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Manager des TV Jahn Duderstadt zieht sich zurück

Ekkehard Loest hört auf Manager des TV Jahn Duderstadt zieht sich zurück

Ekkehard Loest tritt als Manager der 1. Herren-Mannschaft beim TV Jahn Duderstadt zurück. Gleichzeitig wird er sich als Handball-Abteilungsleiter bei den Eichsfeldern und beim Handball-Verband-Niedersachsen als Mitglied im Spielausschuss im September nicht mehr zur Wahl stellen.

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Ekkehard Loest hört auf

Quelle: Schneemann

Duderstadt. Doch damit nicht genug. Mit Matthias Heim, Carlos Swoboda, Christian Wedemeyer, Mark Tetzlaff und Christian Schmidt beenden gleich fünf Spieler ihre Karriere. Jan-Philipp Nass schließt sich in der kommenden Saison der HG Rosdorf-Grone an. Angesichts dieses Aderlasses entschlossen sich die Brüder Bjarne und Finn Kreitz, zu ihrem Heimatverein, der HSG Rhumetal, zurückzukehren. Maximilian Loest und Valentin Grolig können aufgrund ihrer beruflichen Situation nicht mehr gewährleisten, ständig zur Verfügung zu stehen.

„Meine berufliche Situation lässt einfach ein Engagement in der bisherigen Form nicht mehr zu. Meine Konzentration liegt in Zukunft auf meinem Unternehmen und meiner Familie. Ich habe dem Vorstand meinen Entschluss schon vor längerer Zeit angekündigt. Aus heutiger Sicht habe ich dem Vorstand des TV Jahn vorgeschlagen, die Mannschaft aus der Oberliga zurückzuziehen“, erklärte Loest. Wobei, gemeldet haben die Duderstädter noch für die Klasse, „aber aufgrund der heutigen Situation macht es für mich wenig Sinn, in der Oberliga anzutreten. Wirtschaftlich gibt es zwar keine Probleme, allerdings sind Steigerungen im Saisonetat nicht möglich, um die zahlreichen Abgänge ersetzen zu können“, betont Loest.

In den kommenden Wochen, denn bis zum 30. Mai muss die Entscheidung gefallen sein, hofft Loest auf einen vernünftigen Lösungsansatz. Er hat sich bereits mit ehemaligen Spielern wie Stefan Pietsch, Nerijus Kesilis und Jens Heublein zusammengesetzt, um gemeinsam nach Möglichkeiten zu suchen.  Das Trio arbeitet bereits jetzt in der Abteilung mit. „Vielleicht findet sich ja jemand, der das Heft in die nimmt“, hofft Loest, der vor 25 Jahren als Abteilungsleiter begann – damals spielte der TV Jahn in der Regionalliga. Neben dem Manager-Posten bekleidete er auch schon die Cheftrainer-Position.

Dieses Amt hat derzeit der Franzose Christian Caillat inne, der im zweiten Jahr mit dem Team arbeitet. „Um ihn tut es mir wirklich leid. Er leistet tolle Arbeit, hat seine B-Lizenz mit einem sehr guten Ergebnis bestanden und die Mannschaft, gerade so junge Leute wie Finn und Bjarne Kreitz und Justin Brand, weitergebracht. Wenn wir ihn schon vor drei Jahren als Trainer gehabt hätten, dann bin ich mir sicher, hätten wir eine Oberliga-Mannschaft hinbekommen. Dann hätte es sich herumgesprochen, welch gute Arbeit er hier leistet“, ist Loest überzeugt. Er kündigt an, ihm helfen zu wollen, schnell einen neuen Job zu finden. Dies gilt auch für Justin Brand, der früh signalisiert hatte, bleiben zu wollen, allerdings damals noch unter anderen Vorzeichen. „Wer weiß, vielleicht bleibt er auch“, so Loest.

Ob Maximilian Loest, Magnus Gebhardt, Alexander Kornrumpf, Benjamin Artmann, Benjamin Möller, Valentin und Nikolas Grolig und Hagen-Carlos Heublein unter den geänderten Voraussetzungen weiter bei den Eichsfeldern spielen werden, steht noch nicht fest. Von einem Unterbau können die Eichsfelder nicht profitieren, denn es gibt keine A- beziehungsweise B-Jugend beim TV Jahn. „Vielleicht ist jetzt der richtige Zeitpunkt für einen Neuanfang gekommen“, sagt Loest abschließend.

Axel Klingebiel, der 1. Vorsitzende des TV Jahn Duderstadt, findet es „total schade, dass es passiert“, aber er hofft, „dass das Problem gemeinsam gelöst werden kann“.

►Kommentar: Freiwillige vortreten

Der Rücktritt von Jahn-Manager Ekkehard Loest ist eine Entscheidung mit großer Tragweite. Allzu häufig musste er den Alleinunterhalter spielen, vermisste die helfenden Hände an seiner Seite, um das Unternehmen Oberliga zu stemmen. Schon in der vergangenen Saison bereitete ihm seine immense berufliche Belastung Probleme, damals wollte er allerdings den noch unerfahrenen Trainer Christian Caillat nicht im Stich lassen.

Jetzt kam in den zurückliegenden Wochen alles zusammen: der Rückzug von fünf Leistungsträgern löste einen kleinen Erdrutsch aus. Dies  war Loest selbstverständlich  im Vorfeld durchaus bewusst. Er verbrachte nicht nur eine schlaflose Nacht, machte sich die Entscheidung keineswegs leicht nach 25 Jahren in verantwortlicher Position. Aber nach dieser Zeit nimmt sich Loest jetzt auch einfach einmal das Recht heraus, ausschließlich an sich und seine Familie zu denken.

Und vielleicht ebnet sein Rückzug ja tatsächlich den Weg für einen Neuanfang, an dem sich seine Kritiker jetzt tatkräftig beteiligen dürfen, damit die Oberliga gehalten werden kann, damit sich der
TV Jahn vielleicht irgendwann  wieder einmal im Glanz vergangener Tage sonnen darf.

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