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Der Nagelsmann des Basketballs

Sepehr Seyed Tarrah ist jüngster Trainer Der Nagelsmann des Basketballs

Sepehr Seyed Tarrah ist so etwas wie der Julian Nagelsmann des Basketballs: blutjung, engagiert, kompetent - und seit Kurzem Inhaber der A-Lizenz als Trainer. Als jüngster Teilnehmer schloss der 21-jährige Göttinger den Lehrgang zur höchsten Graduierung des Deutschen Basketball Bunds ab.

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A-Lizenz als Türöffner: Sepehr Seyed Tarrah lebt Basketball und ist entsprechend qualifiziert für zukünftige Trainerjobs.

Quelle: Peter Heller

Göttingen. Einen Dreijahresplan hatte der ehemalige Jugendkoordinator der BG Göttingen, Dirk Altenbeck, für den Aufstieg des Deutsch-Iraners vom C- zum A-Trainer vorgesehen. Den hat Workaholic Seyed Tarrah dank seiner disziplinierten Arbeitseinstellung lässig um ein Jahr unterboten. Obwohl er bereits ein Jahr Erfahrung als Headcoach der Nachwuchsbundesliga-Mannschaft des BBT Göttingen gesammelt hat, sei ihm beim achttägigen Lehrgang in Heidelberg anfänglich Skepsis seitens seiner deutlich älteren, in der Regionalliga und Pro B coachenden Mitstreitern entgegengeschlagen. „Ich bin es aber nicht anders gewohnt aufgrund meines Alters“, so Seyed Tarrah. Zudem sollte sich das schnell ändern. „Wir waren eine coole Truppe und haben viel gelernt. Großer Wert wurde darauf gelegt, wie wir uns als Trainer präsentieren“, berichtet Seyed Tarrah, für den die anschließende praktische Prüfung zu den Themen „Blocksituationen im Angriff“ und „Schulung eines Angriffs mit Mehrfachblocks“ kein Problem darstellte. „Nahezu perfekt“ habe er diese laut den Prüfern gemeistert.

Deutlich mehr Vorbereitung beanspruchte der theoretische Teil, bei dem primär überfachliches Wissen, beispielsweise zu Athletiktraining und Sportpsychologie, gefragt war. „Aufstehen, arbeiten, Training leiten, anschließend in der SUB bis spät in die Nacht die 400-seitige Lektüre studieren“, beschreibt der Fan des NBA-Klubs Miami Heat seinen Tagesablauf im Vorfeld des Tests. Einige theoretische Arbeitsstunden stehen Seyed Tarrah noch bevor, denn als krönenden Abschluss der Lizenzierung müssen die A-Trainer ein sogenanntes „Coaching-Book“ schreiben. „Auf gut 40 Seiten gilt es, detailliert unsere Philosophie niederzuschreiben. Das ist ziemlich spannend“, erklärt das ehrgeizige, dabei aber nie verbissen wirkende Trainertalent, das im kommenden Sommer die Ausbildung zum Sport- und Fitnesskaufmann abschließen will.

Auch in der anstehenden Saison lenkt Seyed Tarrah die Geschicke des BBT in der U-19-Bundesliga, unterstützt zudem BG-Trainer Johan Roijakkers beim Scouting der nächsten Gegner. Was danach kommt? Darüber kann „Seppe“, wie er genannt wird, nur spekulieren: „Die Lizenz macht mich zwar nicht zu einem besseren Trainer, öffnet mir aber neue Türen. Und klar ist, dass ich auf jeden Fall hauptamtlicher Trainer werden und mit Basketball mein Geld verdienen will. Es wäre natürlich ein Traum, das in meiner Heimatstadt zu dürfen.“ Überstürzen will Seyed Tarrah dabei allerdings nichts. Wie schnell und steil ein Aufstieg im Trainergeschäft manchmal aber verläuft, kann er bei Nagelsmann erfragen.

A-Lizenz für Bundesliga notwendig

533 A-Lizenz-Trainer zählt der Deutsche Basketballbund: „Abzüglich der Karteileichen“, vermutet Peter Radegast, Geschäftsführer der Bundesakademie Basketball, „dürften es etwa 500 aktive A-Trainer sein“. Der Göttinger Sepehr Seyed Tarrah ist mit seinen 21 Jahren einer der jüngsten davon. „Ob er der aktuell Jüngste oder gar aller Zeiten ist, lässt sich allerdings nicht nachvollziehen“, sagt Radegast, der sich als ehemaliger Erst- und Zweitligaprofi des SVD 49 Dortmund und TuS Herten früher heiße Duelle mit der BG 74 um Ulli Frank und Mike Broderick lieferte. Der Deutsche Olympische Sportbund gliedert die Trainerausbildung im Basketball in C-, B- und A-Lizenz auf. Einige Landesverbände bietet zudem Lehrgänge für die nicht-offizielle D-Lizenz an. Über der A-Lizenz steht noch der Diplomtrainer - ein anerkannter Berufsabschluss, der an der Trainerakademie in Köln absolviert werden kann. „Das ist vergleichbar mit dem Fußballlehrer.“ Um in der Bundesliga oder bei Nationalmannschaften an der Seitenlinie zu stehen, genügt allerdings die A-Lizenz. fab

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