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„Magier“ Eckerts Zauberstab ist der Queue

Trickshot-Weltmeister „Magier“ Eckerts Zauberstab ist der Queue

Göttingen. 35 Billardspieler haben sich im Klubraum des ASC 46 am Maschpark versammelt. Doch sie spielen keine Partie. Sie warten. Dann – endlich – tritt der Grund für ihre Warterei ins Zimmer.

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Milimeter-Sache: Penibel ordnet Eckert die Kugeln an.

Quelle: Pförtner

Göttingen.  „Das ist er, der Meister“, flüstert ein Vater seinem Sohn zu. Ralph Eckert, Trickshot-Weltmeister von 2004, schnappt sich flugs seinen Queue, platziert einige Kugeln auf dem Tisch – und achtet millimetergenau auf deren Abstände.

Wenige Augenblicke später erntet der 47-jährige Profi tobenden Applaus, als er auf Ansage mit einem Stoß sechs Kugeln versenkt.

„Wahnsinn – das gibt es doch gar nicht“, staunt ein Zuschauer, nachdem Eckert mit viel Effet schier unversenkbare Kugeln eingelocht und später die eigentlich zweidimensionale Sportart um die Vertikalachse erweitert hat. Der 47-Jährige wirkt am Tisch fast wie ein Magier, sein Queue ist der Zauberstab. Er präsentiert nicht nur Spitzensport, sondern würzt den Abend mit Anekdoten, Witz, und Selbstironie.

„Natürlich versuche ich, die Leute zu unterhalten“, sagt Eckert. Genau das sei auch der Unterschied zwischen Show-Auftritten und Meisterschaften: „In einem Match herrscht eine ganz andere Situation – deshalb ist dort auch eine ganz andere Anspannung nötig“, unterstreicht Eckert, der 2004 in der Disziplin „Trick- & Fancy Shots“ Weltmeister wurde. Dass der anerkannte Trainer bei seiner ersten Show 1985 „extrem nervös war“, kann man sich 27 Jahre und unzählige Auftritte später kaum vorstellen.

Auch ASC-Abteilungsleiter Anton Säckl gerät ins Schwärmen: „Die Lockerheit ist unglaublich.“ Säckl hat den Profispieler für ein dreitägiges Trainingslager, dessen Auftakt die Trickshow ist, nach Göttingen geholt. „Es eine Belohnung für das Engagement der Abteilung und zugleich der Abschluss des Kinder-Ferienprogramms“, erläutert der 43-Jährige – und ergänzt grinsend: „Außerdem lässt sich damit zeigen, dass jemand, der bei uns gewinnt, sich nicht gleich für den Allergrößten halten muss.“

Immer wieder lässt Eckert kühnen Prognosen Taten folgen und verwandelt so das ungläubige Lachen des Publikums in blankes Staunen. Gelingt ein Stoß nicht auf Anhieb, lässt der aktuell drittbeste Poolbillard-Spieler der Welt die Zuschauer an seinen Gedanken teilhaben. Diese Momente offenbaren zum einen Eckerts Ehrgeiz – und lassen zum anderen die Illusion der Magie für einen klitzekleinen Augenblick bröckeln.

Hautnah im Wortsinn erlebt die 17-jährige Mailin von Pietrowski einen Trickshot: Als Eckert eine Kugel anspielen will, die auf einem zwischen ihren Zähnen klemmenden Kreidestück balanciert, ist die Spannung zum Greifen. „Beim letzten Mal hat der Trick nicht geklappt“, scherzt der Profi, ehe er die Kugel im zweiten Versuch einlocht. Angst habe sie nicht gehabt, sagt Mailin: „Das ist ein Profispieler. Deshalb habe ich ihm blind vertraut“, sagt die Schülerin des Hainberg-Gymnasiums, die die Show „einfach nur fantastisch“ findet.

Mit „Maschinengewehr-“ und „Kopfstößen“ greift Eckert, den am Billard die „Kombination aus Verstand und Geschicklichkeit“ fasziniert, schließlich  noch einmal tief in seine etwa 300 Positionen umfassende Trickkiste. Danach gibt es Autogramme. Die ASC-Spieler nehmen derweil ganz allmählich die Billardtische in Beschlag. Es gilt, im Selbstversuch herauszufinden, ob Ralph Eckert ein Meister ist – oder ein Magier.

Von Timo Holloway

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