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Mit „Strava“ virtuelle Pokale gewinnen

Beliebte Smartphone-Applikation motiviert Ausdauersportler Mit „Strava“ virtuelle Pokale gewinnen

Sportliche Höchstleistungen wurden früher einmal auf Tafeln niedergeschrieben, die ehrenvoll am Eingang der Stadien prangten. Heutzutage messen sich Läufer und Radfahrer digital: Mit der Smartphone-Applikation „Strava“, einem sozialen Netzwerk für Ausdauersportler, das weltweit mehr als eine Millionen Aktive nutzen.

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Kampf gegen unsichtbare Gegner: Die Smartphone-Applikation „Strava“ verwandelt öffentliche Orte in Wettkampf-Arenen.

Quelle: imago sportfotodienst

Göttingen. „Hole aus jedem Lauf und jeder Radfahrt das Meiste heraus“: So wirbt die Sportler-Plattform, die 2009 entwickelt wurde. Strava zeichnet dank GPS die zurückgelegte Strecke auf und postet sie unmittelbar - auf Wunsch auch direkt in anderen Netzwerken wie Facebook und Instagram. Zudem kann jeder Sportler Segmente anlegen und dort Rekordzeiten aufstellen. Die Schnellsten gewinnen Pokale - virtuelle natürlich.

„Wenn ich alleine trainiere, motiviert mich Strava sehr, auf bestimmten Strecken an mein Limit zu gehen“, sagt der Göttinger Thorsten Wiegmann, der die App fürs Laufen und Rennradfahren nutzt. „Man kennt seine vorherigen Zeiten und die der Anderen für bestimmte Segmente auf der Trainingsrunde, vergleicht sie miteinander und pusht sich dadurch“, verrät der 32-Jährige, der schätzt, dass etwa 5000 Göttinger die App auf ihrem Smartphone installiert haben.Eine Besonderheit an Strava ist, dass man sich auf den festgelegten Streckenabschnitten nicht nur mit Freunden oder Vereinskollegen messen kann, sondern auch mit Profis. Strava verwandelt öffentliche Orte in Wettkampfarenen.

Schwer zu beantworten scheint die Frage, ob Apps wie Strava Fluch oder Segen sind: „Ich sehe bei dem Thema zwei Seiten“, sagt Dr. Arne Göring, der stellvertretende Leiter des Hochschulsports Göttingen. „Studien zeigen eindeutig einen positiven Effekt, weil sich die Motivation von Sportlern erhöht. Zudem sind Rückmeldungen ein wichtiger Bestandteil eines Trainingsprozesses.“ Dem stünden aber nicht zuletzt „moralische Fragen“ gegenüber: „Wie weit wollen wir mit unseren Offenbarungen im Netz gehen? Setzen wir andere unter Druck? Wird unser Sporttreiben vielleicht als Angeberei betrachtet?“, so Göring, der im Themenfeld Sportsoziologie und Sportpsychologie promoviert hat.

Noch vor einem Jahrzehnt erzählte man Freunden beim nächsten Treffen davon, wie lange oder wie schnell man unterwegs war. Heute kennen sie dank Strava schon alle Details, während man selbst noch unter der Dusche steht. Eifrig wird gesportelt, gepostet, verglichen und kommentiert - und betrogen.

Die Rede ist davon, dass Läufer - fixiert auf neue Bestzeiten - Segmente mit dem Rad fahren oder Radfahrer ihr Zweirad ins Auto laden. Eine ziemlich logische Folge in einer ergebnisfokussierten Gesellschaft. „Personen, die das tun, missbrauchen den Sport für die eigene Inszenierung und die Blendung der Anderen. Das ist ein bisschen wie Doping“, findet Göring. Digitales Doping, müsste man in diesem Fall wohl sagen.

Strava und Runtastic als Trainingstagebuch

Seit ihrer Einführung im Jahr 2009 erfreuen sich Fitness-Apps wie Strava und Runtastic zunehmender Beliebtheit. Sie zeichnen die zurückgelegte Strecke auf, zeigen Durchschnittsgeschwindigkeit und Höhenmeter an und sind damit etwas, das man früher „Trainingstagebuch“ nannte. Im Gegensatz zur Premium-Version, die erweiterte Funktionen bietet, ist die Einsteiger-Variante der Apps kostenlos. Strava fokussiert sich dabei im Besonderen auf den Wettkampf gegen unsichtbare Gegner.

Von Timo Holloway

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