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Meier überrascht Vielzahl der Abgänge

Fußball Meier überrascht Vielzahl der Abgänge

Kaum ein Traum hat sich bei den Fußballern des SCW in der vergangenen Saison erfüllt. Abzusehen war vor der Spielzeit, dass die Herrenmannschaft in die Bezirksoberliga zurückzieht. Dass jedoch die A- und B-Junioren aus ihren Niedersachsenligen absteigen, war nicht erwartet worden, ebenso nicht, dass die Herren-Reserve in den Abstiegskampf der Kreisliga gezogen wird. Entsprechend durchwachsen fällt die Bilanz des SCW-Vorsitzenden Dieter Meier aus, der jedoch die Fußball-Abteilung auf dem richtigen Weg sieht.

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Wird den SCW wohl verlassen: Verteidiger Julian Keseling (rechts).

Quelle: Pförtner

Das Oberligateam sei frühzeitig informiert worden, dass zukünftig keine Aufwandsentschädigung gezahlt werde, unterstreicht Meier, „da war es zu erwarten, dass irgendwann die Motivation weg ist“. Aber auch eine „verheerende Heimbilanz“ habe dazu beigetragen, dass das Saisonziel, der sportliche Klassenverbleib, verfehlt wurde.

Nun bricht die Mannschaft auseinander, viele Spieler gehen weg. „Vielleicht mehr, als wir gedacht haben“, räumt Meier ein. „Aber es ist heutzutage so: Wenn die Spieler bei einem anderen Klub ’nen Fünfziger mehr kriegen, sind sie weg.“
Enttäuscht zeigt sich der Klubvorsitzende davon, dass sich mit Florian Evers einer der Leistungsträger der vergangenen Saison verabschiedet. Dass Phillip Bruns zum KSV Hessen Kassel geht, steht schon längere Zeit fest, der KSV soll aber auch sein Interesse an Julian Keseling und Dennis Koch bekundet haben. Zuletzt habe Meier gehört, dass Keseling und Erkan Coskun zur SVG wechseln wollen. In jedem Fall bleibt nicht einmal eine Handvoll Spieler beim SCW. „Keiner von ihnen bekommt die Freigabe, kein einziger“, schimpft Meier in Richtung der wechselwilligen Akteure.

Trotz der Hiobsbotschaften: Der eingeschlagene Weg sei der richtige, unterstreicht der Vorsitzende. „Wir haben die Notbremse unter anderem gezogen, weil wir dadurch in Zukunft wirtschaftlich viel besser aufgestellt sind.“ Als Lüge bezeichnet Meier in diesem Zusammenhang das Gerücht, dass Akteure des Herrenteams seit vier Monaten kein Gehalt erhalten haben. Lediglich im vergangenen Monat habe es aus Gründen der wirtschaftlichen Situation eine verspätete Auszahlung gegeben, betont Meier. Andererseits: „Einige Spieler kommen vier Wochen lang nicht zum Training und wundern sich, dass sie kein Geld bekommen.“ Außerdem hätten einige Akteure falsche Kontonummern angegeben.

Ziel ist ein Nichtabstiegsplatz

Ziel in der kommenden Saison sei ein Nichtabstiegsplatz in der Bezirksoberliga. „Wenn es nach mir gegangen wäre, wären wir gleich in die Bezirksliga abgestiegen“, macht Meier deutlich – immerhin hätten viele Spieler frühzeitig signalisiert, dass sie den Verein verlassen wollen. Nur aus Rücksicht auf die Kreisligamannschaft, die dann in die Kreisklasse abgestiegen wäre, habe man sich anders entschieden. Ein Wiederaufstieg in die – dann eingleisige – Oberliga sei ausgeschlossen. In Meiers Augen ist die eingleisige Oberliga aus Gründen der Wirtschaftlichkeit aber auch für keinen anderen Göttinger Klub eine Perspektive. Gesucht werde noch ein Kotrainer für den zukünftigen Coach Jörg Geilhaupt. „Stand der Dinge“ ist laut Meier, dass „Dimi“ Avdoulidis „aus Zeit- und Altersgründen nichts mehr machen will“.

Bei den A- und B-Junioren habe man in der vergangenen Saison womöglich „zu spät reagiert“, der Abstieg aus den Niedersachsenligen wäre zu vermeiden gewesen. Meier: „Da trage ich eine gewisse Mitschuld.“ Vorwürfe gehen vor allem an den ehemaligen B-Juniorentrainer Thorsten Rettberg, der bereits vor Beginn der Saison zu spät trainiert und zudem eine „schlechte Wintervorbereitung gemacht“ habe. Analog zum Herrenbereich mit dem Sportlichen Leiter Martin Wagenknecht, Coach Geilhaupt und Reserve-Trainer Marc Zimmermann sieht der Vorsitzende jedoch den Juniorenbereich gut aufgestellt. Saisonziel beider Juniorenteams sei der direkte Wiederaufstieg. Während er sich in personeller Hinsicht bei den A-Junioren nicht beklagen könne, drohe jedoch bei den B-Junioren wie beim Herrenteam eine größere Abwanderungswelle. In jedem Fall solle die Jugendarbeit mit lizensierten Trainern „weiter aktiv entwickelt werden“, sie stehe zukünftig im Vordergrund. Schon jetzt bereiten Meier die Teams unterhalb der B-Junioren die größte Freude. „Hier“, sagt er, „ist das Fazit bei den Mannschaften bestens“.

Von Eduard Warda

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