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„One way“ Richtung Kolumbien

Lucy Thüring plant den Abflug „One way“ Richtung Kolumbien

Lucy Thüring steigt von ihrem Mountaibike, hat Dreckspritzer an der Hose und strahlt. Sie war gerade mit Kommilitonen am Kehr unterwegs – zum Abschluss eines Blockseminars.

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Beendet ihre Karriere: Lucy Thüring.

Quelle: CR

Göttingen. So wirklich stillsitzen kann die 25-Jährige nicht, aber Zweitliga-Basketball muss es zukünftig nicht mehr sein. Die Spielerin der BG 74 Veilchen Ladies hat kürzlich ihren Rücktritt erklärt.

Bewegungsdrang scheint bei der Lehramtsstudentin für Sport und Spanisch gekoppelt zu sein mit ihrem – südamerikanischen – Temperament. Wenn Thüring erzählt und dabei lacht, hat sie eine so einnehmende, ehrliche Art, dass man sich schnell vorstellen kann, dass sie 2017 in Kolumbien mit Straßenkindern Basketball spielen wird.

Genau das hat sie nach ihrem Bachelor-Abschluss vor. „One way“ – erst einmal ohne Rückflug-Ticket. Mit einem kolumbianischen Vater ist die Göttingerin zweisprachig aufgewachsen, war in der Vergangenheit immer mal wieder für längere Aufenthalte in dem südamerikanischen Land. Die Millionenstadt Cartagena an der Karibikküste hat es Thüring angetan, dort hat das Einzelkind eine zweite Familie gefunden – mit Bruder, Schwestern und deren Eltern, die sie auch „Mama“ und „Papa“ nennt.

Als Lehrerin für Englisch-Sprachkurse will die ausgebildete Fremdsprachen-Korrespondentin halbtags arbeiten, den Rest der Zeit wird sie mit Straßenkindern Basketball spielen. „Freiluftplätze gibt es dort an allen Ecken. Ich hoffe, dass ich klein anfangen kann, und dass dann immer mehr Kinder und Jugendliche diesen tollen Sport entdecken werden.“

Mit 25 Jahren hat sie früh Abschied vom Leistungssport genommen, nach einem Kreuzbandriss, der sie im vergangenen Jahr zu einer langen Zwangspause bei den Veilchen Ladies aber auch im praktischen Teil ihres Studiums gezwungen hat.

„Ich spiele seit meinem neunten Lebensjahr Basketball, habe bei Alfred Gull in Weende angefangen. Der Sport ist dann in meinem Leben schnell sehr intensiv geworden. Ich möchte jetzt einfach auf dem Höhepunkt aufhören. Ich möchte nicht mit 40 nicht mehr laufen können, sondern mit 80 noch fit sein.“ Einer der letzten Höhepunkte war kürzlich die EM-Teilnahme mit den Uni-Basketballerinnen. Außer bei der BG hat sie in Osnabrück, Hamburg und Kolumbien gespielt.

Ihre schönsten Erinnerungen hat Thüring an ihren ersten Einsatz im Damenteam beim Bundesliga-Season-Opening 2008 unter Trainer Vlastibor Klimes. Mehr Zeit für Freunde wünscht sie sich in Zukunft. „Göttinger Freunde, die seit Jahren in anderen Städten studieren, werde ich jetzt endlich besuchen.“ Andere Leidenschaften – wie das Tanzen – will sie ausleben. „Ich liebe Salsa und Merengue.“ Den Abschied vom Basketball habe ihr bei der BG niemand übel genommen.

„Ich bin ja auch nicht gleich komplett weg, werde sicher mal beim Training vorbeischauen.“ Freiwillige Einheiten vor der Uni um 6.30 Uhr – wie bei Hermann Paar in der zurückliegenden Saison – werde es für sie nicht mehr geben. Und als sie das erzählt, strahlen ihre dunklen Augen wieder. Lucy Thüring ist mit sich selbst absolut im Reinen.

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