Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -2 ° Nebel

Navigation:
Shamini Kumaresan von Torpedo Göttingen auf dem Sprung zu Olympia

Tischtennis Shamini Kumaresan von Torpedo Göttingen auf dem Sprung zu Olympia

Spieltag. Kurz nach 16 Uhr. Torpedo-Manager Uli Kempe verlässt den ICE-Bahnhof Kassel-Wilhelmshöhe in Richtung GSG-Halle Göttingen. An Bord seines Autos: Shamini Kumaresan, indische Tischtennis-Nationalspielerin und Nummer eins von Torpedo.

Voriger Artikel
Athleten der TWG überzeugen im Landeskader
Nächster Artikel
HSG Fuhlen-Hessisch-Oldendorf gastiert beim TV Jahn Duderstadt

Shamini Kumaresan reist zu jedem Torpedo-Spiel aus Südhessen an.

Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Der Aufsteiger trifft am Abend in der 3. Frauen-Bundesliga auf Borussia Düsseldorf. Das ständige Reisen kennt die 27-Jährige von klein auf. Aufgewachsen in der Nähe von Chennai (früher Madras) in Südindien, profitierte sie von ihrem tischtennisbegeisterten Vater, der sie zum Kadertraining oder zu weit entfernten Turnieren fuhr. Eine solche Unterstützung durch die Familie ist nicht selbstverständlich in Indien.

Kumaresan ist bei einer indischen Energiegesellschaft angestellt und Repräsentantin der Firma. Training und Spielbetrieb haben Vorrang, durch sportliche Erfolge Kumaresans wie etwa dem Gewinn der Silbermedaille bei den Commonwealth-Spielen 2010 in Delhi steigt auch das Renommee des Arbeitgebers.

Nach Deutschland ist die Spielerin durch Vermittlung des hessischen Landestrainers Engel gekommen, der auch die indische Nationalmannschaft betreute. Zunächst zu den Erstliga-Klubs Eastside Berlin und Bad Driburg, jetzt nach Göttingen. Motivation sind die Olympischen Spiele 2016 in Rio: Um zwei Startplätze kämpfen aktuell drei Inderinnen, und Kumaresan rechnet sich gute Chancen aus.

In Deutschland hat sich das Tischtennis-Ass schnell akklimatisiert, und auch das Essen ist kein Problem: „I love Currywurst“, sagt sie – und das besonders auf den Weihnachtsmärkten, deren Atmosphäre sie sehr mag. Dort besorgt sie dann auch gefragte Mitbringsel für ihre Familie in Indien: Schneekugeln, möglichst aus jeder Stadt eine, oder mundgeblasene Glasmanufakte. Später möchte sie als Trainerin in Deutschland arbeiten.

Das Spiel in der GSG-Halle ist verloren gegangen. Borussia Düsseldorf hat gewonnen und Kumaresan ihr erstes Einzel verloren. Doch sie bleibt gelassen und freundlich. Uli Kempe wird sie nach Hause fahren, in die Nähe von Frankfurt, wo sie mit ihrem Mann, der für einen hessischen Oberligisten spielt, lebt. Auch im nächsten Jahr will sie in Göttingen aufschlagen. Nicht zuletzt, weil das junge Torpedo-Team sie so herzlich und schnell integriert hat.

Von Ralph Budde

Voriger Artikel
Nächster Artikel
02.12.2016 - 20:20 Uhr

Die VW-Kritik an Wolfsburgs Sportchef Klaus Allofs hat für klärende Gespräche im VfL-Aufsichtsrat gesorgt. Das Gremium rief intern zur Ordnung auf, formulierte aber auch deutlich Erwartungen an Allofs. Zudem wurde bestätigt: VW plant keine Änderungen des Engagements.

mehr
Hardenberg Klassika Gartenmarkt