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Patrick wirft Dirk Bauermann Rassismus vor

Basketball-Bundesliga Patrick wirft Dirk Bauermann Rassismus vor

National-Trainer Dirk Bauermann hat die Basketball-Bundesliga (BBL) und die Klub-Manager scharf attackiert. MEG-Sportchef John Patrick empfindet die Kritik als „nicht fair“, Starting-five-Geschäftsführer Marc Franz ist gar „schockiert“. BBL-Chef Jan Pommer charakterisiert Bauermann als „doppelzüngig“ und wünscht sich eine Entschuldigung. 

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Quelle: Theodoro da Silva

Bauermann kritisierte, dass deutsche Spieler zu wenig Einsatzzeiten bekommen und nannte die BBL ein „entfremdetes Produkt, das niemandem weiterhilft“. BBL-Geschäftsführer Jan Pommer traf die Kritik „vollkommen unerwartet“. Erst zwei Tage zuvor habe er sich mit Bauermann getroffen und auch über das Thema Nachwuchsförderung gesprochen. „Der Bundestrainer hat schon gesagt, dass er sich bei der Umsetzung der Quotenregelung für deutsche Spieler eine schnellere Umsetzung wünscht. Aber er hat uns versichert, dass er den von uns eingeschlagenen Weg respektiert. Jetzt bin ich ratlos und empört“, sagte Pommer. 

Während der BBL-Chef die Aussagen Bauermanns, der sich als Bambergs BBL-Coach gerne auch die Dienste ausländischer Spitzenspieler sicherte, als „doppelzüngig“ charakterisierte, nannte Patrick das Vorgehen des 51-Jährigen schlicht „nicht fair. Wer deutsche Spieler wie Okulaja, Hamann, Garrett oder Greene in seinem Team hatte, der kann so reden. Aber jeder einzelne dieser Deutschen kostet mehr als unser komplettes Team. Mit einer Deutschen-Quote hätten höchstens drei Teams die Chance, Deutscher Meister zu werden. Das wäre das Aus des deutschen Basketballs.“ 

Zeigte sich Patrick von jenen Aussagen Bauermanns enttäuscht, so gab es ein Zitat, das ihn „furchtbar wütend“ gemacht hat. „Wir beschäftigen amerikanische Spieler, die in den USA im Supermarkt Kisten schleppen würden, wenn sie nicht hier spielen würden“, schimpfte Bauermann gegenüber der Nachrichtenagentur dpa. „Das ist purer Rassismus“, sagte Patrick entrüstet und hatte eine wichtige Information für den Bundestrainer: „Er sollte sich informieren, bevor er mit solchen falschen Aussagen an die Öffentlichkeit geht. Bei uns im Team spielen zum Beispiel Jungs, die als Anwälte, Richter oder Bankkaufmänner arbeiten könnten. Sie lieben aber Basketball. Für mich ist es eine Freude, mit diesen Spielern zu arbeiten.“

Alba-Coach: „Heuchelei“

Marc Franz, Geschäftsführer des Lizenzinhabers Starting five, ist „schockiert“ von Bauermanns Äußerungen und hält die Kritik, „die der Sache nicht dienlich ist“, für „absolut unangemessen“. Er habe zwar „große Sympathien“ dafür, deutsche Spieler zu „local heroes zu machen, das Leistungsgefälle ist aber zu groß. Die deutschen Spitzenspieler können wir einfach nicht bezahlen.“

Auch Alba-Coach Luka Pavicevic bezog Stellung zu der von Bauermann, der gestern telefonisch nicht zu erreichen war, losgetretenen Deutschen-Quoten-Diskussion. „Für mich ist das Heuchelei. Es gibt Regeln, an die wir uns halten“, sagte Pavicevic in der Pressekonferenz nach dem Spiel gegen Ludwigsburg. 

Pommer will sich jetzt Zeit nehmen, um dem Bundestrainer einen Brief zu schreiben. Kontakt hatten sie in den vergangenen Tagen nicht. „Ich würde eine Entschuldigung begrüßen, erwarte sie aber nicht. Es gibt einiges zu klären“, unterstrich der BBL-Chef. 

                                                                                                              Von Mark Bambey

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