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„Ein bisschen ponyverrückt“

Springturnier in Holtensen „Ein bisschen ponyverrückt“

Souverän hat der achtjährige Wallach den Umlauf im Großen Nürnberger Preis in Holtensen gemeistert, einem S-Springen mit Stechen. Schnell und wendig ließ der Hannoveraner sich von seinem Reiter Roman Duchac durch den Stechparcours reiten und brachte ihm mit der Rekordzeit von 31,33 Sekunden den Sieg.

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Michael Zwingmann mit Quilato 3 im Stechen.

Quelle: Soeren Kracht

Holtensen. Während der Siegerehrung auf der Anlage des Göttinger Pony-, Reit- und Fahrclubs half dann aber auch kein „Ruhig, Brauner“ - das Pferd wollte sich die Siegerschleife einfach nicht anstecken lassen. So musste das Paar die Ehrenrunde ohne Schleife galoppieren, hatte aber trotzdem großen Grund zur Freude. Duchac, der für den Reiter- und Tennisverein Adelebsen startet, hatte in dem schweren Springen unter anderem Lucas Silber (Platz zwei) und Dirk Klaproth (Rang drei) hinter sich gelassen - zwei starke Reiter. Silber gewann den Preis der U25-Sonderwertung in dieser Prüfung, Klaproth hatte vergangenes den Großen Nürnbergerpreis von Holtensen mit Hengst Graf Moritz für sich entschieden.

Springturnier des RV Holtensen

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Doch das S-Springen, das den Abschluss des viertägigen Springturniers in Holtensen bildete, war an diesem Wochenende nur eines von vielen Highlights. Denn: Der „Ponyclub“, wie der Verein kurz genannt wird, feierte an diesem Wochenende gleich zwei Jubiläen: das 50-jährige Bestehen des Vereins sowie den 40. Geburtstag des Reitturniers. Dafür hatten die Vereinsmitglieder eigens ein Showprogramm auf die Beine gestellt, das sich wie auch schon einige Prüfungen zuvor, zum Teil etwas nass gestaltete. Doch sie nahmen es mit Humor: Während Comedian und Musiker „Fischi“ mit einem Regenschirm auf dem großen Reitplatz stand, sang und scherzte, quetschen die Zuschauer sind unter dem Bierwagen oder dem Stalldach zusammen.

Etwas mehr Glück mit dem Wetter hatte Talina Lorei: Als erster Showact des Abends blieb sie noch größtenteils trocken. Mit ihrem Pferd führte sie unter anderem eine Freiheitsdressur auf - ließ den großen Braunen ganz ohne Halfter oder Trense neben sich her traversieren oder steigen.

Dressurturnier in Holtensen

Das Holtenser Pferdefestival geht in die dritte Runde: Nach Fahr- und Springturnier steht nun am kommenden Wochenende, 25. bis 27. August, das Springturnier an, das Prüfungen bis zur schweren Klasse bietet. Der Freitag steht dann ganz im Zeichen der jungen Pferde: Ab 10.30 Uhr werden Reitpferde- und Dressurpferdeprüfungen der Klassen A und L angeboten.

Highlight des Tages: eine Dressurprüfung der Klasse M*. Der Sonnabend beginnt mit einer Prüfung für den Dressurnachwuchs um 8 Uhr, mit einem Dressurwettbewerb der Klasse E. Es folgen Dressurprüfungen der Klassen A, L und M. Am Sonntag wird dann hohe Dressur präsentiert: Um 11.15 Uhr bereits wird der Preis der Feinbäckerei Ruch ausgetragen, eine Dressurprüfung der Klasse M**. Den Abschluss und Höhepunkt bildet um 15 Uhr der Preis der Nürnberger Versicherung, das St. Georg Special, für das sich 25 Reiter gemeldet haben. hsc

Wie zu jedem Jubiläumsabend gehörten auch zu diesem ein paar Reden. So waren der Vorsitzende des Kreisreiterverbandes Göttingen, Joachim Geilfus, und der Vorsitzende des Bezirkspferdesportverbandes, Herbert Hausknecht, zu Gast. „50 Jahre sind eine lange Zeit“, sagte Hausknecht. Die Familien, die den Verein damals gegründet hätten, seien „ein bisschen ponyverrückt“ gewesen. Erst später seien dann auch Großpferde dazugekommen. Während Hausknecht sich noch erinnert, wie damals die Ponykinder von Holtensen nach Bovenden geritten seien, um dort in der Halle Unterricht zu nehmen, biete die Anlage heute „hervorragende Bedingungen für den Sport“.

So ist nicht nur die Anlage in den vergangenen Jahren ausgebaut worden, sondern auch die Turniere. „Wir haben noch nie so ein Riesenturnier mit so vielen Nennungen veranstaltet“, sagte Frank Drebing, Vorsitzender des Göttinger Ponyclubs. Allein für das Springturnier seien rund 1400 Nennungen eingegangen. „Wenn wir die Nennungszahlen nicht begrenzt hätten, hätten wir schon Dienstag anfangen müssen“, scherzt der Mann, der auch die Parcours in den zahlreichen Springprüfungen gebaut hat. Dass das nicht möglich ist, weiß er aber auch: „Vier Tage Turnier sind auch große Strapazen für unsere Ehrenamtlichen“, sagt er und bedankte sich bei den Helfern.

Doch nicht nur Helfer mussten regelmäßig zwischen T-Shirt und Regenjacke wechseln, sondern auch die Reiter. So waren am Freitagabend in der Springprüfung der Klasse A von ursprünglich 45 genannten Reitern nur noch 13 Starter übrig, die dem strömenden Regen trotzten - darunter Siegerin Sarah Rudolph. In dem zweiten schweren Springen an diesem Wochenende, einer Punktespringprüfung der Klasse S* mit Joker, hatten die Reiter mehr Glück und der Nörten-Hardenberger Niels von Hirschheydt gleich doppelt: Er konnte nicht nur im Trockenen reiten, sondern gewann auch die Prüfung.

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