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Kreitz erhält Tipps vom Greenkeeper

Serie „Platzwarte in der Region“ Kreitz erhält Tipps vom Greenkeeper

Seine Geschichten könnten Bücher füllen: Seit knapp 40 Jahren kümmert sich Heinz Kreitz um die Außenplätze und das Sporthaus am Bilshäuser Sandweg. Auch wenn der 75-Jährige seit diesem Jahr nicht mehr die beiden Rasenplätze mäht, bleibt drumherum noch viel zu tun. „Etwa zwei Stunden bin ich täglich auf dem Sportplatz“, berichtet der Rentner.

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Seit knapp 40 Jahren kümmert sich Heinz Kreitz um die Sportanlagen am Bilshäuser Sandweg: Das Abkreiden der Plätze gehört zu seinen Aufgaben.

Quelle: Niklas Richter

Bilshausen. Den alten Sportplatz an der Gartenstraße hat Kreitz zu seiner aktiven Zeit als Fußballer (linker oder rechter Läufer in der Harz-Liga) gemeinsam mit seinen Teamkameraden noch mit der Hand abgestreut, als er sein Amt am Sandweg übernommen hat, stand ein kleiner Gemeindetrecker zur Verfügung. „Handmäher haben wir nur für unzugängliche Ecken benutzt.“

Eine besondere Art der Düngung hat Kreitz gewählt, als der zweite Sportplatz auf dem ehemaligen Gelände einer Müllhalde angelegt wurde. Die Rasensaat ging nicht auf, als Angestellter einer Hühnerfabrik besorgte Kreitz Hühnermist. „Den haben wir unmittelbar nach einem Pokalspiel gegen Bovenden aufgebracht. Der wurde nicht eingearbeitet, der Stickstoff musste in den Boden einziehen. Es stank drei Tage, aber dann wurde es ein toller Platz.“

Ein solcher blieb es auch, weil sich Kreitz professionelle Ratschläge vom Greenkeeper des Golfclubs Hardenberg holte. Der kam, nahm Bodenproben und riet dem Bilshäuser, Estrichsand zu benutzen. „In drei Jahren habe ich mit Richard Neumann 60 Tonnen davon aufgebracht. Vorher mussten kleine Löcher gesetzt werden, damit der Boden aufnahmefähig war.“

Die Plätze, um deren Bewässerung mit Rhume-Wasser er sich heute noch kümmert, waren nicht sein einziges Betätigungsfeld auf der Sportanlage. Drei Jahre lang hat „Butz“ die Tennisplätze bearbeitet, von 1990 bis 2006 war er der erste Hausmeister, der sich als Angestellter der Gemeinde, um die neu errichtete Carl-Strüber-Sporthalle gekümmert hat. Welche Wertschätzung er bei den Bilshäuser Sportvereinen genießt, zeigte sich beim Blick auf ein zweieinhalbstündiges Programm, das die Klubs anlässlich seiner Verabschiedung in die Rente auf die Beine gestellt haben.

Erinnerungen hat Kreitz, dessen Frau Mechthild zwischen 1977 und 1989 die Getränke-Bewirtung während der Fußballspiele übernommen hatte („Damit ich Lutscher und Bier verkaufen durfte, musste ich in Hildesheim extra einen Lehrgang machen, um zu lernen, wie die Flaschen korrekt geöffnet werden“), auch an zahlreiche Großveranstaltungen. Als Hannover 96 im Jahr 1987 zu einem Freundschaftsspiel kam, hatte er sich unmittelbar zuvor beim Absteigen vom Rasentrecker das Sprunggelenk gebrochen.

„Siggi Reich hat nach dem Spiel sein Bier als ‚ne Molle Kaltschale‘ bestellt“, erzählt Kreitz. Auch Deutschlands Olympia-Fahnenträger Timo Boll hat Kreitz bei einem Tischtennis-Showwettkampf in Bilshausen kennengelernt. „Da wurde die Laufbahn rund um den Sportplatz zum Parkplatz. Schließlich mussten die 1500 Zuschauer ja ihre Autos irgendwo abstellen.“

Ans Aufhören denkt Kreitz noch nicht. „Die Anlage ist wie mein Zuhause. Du glaubst gar nicht, wie oft ich schon den Satz ‚Frag doch mal Onkel Heinz‘ gehört und den Kindern dann die Fußballschuhe zugebunden habe.“

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