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„Eine Sportart ohne Beat“

„Sport Meets Music“ „Eine Sportart ohne Beat“

Vincent Stirling findet „Mephistos Höllenrufe“ von Johan Strauss „ganz schön langweilig“ - so zumindest sein erster Eindruck. Schon bald jedoch revidiert er seine Meinung. Das Stück wird beim Auftritt von Stirling und seiner Parkour-Gruppe des ASC 46 bei der Benefiz-Gala „Sport meets Music“ am 23. Oktober erklingen.

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GSO-Generalmusikdirektor Christoph-Mathias Mueller mit Parkour-Sportlern des ASC 46.

Quelle: Harald Wenzel

Göttingen. Nach mehrmaligem Hören macht der Traceur - so nennen sich die Parkour-Sportler, die Hindernisse wie Mauern oder Geländer in flüssigen Bewegungen überwinden - „Höhen und Tiefen“ in den „Höllenrufen“ aus. Das will die Gruppe beim gemeinsamen Auftritt mit dem Göttinger Symphonie Orchester unter der Leitung von Christoph-Mathias Müller nutzen. „Das ist ja ein Walzer. Wir wollen Parkour und Walzer bewegungstechnisch fusionieren“, Stirling, Student der Sportwissenschaften. In der Parkour-Vorführung sollen Walzerschritte eingebaut werden.

Einen Zusammenhang zwischen Parkour und Tanzen sieht auch Mueller: „Beim Parkour müssen wie beim Tanzen die Bewegungen genau getimed werden“, sagt er. Schließlich muss beim Parkour jeder Sprung oder Balanceakt passen, damit die Sportler nicht fallen oder sich anderweitig verletzen. Über den ersten, „langweiligen“ Eindruck der jungen Sportler muss Mueller schmunzeln. Ein „wunderbares, konzertantes Stück“ ist „Mephistos Höllenrufe“ seiner Meinung nach. Parkour, findet er, sei eine Sportart ohne Beat, „sie braucht keinen Rhythmus“. Deshalb habe er sich für eine eher beschreibende Musik entschieden.

Wenn die Gruppe in der Halle trainiert, laufe zwar im Hintergrund Musik, so Stirling, der auch Parkour-Übungsleiter beim ASC ist - „und die Musik beeinflusst auch die Bewegungen“. Aber wenn die Sportler draußen sind, laufe keine Musik, außer man nutze Kopfhörer.

Neu ist für die achtköpfige Gruppe, dass sie sich eine feste Choreographie für das etwa fünfeinhalbminütige Stück überlegen muss. „Normalerweise haben wir keine geplanten Choreographien“, sagt der 18-jährige Niklas Mariß, ebenfalls Gruppenmitglied. Zwar überlege man sich manchmal sogenannte Runs, ansonsten werde aber viel improvisiert.

Für die Aufführung haben sie sich aber schon eine Eröffnung überlegt und werden alles durchplanen. „Das muss ja synchron aussehen“, sagt der 24-jährige Stirling. Seit einiger Zeit testen sie das „Cube-System“, das sie am 23. Oktober in der Stadthalle aufbauen werden. Wo die Traceure sich sonst im Freien immer wieder neue Hindernisse und Herausforderungen suchen, arbeiten sie für die Aufführung mit einem festen Hindernis-Ensemble. Und mit Muellers GSO-Ensemble im Rücken.

Tickets für „Sport meets Music“ am Sonntag, 23, Oktober, ab 18 Uhr in der Stadthalle, ­Albaniplatz 2, sind unter gt-­tickets.de oder in den Tageblatt-Geschäftsstellen Göttingen, Weender Straße 44, und Duderstadt, Marktstraße 9, erhältlich.

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