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Schön grün, aber nicht bespielbar

Fußball-Kreisliga Schön grün, aber nicht bespielbar

Sonne, knapp 20 Grad - und das Fußballspiel fällt wegen Unbespielbarkeit des Platzes aus. So geschehen am Sonntag in Seulingen. Weil der TSV die Kreisligapartie absagte, beschwerte sich der Gegner Bovender SV beim Staffelleiter und machte sogar Fotos vom Platz.

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Der Seulinger Platz am Sonntag - Foto eines Bovender Spielers.

Quelle: r

Seulingen. Auf den Bildern sieht der Platz fast wie ein Teppich aus. Und das war es auch, was die Fußballfans der Region und insbesondere die Bovender Anhänger bei Facebook, wo der BSV die Fotos einstellte, auf die Palme brachte.

In Verbandsordnung geregelt

„Es war die Idee der Mannschaft, die Bilder zu machen“, berichtet BSV-Abteilungsleiter Daniel Vollbrecht, der die Fotos zusammen mit einer Stellungnahme und dem Verweis auf den Paragrafen 28 der Spielordnung des Niedersächsischen Fußball-Verbandes (NFV) an den zuständigen Staffelleiter Carsten Jahns weiterleitete. Im Paragrafen 28 sind Spielabsagen geregelt.

Der Verdacht einer ungerechtfertigten Spielabsage hatte sich beim BSV ergeben, weil unter anderem Torjäger Özkan Beyazit im Kreisliga-Spitzenspiel nicht dabei gewesen wäre. Abgesehen davon hat Vollbrecht festgestellt, dass die „Tendenz zu Spielabsagen zugenommen hat, und das wollen wir thematisieren“. Ziel ist, dass die Regeln für eine Absage verschärft werden. „Dass das allgemein öffentlich diskutiert wird, halte ich für sinnvoll.“

„Der Platz wäre ruiniert worden“, kontert der Vorsitzende des TSV Seulingen, Friedhelm Freitag. „Die Bilder können das nicht beweisen, da können sich die Bovender auf den Kopf stellen.“ Weil er gewusst habe, dass ein Orkan der Entrüstung losbrechen würde, hatte Freitag am Sonntagmorgen einen Funktionär des Fußballkreises Göttingen-Osterode gebeten, sich den Platz anzuschauen.

Dessen Urteil: Einige Bereiche seien „extrem weich“, eine Absage gerechtfertigt gewesen, sagte der Funktionär auf Tageblatt-Nachfrage. Weil der Bovender SV eine E-Mail an den Staffelleiter geschickt hatte, kam zudem Christian Rahlfs, Vorsitzender des Kreisschiedsrichterausschusses, zur Kontrolle vorbei.

Keine sportliche Einstellung

„Bei einer Platzbegehung, wie es sie früher gab, hätte ich eine Absage unterschrieben“, sagt Rahlfs. „Beide Strafräume und die Seite am Hang waren sehr weich, der Platz damit unbespielbar.“ Laut Reglement reicht es, wenn der Platz-Eigentümer gegenüber der „spielleitenden Stelle“ die Absage innerhalb von zehn Tagen begründet. Die „spielleitende Stelle“ wiederum kann die Absage überprüfen - was im Seulinger Fall auch geschehen ist.

Nach dem Pokalspiel gegen die SV Groß Ellershausen-Hetjershausen habe er am vergangenen Dienstag fünfeinhalb Stunden lang den Platz in Ordnung gebracht und ihn auch gewalzt, berichtet der TSV-Vorsitzende Freitag. Am Wochenende sei er selbst überrascht gewesen, dass er unbespielbar gewesen sei. „Es ging nicht darum, dass irgendwer nicht spielen konnte.“ Zum Facebook-Posting des BSV hat er eine eindeutige Meinung: „Pfui, das ist für mich keine sportliche Einstellung!“ Vollbrecht erfuhr erst am Montag im Gespräch mit dem Tageblatt von der Platzbegehung. „Dann ist es ja gut, wenn wer da gewesen ist“, sagt er. Andererseits, betont er, hätte sich der Platz bei den absehbaren Witterungsbedingungen im Frühjahr schnell erholt.

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