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400 Sportler bekommen eigenes Gelände

Parkour-Park neben Sparkassen-Arena entsteht 400 Sportler bekommen eigenes Gelände

Der Ausbau des Sportparks West neben der Sparkassen-Arena nimmt Formen an. Neben dem gut frequentierten Skate-Park könnte schon dieses Jahr ein Parkour-Park entstehen, der 2018 fertiggestellt werden soll. Die Nachfrage ist gewaltig, an der Planung sind die Sportler selbst beteiligt.

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Parkourläufer in Aktion: Hier noch vor der Göttinger Stadthalle, bald im eigenen Parkour-Park neben der Sparkassen-Arena.

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Mehr als 400 Parkourläufer gibt es in Göttingen, gleichmäßig verteilt auf den ASC 46 und Hochschulsport. „Wir mussten einen Aufnahmestopp verhängen, weil nicht mehr Sportler in die kleine Halle am Waldweg passen“, berichtet ASC-Abteilungsleiter Vincent Stirling. Die Lösung: Eine Freiluft-Fläche muss her, an der sich die Traceure austoben können. Für die Erweiterungsvorschläge des Trendsport-Areals zeigte sich die Göttinger Sport und Freizeit GmbH offen. Die Kosten in Höhe von rund 250000 Euro werden voraussichtlich größtenteils aus Bundesmitteln finanziert, dazu spenden die Rotarier. Ebenfalls vorgesehen ist ein angrenzender Bike-Park, konkrete Planungen hierfür werden wohl aber erst nächstes Jahr vollzogen. Für die Umsetzung des etwa 350 Quadratmeter großen Bauvorhabens zeichnet das Architekturbüro Simplus unter Leitung von Oliver Leifheit verantwortlich.
Wobei der Architekt betont: „Wir sind nur das Werkzeug, das die Ideen der Sportler aufs Papier bringt.“ Der Planungsentwurf sieht ein Stangengerüst, Mauern, Hindernisse und Schwebebalken vor. „Wir haben uns aus der ganzen Welt Inspiration geholt, vor allem dort, wo Parkour besonders populär ist. In Dänemark gibt es viele nach oben gebaute Flächen, in Russland mehr Stangen. Hier entsteht ein Mix“, sagt Medizinstudent Lucas Mittermeier vom Hochschulsport. „Alles ist miteinander vernetzt, aber die Elemente können auch einzeln genutzt werden. Zum Beispiel sind die Stangen gut für Calisthenics geeignet“, ergänzt Stirling.


Leifheit, der an der Roxx-Erweiterung beteiligt war, rechnet damit, dass der Rohbau Ende 2017 stehen könnte. „Bis Mai 2018 könnte frühestens die ganze Anlage fertig sein“, glaubt der 46-Jährige. Der Parkour-Park wird in der Region  seinesgleichen suchen. „Meines Wissens nach befindet sich erst in Wolfenbüttel wieder einer“, meint der 24-jährige Stirling, der Sport und Biologie für Lehramt studiert. „Es ist erstaunlich, dass es noch kein breiteres Angebot für Parkour in Deutschland gibt. Der Sport ist attraktiv, und man benötigt nicht einmal eine teure Ausrüstung, um ihn auszuüben“, sagt Leifheit. Dabei gibt es längst Firmen, die sich auf den Bau von Parks spezialisiert haben, und Unternehmen, die mit Kinofilmen über den Trendsport große Umsätze erwirtschaften.
„Dadurch, dass wir Parkourläufer uns eingebracht haben und bald unter freiem Himmel trainieren können, bekommt der Park in Göttingen einen ganz besonderen Spirit“, sagt Norman Lichtenberg. Der 22-Jährige verdient als Freiberufler mit Parkour sein Geld, wird regelmäßig für Werbevideos gebucht und arbeitet als Trainer beim ASC. Wettkämpfe seien nicht geplant, aber vielleicht lasse sich die ein oder andere Show-Veranstaltung ausrichten. Der Standort in der Weststadt sei hervorragend. Zumal der Park TÜV-geprüft wird und damit deutlich mehr Sicherheit gewährleistet, als es an einem urbanen Standort wie zum Beispiel der Stadthalle möglich ist.
Parkour, das ist für die Aktiven teilweise eine Lebenseinstellung. „Wir treten in Interaktion mit der Umgebung und sind daran interessiert, unsere Umwelt zu erhalten, um weiter dort zu trainieren“, sagt Mittermeier. Stirling ergänzt: „Es ist wie im echten Leben. Hindernisse lassen sich nur schrittweise überwinden und meistens nicht beim ersten Versuch. Irgendwann schafft man es jedoch.“ Das ihr Traum von einem Parkour-Park Realität wird, haben die Sportler nun geschafft.

Mix aus Effizienz, Akrobatik und Ästhetik

Parkour stammt aus dem Pariser Vorort Lisses. Dort wurde es Ende der 1980er-Jahre von David Belle entwickelt. Der Franzose ließ sich hierbei von seinem Vater, dem Vietnam-Veteranen Raymond Belle, inspirieren. Dieser hatte im Krieg die Kunst der Bewegung durch die Landschaft im Einklang mit ihren natürlichen Hindernissen gelernt. David Belle übertrug dies als effektive Fortbewegungsmethode von A nach B im urbanen Raum. Dabei bezog der heute 44-Jährige Hindernisse wie Mauern, Papierkörbe, Treppen, Wasserläufe und Bäume mit ein. Populär wurde die Sportart zu Beginn des Jahrtausends durch TV-Dokumentationen aus England. Parkour hat sich seither stark weiterentwickelt: zur effizienten Fortbewegung gesellten sich akrobatische Elemente und der ästhetische Faktor. Mittlerweile gibt es sogar Wettbewerbe, bei denen es um Geschwindigkeit und Stilistik geht. Am bekanntesten ist „Red Bull Art of Motion“. Ganz wichtig: Die Athleten legen großen Wert darauf, dass sie Parkour betreiben, nicht Parcours.

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