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Patrick tritt nach Gala auf die Euphorie-Bremse

Basketball-Bundesliga Patrick tritt nach Gala auf die Euphorie-Bremse

Dieser Sieg im Derby gegen die New Yorker Phantoms Braunschweig tat richtig gut. Die Revanche für die bittere, weil vermeidbare 82:88-Niederlage vor drei Wochen in Braunschweig war Balsam für die Seele. Nicht nur für die der Akteure und Funktionäre der BG Göttingen, sondern auch für Fans und Anhänger. 500 von ihnen waren zwei Tage vor Heiligabend mit nach Braunschweig gereist und bekamen damals sonderbar blutleere Veilchen zu sehen. Doch ausgerechnet diesen Jubel nach dem achten Heimsieg in Serie, der den Nimbus der Unbesiegbarkeit in der Lokhalle weiter stärkt, nutzte BG-Headcoach John Patrick zum Tritt auf die Euphorie-Bremse.

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Quelle: Theodoro da Silva

Strahlende Augen und freudiges Lächeln dominierten am Sonnabend nach der 86:60 (72:47, 46:32, 29:11)-Galavorstellung in den violett-farbenen Reihen. Auf der anderen Seite schlichen die Braunschweiger gedemütigt und mit hängenden Köpfen aus der mit 3474 Zuschauern ausverkauften Lokhalle. BG-Dompteur John Patrick schickte die Löwen mit der fünften Niederlage in Serie auf die kurze Heimreise.

Der Gastgeber verwöhnte den Anhang mit einer fast perfekten Vorstellung. Auch ohne die Leistungsträger Oliver und McNaughton gelang es den Veilchen, ihren Tempobasketball zu zelebrieren. Und mit ihrer unnachahmlichen Art zu verteidigen, erzwangen sie nicht nur unzählige Ballverluste, sondern raubten den Braunschweigern auch die Nerven. Besonders Phantoms-Guard John Allen war dem Defensiv-Druck nicht gewachsen.

Schon nach dem ersten Viertel waren die Zuschauer – unter ihnen auch Rainer Hald, Chef des Spieltagssponsors Sparkasse – begeistert. Über 17:0 (6.) gewann die BG das erste Viertel mit 29:11. Und auch im zweiten Quarter raste der Veilchen-Express übers Lokhallen-Parkett.

„Das war aber noch weit entfernt von einem perfekten Spiel. Wir haben einiges recht gut gemacht, aber uns doch noch recht viele Fehler erlaubt. Vor allem gegen Ende des zweiten und zu Beginn des dritten Viertels“, kritisierte Patrick. Der Coach sprach dabei jene Phase an, als die Braunschweiger zeitweise eine Zonen-Verteidigung spielten und so die Veilchen doch in Verlegenheit brachten. Das behagliche Polster von 26 Punkten Vorsprung (44:18/17.) lud die Gastgeber aber anscheinend zusätzlich ein wenig zum Verweilen ein. Als die Partie beim 48:40 (24.) wieder eng zu werden drohte, besann sich die BG aber wieder ihrer Stärke.
In der Offense übernahm der wieder erstarkte Ben Jacobson die Verantwortung und setzte seine Mitspieler glänzend in Szene. Er verteilte acht Vorlagen, die zu Punkten wurden (Assists) – ein Top-Wert. Mit schnellen Pässen und konsequenten Blocks spielten die Veilchen ihr Schützen frei, und durch fünf Dreier binnen drei Minuten von Jacobson, Topscorer Anderson (2), Kulawick und Meeks lag die BG wieder 70:47 in Front (30.). Die ersten Fans fingen bereits an, den Sieg im Derby zu bejubeln.

Doch nicht alle Veilchen feierten den Triumph nach Spiel-ende überschwänglich. Zum Beispiel der derzeit verletzte, aber fürs All-Star-Game am kommenden Sonnabend in Bonn nominierte BG-Topscorer Chris Oliver. Verhalten und irgendwie in sich gekehrt verfolgte er das Match am Ende der Spielerbank sitzend. Und auch als die Sieges-Humba angestimmt wurde – dem Anlass entsprechend abgewandelt mit „Derbysieger“ und der mit Inbrunst vorgetragenen Strophe „wir machen Braunschweig platt“ – kam Oliver nicht so recht aus sich heraus. „Er muss wohl eine Kernspin-Untersuchung über sich ergehen lassen. Wir müssen wissen, wie schwerwiegend seine Knieverletzung ist“, sagte Patrick. Sorgenvoll fügte er an: „Ich bin besorgt und habe Zweifel, dass er am Dienstag in Oldenburg, oder am Freitag in der Lokhalle gegen Düsseldorf spielen wird. Und auch sein Einsatz beim All-Star-Match am Sonnabend in Bonn ist natürlich in Gefahr.“

Von Mark Bambey

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