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Sonka Reimers vom SV Bernshausen gewinnt Zehn-Kilometer-Konkurrenz

16. Eichsfelder Silvesterlauf Sonka Reimers vom SV Bernshausen gewinnt Zehn-Kilometer-Konkurrenz

Auf den letzten Metern waren alle Schmerzen verschwunden. Stattdessen zauberten der bevorstehende Zehn-Kilometer-Silvesterlauf-Sieg und die zum Abklatschen entgegengestreckten Hände ein Lachen auf das Gesicht von Sonka Reimers. „Das war so toll“, sagt sie. „Es war doch mein Heimatlauf.“

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Sieg beim Heimatlauf: Sonka Reimers vom SV Bernshausen gewinnt über zehn Kilometer.

Quelle: Richter

Bernshausen. Mit fünf Jahren zog die gebürtige Göttingerin nach Bernshausen, wuchs in unmittelbarer Nähe zur Laufstrecke auf. Ihr Vater war der Grund dafür, dass die Physikstudentin sich mit 16 Jahren erstmals selber für das Rennspektakel rund um den Seeburger See anmeldete. „Als ich gesehen habe, dass er mitgelaufen ist, wollte ich das auch unbedingt mal machen“, erinnert sich Reimers. Also schnürten Vater und Tochter fortan gemeinsam die Sportschuhe. Doch diese Zeiten sind vorbei. „Anfangs konnten wir noch zusammen laufen“, erzählt die Silvesterlauf-Siegerin lachend. „Aber jetzt bin ich zu schnell.“

Nicht nur für ihren Vater, sondern auch für die meisten ihrer Konkurrentinnen. „Sonka ist konditionell einfach nicht totzukriegen“, sagt Dennis von Ahlen, Trainer der Bernshäuser Frauenfußball-Landesligamannschaft. „Sie macht alles mit voller Power.“ Nicht nur bei Laufveranstaltungen, sondern auch auf dem Fußballplatz. Als rechte Verteidigerin saust die 22-Jährige im Bernshäuser Trikot die Linie auf und ab und sorgt dafür, dass den Gegenspielerinnen schon früh die Puste ausgeht. „Technisch bin ich nicht so gut, ich komme mehr über den Kampf und das Laufen“, gibt Reimers zu.

Bei ihrem letzten Leichtathletik-Event des Jahres 2015 unterstützte sie „die halbe Fußballmannschaft. Das hat unglaublich geholfen“, freut sich die konditionell so starke Außenbahnspielerin, die einmal pro Woche mit dem Göttinger Laufline-Team trainiert, sich ansonsten vier- bis fünfmal wöchentlich in Eigenregie um Fitness und Form kümmert. „Ich habe keinen festen Trainingsplan, ich laufe so lange, wie ich Lust habe“, erklärt Reimers.

Und das kann ziemlich lange dauern, denn noch besser als die Zehn-Kilometer-Strecke gefällt der Studentin, die 2011 am Göttinger Otto-Hahn-Gymnasium ein 1,0-Abitur baute, die Halbmarathon-Distanz. Unter anderem in Berlin nahm sie die gut 21 Kilometer bereits in Angriff, auch in Südfrankreich, wo sie, genau wie in England, zuletzt einige Zeit verbrachte. Auch einen Marathon hat die Ausdauerathletin bereits hinter sich gebracht. In Bad Segeberg pulverisierte Reimers bei ihrem Debüt über die 42,195 Kilometer mit gelaufenen 3:17 Stunden gleich mal den Streckenrekord und landete im Gesamtklassement hinter zwei Männern auf Rang drei. Und das, ohne zwischendurch etwas zu trinken. „Ich hatte keine Lust dazu, zwischendurch anzuhalten. Ich habe mir nur zwei Anstandsschlückchen gegönnt.“

Ein paar mehr waren es nach ihrer Turboperformance zu Silvester. Gemeinsam feierte sie mit ihren Fußball-Teamkolleginnen. „Es war sehr sehr spaßig“, verrät die Gewinnerin. Mit seiner Leistung hat der Bremen- und Barcelona-Fan seine Mannschaftskameradinnen offenbar ein wenig mit dem Silvesterlauf-Virus infiziert: „Zwei haben mir schon versprochen, beim nächsten Mal auch mitzulaufen.“

Trotz ihres Triumphs hat Reimers am letzten Tag des alten Jahres ein sportliches Ziel verfehlt. „Ich wollte schneller als mein Freund laufen“, berichtet die Göttingerin. Doch das klappte nicht ganz, denn der kam noch rund 30 Sekunden eher ins Ziel. „Wir trainieren erst seit sechs Monaten zusammen. Er ist eigentlich Turner, von daher war ich etwas überrascht. Ich hätte schon ganz gerne gewonnen“, erzählt die schnellste Frau augenzwinkernd. Dafür kann ihr Freund ihr jetzt dabei helfen, einen unfallfreien Handstand hinzulegen: „Ich habe gewettet, dass ich das schaffe. Ich arbeite noch daran.“

Von Christian Roeben

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