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Selbst im Urlaub wird gestrampelt

Radsport Selbst im Urlaub wird gestrampelt

Wer Naima Diesner auf ihre Leidenschaft Radsport anspricht, muss sich um das Unterhaltungsprogramm der nächsten Stunden keine Gedanken machen. Denn dann redet die 27-Jährige wie ein Wasserfall und mit großer Begeisterung. Zum Beispiel über die Mountainbike-Transalp, bei der sie am Sonntag an den Start geht.

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Sportwissenschaftler Jens Claussen von move100 mit Naima Diesner

Quelle: Hinzmann

Göttingen. Eigentlich arbeitet die Göttingerin als plastische Chirurgin im Krankenhaus Neu Bethlehem. Schnell entsteht jedoch der Eindruck, dass die Doktorandin sich primär als Radsportlerin versteht. „Es ist mehr als ein Hobby, mein Tagesablauf ist darauf eingerichtet“, gibt Diesner zu. Ihr Freund Domenik Theodorou, Athletiktrainer und Teammanager der BG Göttingen, weiß bestens, wovon die Rede ist. „Der Arme muss leiden, weil ich selbst im Urlaub auf Rhodos jeden Tag trainiert habe, da im Anschluss ein Etappenrennen in Österreich anstand“, berichtet das Gänseliesel von 2008.

Das Investment zahlt sich aus. Seit einem Jahr startet Diesner, deren Lizenz beim Tuspo Weende liegt, für das Bundesliga-Straßenteam „d.velop cycle café ladies“. Dazu ist sie erfolgreich auf dem Mountainbike unterwegs. Top-Fünf-Platzierungen bei der Trans-Schwarzwald und beim Andalusia-Bike-Race sind bereits herausgesprungen. Auf der Rennrad-Transalp gelang sogar ein Etappensieg - obwohl die Powerfrau spontan als Starterin einsprang und ohne Mannschaft unterwegs war. „Dass ich so kurzfristig fahren konnte, habe ich meinen Arbeitskollegen zu verdanken, die ihre Dienste entsprechend geschoben haben“, betont Diesner.

Nun also die Bike-Transalp. Sieben Etappen, gut 600 Kilometer und 20 000 Höhenmeter auf verschlungenen Trails vom österreichischen Mayrhofen bis nach Riva am Gardasee liegen vor der Ärztin und ihrer italienischen Teamkollegin Lorenza Menapace. Das Ziel des Duos im 500 Teams starken Teilnehmerfeld ist klar: „Wir wollen vorne mitmischen und um den Sieg fahren. Die Chancen stehen gar nicht schlecht“, sagt Diesner. Während Menapace als Bergfloh glänzt, liegen die Stärken der 1,74 Meter großen und 63 Kilogramm leichten Göttingerin vor allem bei den technischen Passagen.

Nichts wird dem Zufall überlassen. Hotels entlang der Strecke sind gebucht, sämtliche Sportlernahrung ist gekauft. Die Leistungsdiagnostiker von Move 100 des Sanitätshauses o.r.t. spendierten zudem ein Bike-Fitting. Dabei wird das hochwertige Scott-Velo exakt an Diesners Bedürfnisse angepasst. „Wenn du so viel Zeit auf dem Drahtesel verbringst, macht irgendwann jeder Millimeter etwas aus“, erklärt sie. Sportwissenschaftler Jens Claussen ergänzt: „Es geht um Komfort, Aerodynamik und Kraft. Naimas Sitzposition wird zur Leistungsoptimierung und Prophylaxe zur Vermeidung von Gelenksproblemen angepasst.“

„Es wird anstrengend“, erwartet Diesner. Aber Qualen sind ihr nicht fremd. Beim Acht-Tage-Rennen Himalaya-Hero in Indien pedalierte sie sich trotz einer Lebensmittelvergiftung ins Ziel. Im Anschluss erblindete das Multitalent, das Gitarre und Klavier spielt (Vater Bernd hat eine Band) sowie malt, für drei Tage aufgrund einer Augenentzündung. Der für Radsportler obligatorische Schlüsselbeinbruch stoppte sie ebenso wenig - einen Tag später stand der Frühjahrsvolkslauf auf dem Plan.

Am Ziel ihrer sportlichen Laufbahn sieht sich Diesner noch nicht angelangt: „Ich möchte auf der Straße weiter Fuß fassen und mich für die Mountainbike-WM 2018 in Italien qualifizieren.“ Auf dem Weg dorthin wird allerdings ausnahmsweise eine kurze Trainingspause eingelegt. „Beim nächsten Urlaub ist das Fahrrad nicht dabei, das verspreche ich meinem Freund.“

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