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Mallison ist Dauergast bei den Weltreiterspielen

Göttinger Tierärztin betreut die Distanzreiter Mallison ist Dauergast bei den Weltreiterspielen

Die Weltreiterspiele in Lexington, Kentucky, beginnen am kommenden Sonnabend, 25. September. Die Göttinger Tierärztin Dr. Juliette Mallison ist dabei. Sie betreut die deutschen Distanzreiter mit ihren Pferden.

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Juliette Mallison mit ihrem Senior Dominik (30): Mit ihren Kindern ist das Deutsche Reitpony „groß“ geworden.

Quelle: Hinzmann

Seit den ersten Weltreiterspielen 1990 ist Mallison Stammgast. 1990 wirkte sie als Richterin mit, 1994 als Team-Tierärztin. 1998 in Dubai war sie Chef d‘equipe. 2002 war sie in der Tierarztkommission. An der Organisation war sie bei den Reiterspielen in Aachen 2006 beteiligt. In diesem Jahr in Kentucky wirkt sie als Assistentin der Equipe-Chefin Ursula Königheit mit und betreut das deutsche Team mit Melanie Arnold (mit Shaika Bint Kheoma), Sabrina Arnold (mit Beau), Gabriela Förster (mit Priceless Gold), Belinda Hitzler (mit Shagar) und Championatsneuling Petra Hattab (mit Prince Sharif). Ihr Vorteil: Ihre Muttersprache ist Englisch. „Wenn es an komplizierte Dinge geht, ist das besser“, sagt sie mit hörbarem Akzent.

1946 ist die 64-Jährige in Malmesbury geboren. Weil ihr Vater Offizier war, führte die Familie ein „bewegtes“ Leben. Seit sie denken kann, gab es Pferde in der Familie. Mit fünf Jahren lernte Juliette reiten. In Cambridge ging sie zur Schule und studierte Tiermedizin. Sie gründete eine Studentenreitgruppe. Bei einem Turnier hat sie ihren Mann kennen gelernt: „Er ritt für Mannheim.“

1974 ist sie nach Deutschland gekommen. Ihre Stute brachte sie mit in die Ehe, mit Hänger und Landrover reiste sie auf der Fähre über den Kanal nach Gießen. Dort promovierte die Tierärztin und ist 1978 zum Distanzreiten gekommen. Beim ersten Distanzritt, den sie mit betreute, hat sie ihr Kind zwischen den Tierarztkontrollen gestillt. „Ich habe meine Kinder immer mitgenommen“, sagt sie.

Den ersten offiziellen Distanzritt in Deutschland hat Equitana-Gründer Wolf Kröber Ende der 1960er Jahre in Ankum ausgerichtet. 1976 wurde der Verein deutscher Distanzreiter und Fahrer (VDD) gegründet, zwei Jahre später war Mallison dabei. 1983 wurde der Distanzsport in den Internationalen Pferdesport aufgenommen. Heute sei das Distanzreiten nach dem Springen die zweitgrößte internationale Pferdedisziplin. Wegen der warmblutgeprägten Pferdezucht in Deutschland sei es hier nicht so präsent, erklärt sie. In Frankreich gehöre es zu den wichtigsten Pferdedisziplinen. Für die längeren Distanzen werden vornehmlich Araber und Arabische Halbblüter eingesetzt.

„Eigentlich bin ich dazu gekommen, weil ich gern mit gesunden Pferden arbeite“, sagt die Tierärztin, die während des Gesprächs immer wieder Patienten am Telefon berät. Seit 1992 organisiert die dynamische Frau Distanzritte bei Göttingen. Zweimal, zuerst in Holzerode und 2009 in Nörten-Hardenberg, wurden hier die Deutschen Meisterschaften ausgetragen. Seit 1983 wirkt Mallison außerdem als Tierärztin, später auch als Richterin und Stewart, bei der Fédération Equestre Internationale (FEI). Ich bin in einem Jahr bestimmt bei fünf bis sieben internationalen Ritten tätig“, sagt sie.

Auch jetzt geht sie wieder für den Reitsport auf Tour. Schon in der vergangenen Woche sind die Pferde mit dem betreuenden Tierarzt nach Cincinnati geflogen, fünf Distanzpferde und insgesamt 50 Pferde, die in den verschiedenen Disziplinen für Deutschland geritten werden. Zwei Tage waren sie in Quarantäne, bevor sie weiterreisen konnten. Am vergangenen Freitag sind die Distanzreiter und die „Offiziellen“ eingetroffen.

Am Sonnabend, werden die Spiele in Kentucky eröffnet. Für die Distanzreiter finden an diesem Tag schon die Voruntersuchungen statt. Auf die 160 Kilometer lange Strecke starten sie einen Tag später, morgens um 7 Uhr. „Angekommen ist gewonnen“ lautet ihr Slogan im Distanzsport. Doch Mallison räumt dem deutschen Team gute Chancen ein, mehr zu erreichen. Für Mallison beginnt ab Montag die Erholung. Ihre Familie kommt nach Kentucky, gemeinsam sehen sie sich vornehmlich die Vielseitigkeitsprüfungen bei den Weltreiterspielen an.

  Weltreiterspiele
  Die Weltreiterspiele (World Equestrian Games) sind die Weltmeisterschaften des Reit- und Fahrsports. Seit 1990 werden sie für die Pferdesportarten Dressurreiten, Springreiten, Vielseitigkeitsreiten, Distanzreiten, Voltigieren und Fahren gleichzeitig an einem Ort ausgerichtet, vorher gab es separate Meisterschaften in den Einzeldisziplinen. 2002 kam als siebte Sportart das Reining (die Western-Dressur) hinzu. In Kentucky, wird das Programm bis zum 10. Oktober um die Dressurwettbewerbe für Reiter mit Behinderung erweitert.

Von Ute Lawrenz

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