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Meister BG 74 bleibt Sprung in Pro B verwehrt

Basketball Meister BG 74 bleibt Sprung in Pro B verwehrt

Der Plan klang gut. Wenn die Basketball-Regionalliga-Teams der BG 74 am Ende der laufenden Saison die Chance haben, in die 2. Bundesliga aufzusteigen, sollen sie sie auch wahrnehmen dürfen, war bis vor kurzem die einhellige Meinung im Kreis der Verantwortlichen.

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Umsonst gekämpft: Die BG 74, hier mit Trainer Hans-Werner Schmidt (stehend), kann sich den Aufstieg in die 2. Bundesliga Pro B nicht leisten.

Quelle: Pförtner

Um die wirtschaftliche Basis für den Sprung in den Profibasketball zu schaffen und das finanzielle Risiko für den Hauptverein zu minimieren, gründeten die Veilchen im vergangenen September eine Unternehmergesellschaft (UG) mit den Geschäftsführern Andreas Fink und Michael Wiese an der Spitze.

Sportlich läuft auch alles wie am Schnürchen. Die von Hans-Werner Schmidt trainierten Herren um die früheren Bundesligaspieler Marco Grimaldi, Michael Schröder und Robert Dill (Ende Februar berufsbedingt in die USA gegangen) haben noch keine Partie verloren und stehen seit Wochen als Meister fest. Die Damen um Coach Jennifer Kerns führen die Tabelle an und brauchen nur noch zwei Siege zum Titelgewinn. Weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind allerdings Zuschauerzuspruch und Sponsoren-Engagement. Angesichts der fehlenden Mittel haben jetzt Gesamt- und Abteilungsvorstand der BG sowie Beirat, Förderverein und UG „mit Zähneknirschen, aber einstimmig beschlossen“, so Spartenleiter Hans-Werner Schmidt, das Damenteam in die 2. Bundesliga Nord aufsteigen zu lassen, für die Herren aber keinen Lizenzantrag für die Pro B zu stellen. Dieser müsste spätestens am 31. März bei der AG 2. Liga eingereicht werden.

„Wir waren uns immer einig, dass wir kein finanzielles Risiko eingehen, und ich sehe keine Möglichkeit, den Aufstieg der Herren zu realisieren“, bedauert Fink ebenso wie UG-Mitgeschäftsführer Michael Wiese. „Für eine Harakiri-Aktion bin ich nicht zu haben“, stellt er klar. Schon die laufende Saison weise eine Deckungslücke auf, allerdings in sehr begrenztem Rahmen. „Die Entscheidung ist bitter für die Spieler, die so eine tolle Saison gespielt haben, und auch für mich als Trainer, aber wir müssen sie akzeptieren“, pflichtet Schmidt bei. Revidiert werden könne der Beschluss nur, wenn sich quasi sofort eine Gruppe von Sponsoren oder ein Einzelner findet, die oder der in das Projekt Pro B eine sechsstellige Summe investiert.

Nicht nur er, sondern auch viele andere BGer – wie der Fördervereinsvorsitzende Horst Wolf, so Schmidt – hätten erwartet, dass Spieler wie Grimaldi, Schröder und Dill Zugpferde für Sponsoren sein und wesentlich mehr Zuschauer in die FKG-Halle locken würden als die 230, die laut Wiese die Heimspiele im Schnitt besucht haben, gesteht Schmidt. Dass die Damen, deren Besucherschnitt kaum höher ist, den Vorzug vor den Herren erhalten, liegt für Fink aus mehreren Gründen auf der Hand. „Nach dem Rückzug aus der Bundesliga war es immer unser gemeinsames Ziel, die Damen mittelfristig wieder in die 2. Liga zu führen und dann zu schauen, ob es eventuell noch höher gehen kann“, sagt Fink, der auch Teammanager der Damen ist. Entscheidender sei allerdings, dass die Damen kein Lizenzierungsverfahren durchlaufen müssten, die Fahrt- und Schiedsrichterkosten kaum stiegen und bei der Liga lediglich eine Kaution von 5000 Euro hinterlegt werden müsse. Er rechne mit einem Gesamtetat für die Damen von 50   000 bis 60   000 Euro, der von der UG auch finanzierbar sei.

Für die Herren müssten hingegen 150   000 Euro aufgebracht werden, schätzt Fink und fürchtet zudem, dass das BG-74-Team immer im Schatten der Bundesligamannschaft stehen werde – gleichgültig, ob es in der 1. Regionalliga oder der Pro B spielt – und daher für Sponsoren und Zuschauer wenig attraktiv sei. Unter Umständen komme man mit 100  000 Euro hin, wenn das Gros des jetzigen Regionalligateams gehalten werden könne, relativiert Schmidt. Aber auch diese Summe, weiß er, ist zurzeit nicht aufzutreiben. Für den Lizenzantrag selbst würden von der zu zahlenden Kaution in Höhe von 3000 Euro nur 200 Euro als Gebühren einbehalten, hat der Trainer und Abteilungsleiter beim Zweitliga-Treffen am 13. Februar in Kassel erfahren. Der Antrag könne bis Ende Mai ohne Begründung zurückgezogen werden, ohne dass weitere Kosten oder Strafgelder fällig würden. Allerdings müsse er am 31. März komplett vorliegen, andernfalls könne die Liga für jedes Versäumnis Strafgelder in bis zu vierstelliger Höhe verhängen. Zudem müssten für jeden Spieler, der von einem anderen Verein verpflichtet wird, 750 Euro in einen Ausbildungsfond gezahlt werden. Ausländische Spieler müssten darüber hinaus als Vollprofis bezahlt werden.

Vor dem Hintergrund dieser Forderungen haben die BG-Gremien in drei gemeinsamen Sitzungen mit Vertretern des Bundesliga-Lizenzinhabers Starting five (S5) GmbH alternative Strategien und Konstruktionen erörtert, die die Etatdeckung ermöglichen könnten. Eine Option, so Schmidt, sei die Kooperation mit ASC 46 und S5 mit dem Ziel, ein Gesamtkonzept für Göttinger Mannschaften von der Oberliga bis zur 1. Bundesliga unter Einbeziehung der Nachwuchsbasketball-Bundesliga (NBBL) zu entwickeln. Hier habe der ASC abgewinkt, da die Planung für eine Umsetzung in der nächsten Saison zu spät beginnen würde und für ihn die Förderung des Jugendleistungsbereichs Priorität besitze.

Zweite Alternative sei, dass das Pro-B-Team als Farmteam der Bundesliga-Mannschaft mit Doppellizenzspielern unter das Dach der S5 schlüpft. „Wir haben das durchgespielt“, bestätigt S5-Geschäftsführer Marc Franz, „mussten aber schnell erkennen, dass ein solches Konstrukt zum jetzigen Zeitpunkt nicht finanzierbar ist. Sportlich ist es sicher sinnvoll, deshalb könnte es in Zukunft interessant werden. Zum jetzigen Zeitpunkt wäre es aber ein finanzielles Abenteuer, das wir nicht eingehen können“, bedauert Franz. So bleibt Hans-Werner Schmidt und seiner Überflieger-Formation wohl nichts anderes übrig, als erneut in der 1. Regionalliga anzutreten. In der Hoffnung, dass der Stamm der Mannschaft zusammenbleibt, die Spieler nicht in ein tiefes Motivationsloch fallen und den Erfolg der aktuellen Saison wiederholen können, um im nächsten Jahr einen neuen Anlauf zu nehmen.

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