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„Oft reicht uns ein Augenkontakt“

Schiedsrichterfamilie aus Mingerode „Oft reicht uns ein Augenkontakt“

Pfeifen ist ihre Passion. Mit Vater Andrew (48 Jahre) und den Söhnen Niklas (24) und Maurice (21) ist im Hause Milczewski gleich ein Trio als Schiedsrichter aktiv. Der SC Eichsfeld, für den sie pfeifen, wurde auch wegen der Milczweskis im Rahmen der Aktion „Fleißige Schiedsrichter“ geehrt.

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Schiedsrichter sein liegt bei ihnen in der Familie: Andrew, Maurice und Niklas Milczewski.

Quelle: Richter

Mingerode. Schon 1983 fing Milczweski senior an, Partien zu leiten. Als Mingeröder Spielertrainer legte er zwar eine Pause ein, doch diese war nur vorübergehend. Heute leitet der Bürokaufmann Partien auf Bezirksebene und ist als Assistent an der Seitenlinie aktiv - manchmal auch, wenn seine Söhne pfeifen. In der Landes- und Oberliga war das Familiendreigestirn sogar gemeinsam als Gespann aktiv. „Das waren einmalige Erlebnisse“, erinnert sich Niklas, der in Göttingen Betriebswirtschaftslehre studiert. Ein Headset brauchen die Milczewskis nicht, um perfekt zu harmonieren. „Oft reicht uns ein Augenkontakt, um eine Situation zu bewerten“, erklärt Maurice. Einmal wurde Andrew gar für den älteren Bruder gehalten. „Da hatte ich nichts gegen“, gibt das Familienoberhaupt lachend zu.

Die Söhne fingen bereits im frühen Alter an, Spiele zu leiten. Rasch wurde ihr Talent erkannt. Inzwischen kommen Niklas und Maurice, der aktuell eine Polizeiausbildung durchläuft, viel herum. Beide pfiffen und pfeifen in den Jugend-Bundesligen sowie in den höherklassigen Herren-Konkurrenzen, sind dort auch als Assistenten gefordert. Niklas fungierte bereits mit 19 Jahren als Spielleiter in der Oberliga. „Am Anfang ist man noch unsicher, aber mit der Routine entwickelt man immer mehr Selbstsicherheit“, sagt der 24-Jährige, der unter anderem den aktuellen Schalker Shootingstar Leroy Sané bei einem B-Junioren-Bundesligamatch pfiff.

Auf Schalke hatte Niklas bisher auch seinen größten Auftritt. Vor knapp eineinhalb Jahren war der Student in der Veltins-Arena im Halbfinale der deutschen A-Junioren-Meisterschaft zwischen dem königsblauen Nachwuchs und der TSG 1899 Hoffenheim vor rund 11 000 Zuschauern gefordert. Die Partie wurde zudem live bei „Sport1“ ausgestrahlt. „Das war eine enorme Herausforderung“, gibt er zu. Bruder Maurice musste jüngst als Final-Unparteiischer beim Sparkasse & VGH-Cup in der Göttinger Lokhalle vor knapp 4500 Besuchern seinen Mann stehen. „Da merkt man erst mal, was so eine Kulisse bewirken kann“, sagt der angehende Polizist.

Zwar seien als Schiedsrichter klare Entscheidungen und ein eindeutiges Auftreten unabdingbar, doch die Milczewskis sehen sich eher „als Begleiter“ denn als Aufpasser der Spieler. Dass man schnell entscheiden, Souveränität ausstrahlen und auch mal hart durchgreifen muss, empfinden die Söhne als „perfekte Berufsvorbereitung“ und Chance, sich als Persönlichkeit auch außerhalb des Sports schon früh weiterzuentwickeln. Dazu gehört auch Kritikfähigkeit. „Wir besprechen uns nach Spielen und tauschen uns aus“, verrät der Vater, der stolz auf den Schiedsrichter-Werdegang seiner Sprösslinge ist. „Die machen das schon ganz gut“, sagt er mit einem Augenzwinkern.

Freie Wochenende gibt es für die fleißigen Schiedsrichter aus dem Eichsfeld, die dem Videobeweis eher skeptisch gegenüberstehen („Das würde den Spielfluss stören“) kaum. Pausiert der Ligaspielbetrieb, stehen Testspiele oder Turniere an. Das Fußball-Pay-TV-Abo hat Vater Andrew deshalb auch gekündigt. „Das“, sagt er, „hat sich einfach nicht mehr gelohnt.“ Das Zuhause der Milczweskis ist am Wochenende nämlich in der Regel der Sportplatz

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