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Langeweile kommt bei Gertrud Hellbrück nicht auf

SV Arminia Fuhrbach Langeweile kommt bei Gertrud Hellbrück nicht auf

Langeweile ist ein Wort, das Gertrud Hellbrück zwar kennt, doch wie es ist, wenn einem langweilig ist, dieses Gefühl kann die Fuhrbacherin nicht nachempfinden.

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28 Jahre lang ein gewohntes Bild: Gertrud Hellbrück mit Turnmädchen des SV Arminia Fuhrbach.

Quelle: Pförtner

Im bisherigen Leben der Eichsfelderin gab es keine großen Ruhephasen, und die hätte sie auch gar nicht unbedingt gewollt. Sich selbst bewegen, in Bewegung bleiben und andere dazu animieren, sich zu bewegen – dies war immer die Wunschvorstellung von Gertrud Hellbrück, die eigentlich in Tiftlingerode geboren ist, dann aber mit ihrer Familie nach Nordrhein-Westfalen zog und dort in Brilon mit dem Turnen begann.

„Ich habe schon mit 14 Jahren selbstständig eine Kindergruppe geleitet“, erzählt sie. Die Begeisterung, Kinder für den Sport zu begeistern hielt und hält immer noch an. Bedingt durch ihre eigene Familienplanung, legte sie dann zwar erst einmal eine Pause ein, doch anschließend gab es für die Eichsfelderin „kein Halten“ mehr. Inzwischen war sie mit ihrem Mann Bernward („den habe ich in den Ferien beim Besuch meiner Verwandten in Duderstadt kennengelernt“) nach Fuhrbach gezogen, wo 1982 die Sporthalle gebaut wurde. „Ich wollte unbedingt Kinderturnen anbieten“, erinnert sie sich. Gesagt, getan und offensichtlich war der Bedarf in dem Bergdorf so groß, dass sich 62 Kinder meldeten, die teilnehmen wollten.

Gertrud Hellbrück war begeistert, endlich konnte sie ihren Traum, Mädchen für das Turnen zu begeistern, in die Tat umsetzen. Von Anfang an fuhr sie mit ihren Schützlingen zu Wettkämpfen wie beispielsweise den Kreissportfesten. Wobei ihr ein Aspekt immer extrem wichtig war: „Ich wollte immer alle Kinder einbeziehen, die einfach Spaß an der Bewegung hatten, aber auch die, die ein wenig leistungsbezogen turnen wollten.“

Praktisch „nebenbei“ engagierte sich Hellbrück auch beim Kreissportbund Göttingen, war im Vorstand als Frauenwartin tätig, später für die Aus- und Fortbildung für Übungsleiter zuständig. Darüber hinaus war sie als pädagogische Leiterin des EJES-Projekts (EJES = Europäisches Jahr der Erziehung durch Sport) engagiert, vermittelte Schulen und Vereinen den erzieherischen Wert des Sports.

Ihre eigene Ausbildung zur Übungsleiterin absolvierte Hellbrück in Melle, bildete sich darüber hinaus auf zahlreichen Lehrgängen fort. Ihr Weitblick war dabei etwas, das die Fuhrbacherin immer besonders auszeichnete. Schon frühzeitig schaute sie nach links und rechts, stets auf der Suche nach eventuellen „Nachfolgerinnen“. „Ich habe immer an die Stärken und Fähigkeiten anderer geglaubt, habe immer Leute gesucht, die ich mit meiner Begeisterung anstecken kann“, so Hellbrück.

Und sie hat eine Nachfolgerin gefunden: In Person von Karin Zöpfgen, die die Gerätturngruppe des SV Arminia Fuhrbach, die 28 Jahre lang von Gertrud Hellbrück geleitet wurde, nun weiterführt. Die Mingeröderin musste 2008 schon tatkräftig mit einspringen, als ein Handbruch Gertrud Hellbrück bremste. Im Sommer diesen Jahres war nun endgültig Schluss für die früher selber aktive Turnerin.

Eine zwingend erforderlich gewordene Hüftoperation und das Wissen, „ihre Mädchen“ in den besten Händen zurückzulassen, machten den Abschied nicht leicht, aber erträglich. „Ihre Mädchen“ waren es dann auch, die sich in einer Feierstunde in der Fuhrbacher Turnhalle, in der alles begonnen hatte, von ihr verabschiedeten. Wobei es keine Feierstunde im herkömmlichen Sinne war, denn wer Gertrud Hellbrück kennt, weiß, dass sie alles, nur kein steifes Protokoll mag. „Es waren Turnerinnen von früher da, die schon gar nicht mehr hier wohnen“, freut sich Hellbrück über den Einsatz von Karin Zöpfgen und deren Helferinnen, die dieses Treffen ermöglicht hatten.

Ganz ohne Amt ist Gertrud Hellbrück, die, wenn es ihre Zeit nun zulässt, gern mit ihrem Mann wandert oder Fahrrad fährt, liest oder zum Yoga geht, keineswegs. Sie hat eine ehrenamtliche Tätigkeit bei der Caritas in Duderstadt angenommen, bietet im Lorenz-Werthmann-Haus Demenzsport an. „Ich möchte gern etwas Sinnvolles tun“, lautet nach wie vor ihre Prämisse. Außerdem wird sie dem Kreissportbund und natürlich den Fuhrbacher Turnerinnen, wenn gewünscht, weiterhin mit Rat und Tat zur Seite stehen – alles quasi vorbeugende Maßnahmen, die sicherstellen sollen, dass Gertrud Hellbrück auch in Zukunft mit dem Begriff Langeweile nichts anzufangen weiß.

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