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SPD Göttingen fordert Schwimmzeiten nur für Frauen

Sportausschuss diskutiert kontrovers über Geschlechter-Diskriminierung SPD Göttingen fordert Schwimmzeiten nur für Frauen

Die SPD-Fraktion des Göttinger Stadtrates setzt sich für Frauen ein, die nicht zusammen mit Männern schwimmen wollen. Im Sportausschuss des Rates wurde von den Sozialdemokraten beantragt, dem Rat als Beschluss separate „Frauen-Schwimmzeiten“ im Badeparadies Eiswiese zu empfehlen.

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Am Beckenrand: Muslimin mit Burkini in einem Hallenbad.

Quelle: dpa

Göttingen. Nach einer Debatte über Geschlechter-Diskriminierung wurde der Antrag auf die nächste Sitzung des Ausschusses am 18. November verschoben.

Bis dahin soll der Eiswiese-Betreiber, die städtische Tochter Göttinger Sport und Freizeit GmbH (GoeSF), einen konkreten Vorschlag zur Verfahrensweise erarbeiten.

Weil es auch in Göttingen Frauen gebe, die nicht in „geschlechtergemischten  Schwimmbädern schwimmen gehen möchten“, sollen nach dem Wunsch der SPD Schwimmzeiten nur für Frauen angeboten werden. Neben dem Gesundheitsaspekt würden dadurch Zugangsbarrieren abgebaut, die Teilhabe an kommunalen Sportangeboten sei möglich. Als Ort schwebt den Sozialdemokraten das Bewegungsbad der Eiswiese vor.

„In der Sauna gibt es bereits besondere Zeiten, und für Frauen, die das sonst nicht machen, sollte es auch im Schwimmbereich der Eiswiese spezielle Zeiten geben“, begründete Christian Henze (SPD) im Ausschuss den Antrag. Auch andernorts gebe es in der Stadt bereits „frauenspezifische Sportzeiten“.

So etwas gibt es schon

Auf Widerspruch stieß Henze bei seinem Ausschuss-Kollegen Ulrich Holefleisch (Grüne), der von einer „Ungleichstellung“ sprach – schließlich gebe es auch keine speziellen Schwimmzeiten für Männer. „Warum nur für Frauen und nicht für Männer“, fragte Holefleisch. Es gebe immerhin auch viele adipöse männliche Jugendliche. Henze konterte, für manche Frauen sei geschlechtergemischtes Schwimmen ein Zugangshemmnis.

Von Frauen sei im Gegensatz zu Männern bereits ein Bedarf artikuliert worden, stellte die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt, Christine Müller, klar.  „Wir wären nicht die Speerspitze der Bewegung. So etwas gibt es schon“, fügte sie hinzu.

GoeSF-Geschäftsführer Alexander Frey wies darauf hin, dass separate Schwimmzeiten für Frauen „nichts Neues“ wären – es habe sie bereits im Alten Stadtbad gegeben. Im Badeparadies Eiswiese gebe es nun durch zwei separate Gruppenbäder „andere Möglichkeiten“.

Frey empfehle das zwar etwas kleinere Bewegungsbad, das aber „fernab der Öffentlichkeit“ liege. Zu klären sei nun, ob Frauen muslimischen Glaubens etwa denselben Umkleidetrakt wie Männer nutzen wollen – das müssten sie nämlich. Außerdem müsste eine spezielle Zeit eingeräumt werden, die auf Kosten eines aktuellen Nutzers, beispielsweise eines Klubs, ginge.

Möglicherweise biete bis zur nächsten Sitzung ja ein Göttinger Verein Frauenschwimmen an, „dann hat sich das bis dahin vielleicht erledigt“, sagte Frey. Darüber hinaus sehe er keinen Hinderungsgrund für ein entsprechendes Angebot.

Von Eduard Warda

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