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Sport bei Hitze: Mahnende Worte und Tipps

„Sportler müssen trinken wie Sau“ Sport bei Hitze: Mahnende Worte und Tipps

Fußballspiele, intensive Trainingseinheiten zur Vorbereitung auf die kommende Saison, Handballspielfeste, Radsporttraining und Hobbyläufe – das alles bei mehr als 35 Grad am Wochenende. Übelkeit, Schwindel, Krämpfe und sogar Hitzschlag oder Infarkte drohen. Der Göttinger Herz- und Gefäßspezialist Prof. Johannes Dahm mahnt zur Vorsicht und rät Sportlern, was zu beachten ist.  

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„Sportler müssen trinken wie Sau“

Göttingen. Wer kennt es nicht: Schon beim Sitzen auf einem sonnigen Plätzchen treibt es derzeit den Puls in die Höhe und die Kleidung geht eine bisweilen unangenehm enge Verbindung mit der Haut ein. Schon das Nichtstun strengt an, und dennoch sieht man zahlreiche Athleten und Hobbysportler bei ihren bisweilen kräftezehrenden  Einheiten.

Ist das noch gesund? „Ja“, sagt Herz- und Gefäßspezialist Prof. Johannes Dahm: „Wenn man auf wichtige Signale des Körpers achtet und einen guten Fitnesszustand hat, dann kann man auch bei hochsommerlichen Temperaturen Sport treiben.“

Die pralle Mittagshitze sollte „natürlich gemieden werden, auch wegen der UV-Strahlung“ und die Trainingseinheiten in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden verlegt werden, rät Dahm, der auch die Erstliga-Basketballer der BG Göttingen betreut.  Selbstverständlich seien auch Sonnenschutz und Sport-Funktionskleidung.

„Das größte  Problem ist der Wasserverlust“, unterstreicht Dahm. Besonders Kinder seien da gefährdet, weil sie durch ihren intensiven Spieltrieb und des Wettbewerbs besonders verbissen bei der Sache sind und so die Signale ihres Körpers oft nicht wahrnehmen. Hier seien Trainer und Betreuer besonders gefordert. Es reiche nicht, nur die Info zu geben, das getrunken werden muss, sonders es müsse auch kontrolliert werden.

„Das Wassermanagement ist extrem wichtig. Und hier gilt, wenn man Durst hat, ist es fürs Trinken eigentlich schon zu spät.“ Verliert der Körper Flüssigkeit senkt er den Blutdruck. „Das sind zwei konkurrierende Systeme, durch den niedrigeren Blutdruck ist die Wärmeabgabe nicht mehr so gut, weil die Haut nicht mehr so stark durchblutet wird. Der Körper überhitzt“, skizziert Dahm.   

Hobby- und Freizeitsportlern rät Dahm, an Hitzetagen eher nicht zu trainieren.  „Bei alternden Sportlern, also ab etwa 35 Jahren, kommen potenzielle Ablagerungen und Verkalkungen im Gefäßsystem hinzu, die ernsthafte Risiken mit sich bringen können. Und das extreme Wetterbedingungen nicht die Rahmenbedingungen für persönliche Bestleistungen sind, versteht sich ja eigentlich von selbst.

Tipps vom Experten

Was trinken? „Wasser, nichts anders.“
Auch keine Schorle? „Schorlen sind nach dem Sport okay, sollten aber deutlich mehr Wasser als Fruchtsaft enthalten.“

Wann trinken?
Während des Sports alle zehn Minuten eine kleine Menge von maximal 200 Milliliter. Wenn man auf einen Schlag viel trinkt, wird der Vagus-Nerv aktiviert, was Übelkeit, Blutdrucksenkung und Schwindel zur Folge haben kann.

Sport-Getränke?
„Davon rate ich ab. Viele enthalten Kohlenhydrate und können in größerer menge Durchfall verursachen. Ich plädiere, Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme zu trennen.

Ein Bierchen nach dem Sport?
  Alkohol nach dem Training ist ein absolutes Tabu. Da Alkohol die bitter antrainierten günstigen metabolen Effekte, die Energiebereitstellung im Muskel, sofort wieder zunichte macht. Wer nach einer durchzechten Nacht mit einem Kater Sport treibt, bringt sich in Gefahr, weil Alkohol zu Flüssigkeitsverlust führt.

Magnesiumverlust:
„Ein zentraler Faktor, weil die Muskeln Magnesium zur Arbeit benötigen. Wer viel schwitzt benötigt mehr Magnesium. Am besten Bananen essen.

Ozon:
 „Die Ozonbelastung, wie wir sie vor etwa zehn Jahren erlebt haben, spielt keine Rolle mehr. Damals hatten zahlreiche Sportler Atemwegsprobleme. Das kommt seit längerer Zeit so nicht mehr vor“, sagt Dahm.

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