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Lamine Diop vom 1. SC 05 wird für Nationalmannschaft von Mali nominiert

Plötzlich Nationalspieler Lamine Diop vom 1. SC 05 wird für Nationalmannschaft von Mali nominiert

Von der fünften Liga in die Nationalmannschaft: Für Lamine Diop, Stürmer des Fußball-Oberligisten 1. SC 05, geht momentan ein Traum in Erfüllung. Der 19-Jährige, dessen Vater aus Mali stammt, wurde vom Trainer der malischen U-20-Nationalmannschaft für ein Trainingslager und zwei Testspiele nominiert.

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Lamine Diop vom 1. SC 05 wird für die U-20-Nationalmannschaft von Mali nominiert.

Quelle: Pförtner

Göttingen. „Es kam alles ziemlich plötzlich, aber ich habe direkt zugesagt. Wenn man schon so ein Angebot erhält, muss man es auch wahrnehmen“, sagt Diop.

Einen ersten Kontakt habe es Ende vergangenen Jahres gegeben. Ende dieser Woche ging es dann ganz schnell: Am Donnerstag rief der Trainer der malischen U 20 an, am Freitag fuhr Diop mit seiner Mutter nach Berlin, um in der malischen Botschaft ein Visum zu beantragen, und am Sonnabend düst der 05-Torjäger, der in der Hinrunde achtmal getroffen hat, von Frankfurt am Main aus per Freiflug nach Mali.

„Ich dachte schon, der Zug in Richtung Nationalmannschaft ist abgefahren, und jetzt das“, sagt ein verblüffter Diop.

Der Göttinger Student wird damit zum Überflieger – der Spitzname der malischen Fußball-Nationalmannschaft lautet „Les Aigles“, französisch für „Die Adler“. Geplant sind zwei Testspiele gegen den Senegal. 05-Trainer Martin Wagenknecht habe nichts einzuwenden gehabt gegen den Afrika-Trip seines Erfolgsstürmers, „schließlich trainiere ich ja die ganze Zeit“, sagt Diop.

Die U-20-Nationalmannschaft von Mali belegt in der Fifa-Weltrangliste momentan den 50. Platz. Gespielt wird am Mittwoch und Freitag nächster Woche in der malischen Hauptstadt Bamako. Sonntagabend geht es dann für Diop wieder zurück nach Deutschland.

Schöne Nebeneffekte der Nominierung sind, dass Diop nach zwölfeinhalb Jahren seine Verwandten wiedersieht, die in Bamako leben, und dass er in Mali bei 30 Grad Fußball spielt. „Endlich mal raus aus der Kälte“, sagt der 19-Jährige.

„Ich bin schon ein bisschen aufgeregt“, gibt Diop am gestrigen Freitag im Telefonat mit dem Tageblatt zu – gerade steht er, begleitet von seiner Mutter, in Berlin vor der malischen Botschaft, wo ihm ein Visum ausgestellt wird. Mit seinem aus Mali stammenden Vater hat er gleich nach dem Anruf aus Afrika telefoniert.

„Er hat sich auf jeden Fall sehr gefreut“, berichtet Diop. Der 1. SC Göttingen 05, so viel seit Donnerstag so gut wie fest, hat von der nächsten Woche an einen aktuellen Nationalspieler in seinen Reihen. 

14,5 Millionen Einwohner im westafrikanischen Staat

Mali liegt in Westafrika und grenzt im dünn besiedelten Norden, der sich bis tief in die Sahara erstreckt, an Algerien, im Osten an Niger, im Süden an Burkina Faso und die Elfenbeinküste sowie im Westen an Guinea, Mauretanien und den Senegal. Die Hauptstadt ist Bamako.

14,5 Millionen Einwohner leben in einem gemischt präsidial-parlamentarischen Regierungssystem. Als Teil der Mali-Föderation erlangte Mail 1960 die Unabhängigkeit von Frankreich. Die Fußball-Nationalmannschaft, die als „Les Aigles“ („Die Adler“) bezeichnet wird, hat sich noch nie für eine Weltmeisterschaft qualifiziert. Ihr größter Erfolg ist ein zweiter Platz bei der Afrika-Meisterschaft 1972.

Von Eduard Warda

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