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Para-Tischtennis-Nationalspieler trainieren in Göttingen

„Es ist immer noch Luft nach oben“ Para-Tischtennis-Nationalspieler trainieren in Göttingen

„Wir freuen uns wie Bolle“, postete der Tischtennis-Paralympicssieger sowie mehrfache Welt- und Europameister Holger Nikelis (36) die frohe Botschaft gleich zum Jahresauftakt aus seinem neuen Wohnort Fulda, ehe er sich auf den Weg zum SCW Göttingen machte.

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Gemischtes Doppel: Yannik Rüddenklau, Maik Schönknecht, Marie-Sophie Wiegand und Valentin Baus (v.l.).

Quelle: Pförtner

Göttingen. Unter dem Motto „Inklusion aktiv erleben“ trainierten acht Spieler und Spielerinnen der Tischtennis-Nationalmannschaft des Deutschen Behinderten-Sportverbandes mit über 30 Jugendlichen aus Göttingen und der Region gemeinsam in der Weender Sporthalle.

Die Begegnung nutzten die Teilnehmer, um sich mit den  Stars der Rollstuhl-Tischtennisszene „auf Augenhöhe“ zu messen und auszutauschen. Zum zweiten Mal nach 2014 machte die Inklusionstour Station in Weende. „Das war wieder ein voller Erfolg“, betonten der SCW-Vorsitzende Wilfried Schicktanz  und das hoch motivierte Organisationsteams um Frauke Alves.

Es galt einmal mehr Berührungsängste, Vorbehalte und Unsicherheiten abzubauen und gleichsam die Wahrnehmung für Menschen mit Behinderung zu erhöhen. Beeindruckt davon zeigte sich auch Ludwig Theuvsen, Vorsitzender des CDU-Stadtverbandes Göttingen und selbst ehemaliger Tischtennisspieler.

Auch dem 16-jährigen Jonathan Koch von Torpedo Göttingen und den beiden Schwestern Kristin (17) und Julia Roloff vom SCW  ging die aktive Begegnung mit Behindertensportlern spürbar unter die Haut: „Die positive Entwicklung der gelebten Integration muss weitergehen. Wir wollen behinderten Sportlern weiter die Türen öffnen“, haben  sich die Beiden vorgenommen.

Ebenfalls viel Spaß hatte der 18-jährige Bochumer Rollstuhl-Tischtennisspieler Valentin Baus, der Weltmeister von 2014: „Wir haben auf unserer Inklusionstour zwar schon viel erreicht, aber es ist immer noch Luft nach oben.“ Auch in Südniedersachsen: „Wir sind in dieser Region  immer noch der einzige Verein, der Inklusion betreibt“, sagte Weendes Trainer Joachim Vogt, der es sich seit 2009 zur Aufgabe gemacht hat, im SCW Göttingen die gemeinsame sportliche Aktivität von behinderten und nichtbehinderten Sportlern weiter voranzubringen.

„Wir möchten Vorurteile abbauen“

So trainieren und spielen Aktive mit Behinderung mit Spielern ohne Behinderung auch im Ligabetrieb zusammen. Was für den Weender Rollifahrer Matthias Kleinert (38) „mittlerweile zur Routine geworden ist“, auch wenn es neben dem Schläger, dem kleinen Spielball und dem Tisch unter anderem auch noch den Rollstuhl zu beherrschen gilt.  

„Wir möchten Vorurteile abbauen, die Faszination für den Sport von Menschen mit Behinderung wecken sowie Respekt und Toleranz fördern“, unterstreicht Paralympicssieger Holger Nikelis, der Initiator von „sport grenzenlos“, dem innovativen Projekt zur Förderung und Verbreitung des Sports von Menschen mit Behinderung.

Und so schwebt Nikelis – wie er erstmals gegenüber dem Tageblatt kundtat – in Göttingen eine mehrtägige Inklusionstour an unterschiedlichen Orten und Institutionen der Stadt mit Diskussions-, Gesprächs- und Fragerunden sowie Show- und Mitmachaktionen vor. Zum Beispiel im Kaufpark, an Schulen, der Uni oder in der Pause eines Basketball-Bundesligaspiels.

Und das in Anlehnung an ein Pilotprojekt, das vor etwa einem Jahr in Osthessen unter dem Motto „Behinderung in Fulda?! Nicht mit uns“ ein voller Erfolg war.

Von Ferdinand Jacksch

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