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„Platzwarte sind wie Schachspieler“

Tageblatt-Serie Platzwarte in der Region „Platzwarte sind wie Schachspieler“

Wer mit Jörg Günther spricht, lernt schnell: Bei der Platzpflege ist es nicht etwa mit Mähen und Bewässern getan. Es ist vielmehr eine Wissenschaft für sich.

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Jörg Günther kümmert sich als GoeSF-Kolonnenführer hauptverantwortlich darum, dass auf sieben städtischen Sportplätzen das Grün sprießt.

Quelle: Harald Wenzel

Göttingen. Seit 20 Jahren pflegt Günther Sportanlagen für die Göttinger Sport und Freizeit GmbH (GoeSF), seit einem ist er als Kolonnenführer für sieben Plätze verantwortlich. Mit dieser Tätigkeit ist der 51-Jähriger derzeit mehr als ausgelastet. Sommerzeit heißt für Platzwarte nämlich Regenerationszeit.

Mindestens acht Stunden Platzpflege

Aber nicht etwa die eigene Erholung steht hierbei im Vordergrund, sondern die der Rasenplätze. „Nach Monaten intensiver Belastung muss das abgetretene Spielfeld wiederhergestellt werden, um den Spielbetrieb in der nächsten Saison zu gewährleisten“, sagt Günther. Konkret heißt das für den Göttinger und seine sieben Mitstreiter, die den Job in mehrwöchigen Seminaren gelernt haben: täglich mindestens acht Stunden Platzpflege - zusätzlich zu Instandhaltungsaufgaben an den Sportanlagen wie beispielsweise dem Baumbeschnitt und der Reparatur von Zäunen.

Günther hat ein Näschen dafür, in welchem Zustand sich ein Geläuf befindet: „Wenn man mit dem Spaten in den Rasen sticht, riecht man häufig den hohen CO2-Gehalt im festgetretenen Boden. Ziel muss es dann sein, den Erdboden zu lockern, damit neuer Sauerstoff hineinkommen kann.“ Besonders beanspruchte und verdichtete Stellen sind neben dem Fünfmeterraum auch die Außenlinie, wo unter anderem der Linienrichter viel unterwegs ist.

Nach Bearbeitung der Problemzonen ist eine bessere Durchlässigkeit für Wasser gewährleistet, und das Gras kann tiefere Wurzeln schlagen. Allerdings: Das braucht seine Zeit. „Vier bis sechs Wochen sind optimal“, betont der in Riekenrode aufgewachsene Günther. Diese doch recht umfangreiche Zeitspanne verursacht Probleme mit den Fußballern, die sich ärgern, dass ihre Plätze bei bestem Wetter nicht bespielbar sind. „Alle möchten einen Golfrasen und wollen jederzeit spielen.

Mehrere Schritte im Voraus planen

Das geht natürlich nicht, aber im Großen und Ganzen stimmen wir uns gut mit den Vereinen ab und drücken, wenn möglich, auch mal ein Auge zu“, berichtet Günther. Dennoch wünscht sich der gelernte Dachdecker ab und an mehr Verständnis: „Wir Platzwarte sind wie Schachspieler und müssen mehrere Schritte im Voraus planen.“ Das sei auch während der Saison so, wenn es um die witterungsbedingte Absage von Spielen geht, wobei Fingerspitzengefühl gefragt ist. „Ist die Beanspruchung bei Regen oder Frost zu hoch, ist die gesamte Arbeit ruck-zuck zunichte gemacht.“

Ernste Konflikte mit Vereinen sind jedoch sehr selten. Und einen perfekt bespielbaren Rasen zu sehen, lässt Günther mit Inbrunst sagen: „Die Arbeit macht auf alle Fälle sehr viel Spaß.“

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