verbunden, auch die Damen in der Bundesliga spielen zu lassen. Welche Folgen hätte es, wenn die Stadt wegen des Rückzugs der Damen die Mietvergünstigung streichen würde?

Aus jetziger Sicht kann ich mir nicht vorstellen, dass wir diese zusätzliche Belastung stemmen könnten. Trotz des überragenden sportlichen Erfolges des Herrenteams, hat sich unsere Einnahmesituation nicht entsprechend verbessert. Wir haben daher ja auch im Lizenzantrag mit dem gleichen Budget geplant wie in dieser Saison.

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