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05: Heimatlos im Maschpark

Möglicher Verkauf der Sportanlage 05: Heimatlos im Maschpark

Der 1. SC Göttingen 05 will als Klub zusammenwachsen, und darum sollen nach Möglichkeit sämtliche neun Teams des Fußballvereins an einem Ort trainieren. Wird ein Teil des Maschparks für gewerbliche Zwecke verkauft, könne man sich nur schwer eine Zukunft auf der städtischen Fläche vorstellen, bekräftigt 05-Vizepräsident Michael Wucherpfennig.

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Die Spieler des 1. SC Göttingen 05 (links) auf dem B-Platz des Maschparks vor dem Anpfiff des letzten Landesligaspiels 2016/17 gegen den TSV Hillerse.

Quelle: Swen Pförtner

Göttingen. Ein Verkauf müsste unter Umständen aber noch vom Stadtrat abgesegnet werden.

Wie argumentiert der 1. SC 05?

Grundsätzlich wolle man sich nicht über den Maschpark beschweren, sagt Wucherpfennig. Aber: „Er bietet momentan keine Heimat, und ein geregeltes Vereinsleben ist nicht möglich.“ So hätten die A-Junioren zum Teil in Settmarshausen trainiert, die C-Junioren in Elliehausen. Der Grund: Im Maschpark tummeln sich noch andere Klubs, beispielsweise NK Croatia, HNK Göttingen Inter Roj oder die Footballer der BG 74.

Werden die Probleme nicht durch den neuen Kunstrasenplatz im Maschpark gelöst, der 2018 gebaut werden soll?

„Wir verlieren mehr, als wir gewinnen“, sagt Dominic Steneberg, Mitglied des 05-Beirats und CDU-Ratsherr, für den die Maschpark-Pläne keine vernünftige Weiterentwicklung der Sportstätte sind. Konkret: Sollte mehr als die Hälfte des momentanen B-Platzes für gewerbliche Nutzung veräußert werden, blieben nur noch A-Platz und der zu bauende Kunstrasenplatz als Großspielfelder. Hinzu käme ein Kleinspielfeld. Und dann müsste sich Schwarz-Gelb auch noch mit 50.000 Euro am Kunstrasenplatz beteiligen, will es Erstnutzungsrecht und Entgeltbefreiung haben. „Wir müssten 50.000 Euro zahlen, hätten aber keine Perspektive“, sagt Wucherpfennig.

Ist denn der Verkauf der „Vorratsfläche für gewerbliche Nutzung“, im Süden angrenzend an das Unternehmen O.R.T., das nach Tageblatt-Informationen dringend expandieren will, schon in trockenen Tüchern?

Laut Auskunft der Stadt Göttingen, die der Eigentürmer ist, umfasst der Maschpark 20.000 Quadratmeter, und „für etwas weniger als ein Viertel der Fläche bahnt sich ein Verkauf an“. Ob der Stadtrat zustimmungspflichtig ist, hänge laut Stadt von sogenannten Wertgrenzen ab: Liege der Verkaufspreis bei 600.000 Euro oder darüber, beschließe der Rat, liege er darunter, der Verwaltungsausschuss. Tatsache ist laut Stadt: Der Beschluss über die Änderung des Bebauungsplanes 35 im Jahr 2011 besagt, dass die Fläche gewerblich genutzt und damit vermarktet werden soll.

Was sagt der Betreiber, die städtische Tochter Göttinger Sport und Freizeit GmbH (GoeSF), zu den 05-Problemen?

„Ich sehe keine Verschlechterung, es sei denn, man sagt: Kunstrasen ist doof. Das wäre allerdings ein Alleinstellungsmerkmal“, sagt GoeSF-Geschäftsführer Alexander Frey. „Es gibt eher mehr Trainingsmöglichkeiten und eine bessere Planbarkeit.“ Im Hinblick auf den schlechten Zustand des C-Platzes, also des Hartplatzes, auf dem der Kunstrasen entstehen soll, habe man bisher lediglich rechnerisch drei Großfelder gehabt, de facto aber nur zwei. Nun sei zudem der Kunstrasenplatz ganzjährig zu bespielen.

Könnte ein möglicher Verkaufserlös nicht in den Bau des Kunstrasenplatzes fließen?

So ist es geplant, unterstreicht Frey: „Der Erlös wird in die Finanzierung des Kunstrasenplatzes gesteckt.“ Das würde 05 aber nicht vom Eigenanteil befreien, sollte ein Erstnutzungsrecht und eine Entgeltbefreiung gewünscht sein.

Gibt es alternative Ideen?

Ja, und zwar spektakuläre, aufgezählt von 05-Vizepräsident Wucherpfennig: „Möglichkeit A: Wir ziehen mit allen Mannschaften in den Jahnsportpark um. Möglichkeit B: Wir fusionieren mit einem Verein, der einen Platz hat. Möglichkeit C: Wir kaufen irgendwo im Speckgürtel Göttingen einen Acker und bauen dort einen Fußballplatz.“ B und C seien „nicht bitterernst“ gemeint, A schon: Wucherpfennig träumt von einem Tausch - Teams wie der SV Puma, die momentan im Jahnsportpark spielen, könnten in den Maschpark umziehen, und 05 ginge mit sämtlichen Teams ans Jahnstadion. Passend dazu ein finanzieller Vorschlag von Wucherpfennig: Der 1. SC 05 entrichtet die 50.000 Euro Eigentanteil für den Maschpark-Kunstrasenplatz und erhält dafür Erstznutzungsrecht für den Kunstrasenplatz am Jahnstadion.

Was sagt die GoeSF dazu?

„Wir sind gerne bereit, dem 1. SC 05 zu den besten Trainingsmöglichkeiten zu verhelfen, aber was nicht geht, ist, wenn sich ein Sportverein das raussucht, was für ihn am schönsten ist, und andere Klubs ihre angestammten, traditionellen Spielfelder verlassen müssen“, sagt Frey. Man werde den Vorschlag aber „ernsthaft prüfen, ohne jedoch das legitime Interesse anderer Vereine zu ignorieren“. Wucherpfennig berichtet, dass Frey ihm eine Entscheidung bis zum Sommer zugesagt habe. Wenn die GoeSF sich mit den Teams, die momentan im Jahnsportpark spielen, ausgetauscht habe, komme vielleicht heraus, dass für sie ein Umzug „gar nicht so schlimm“ wäre.

Hat 05 den Maschpark damit schon abgeschrieben?

Keinesfalls, auch wenn Wucherpfennig folgende Rechnung aufmacht: Selbst wenn andere Fußballteams umziehen würden, gebe es immer noch die Footballer, die oftmals den A-Platz belegten. „Dann spielen wir mit unseren neun Mannschaften 365 Tage bei 27 Trainingseinheiten pro Woche auf dem Kunstrasenplatz. Wichtig ist Wucherpfennig, dass 05 eine „Heimat“ erhält: „Wenn wir ein Vereinsleben aufbauen wollen, dann klappt das nur an einem Ort.“

Steneberg vom 05-Beirat ergänzt: „Es gibt viele Ideen, etwa mit Sponsorenhilfe eine Grillhütte zu bauen, die Tribünen herzurichten. Aber so muss man erst mal still halten.“ Tatsache sei, so könne man es zugespitzt formulieren, dass „eine Breitensportanlage für die Industrie platt gemacht“ werde - gemeint ist der B-Platz, der um mehr als die Hälfte schrumpfen würde. Präsident Thorsten Richter fände das „sehr traurig“.

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