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„Für mich ist Handball kein Zufall“

TV Jahn Duderstadt „Für mich ist Handball kein Zufall“

Den georderten Milchkaffee lässt Artur Mikolajczyk zunächst links liegen. Zu spannend sind die Themen, für die der neue Trainer des Handball-Oberligisten TV Jahn Duderstadt sich im Gespräch mit dem Tageblatt viel Zeit nimmt.

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Engagiert und ehrgeizig: Artur Mikolajczyk will mit dem TV Jahn Duderstadt in der Handball-Oberliga zukünftig eine gute Rolle spielen.

Quelle: Christina Hinzmann

Duderstadt. Fast zwei Stunden gibt der aus Stettin stammende Pole Einblicke in die Planungen, erläutert Hintergründe und umreißt die Ziele mit seinem neuen Klub. Wichtige Standpunkte unterstreicht der 41-Jährige mit energischen Handbewegungen. Man merkt: Dieser Mann lebt den Handball und will etwas bewegen.

Schon in knapp zwei Wochen starten die Jahner, die die vergangene Saison als Aufsteiger auf einem sehr guten vierten Platz beendet haben, in die Vorbereitung. A-Lizenz-Inhaber Mikolajczyk, der zuletzt die TSG Dittershausen (Landesliga Hessen) und davor sieben Jahre lang die erste Frauenmannschaft der HSG Plesse-Hardenberg betreute, ist darauf heißer als sein Milchkaffee. „Die Vorbereitung ist eine sehr wichtige Phase. Nicht nur, um konditionell zu arbeiten, sondern auch, um sich auf und neben dem Platz kennenzulernen“, unterstreicht er. Für den Polen, der einen Dreijahresvertrag bei seinem neuen Klub unterschrieben hat, wird es sich ein bisschen wie eine Heimkehr anfühlen: Als der TV Jahn noch in der 2. Bundesliga spielte, trug Mikolajczyk das Duderstädter Trikot. „Das war eine tolle Zeit mit tollen Spielern wie Eliasson oder Sibalin“, erinnert sich der 1,90-Meter-Mann gerne an die glorreichen sportlichen Zeiten der Eichsfelder zurück.

Nun soll ein neues erfolgreiches Kapitel beginnen - mit Mikolajczyk als sportlich Verantwortlichem. Und trotz der Abgänge wichtiger Leistungsträger wie Torschützenkönig Hrvoje Batinovic und Spielmacher Bencé Kanyo ist der Pole guten Mutes - nicht nur, weil die Verantwortlichen „alles tun“, um noch neue starke Spieler nach Duderstadt zu locken. „Ich denke, der TV Jahn hat große Möglichkeiten, leistungsorientierten Handball in der Oberliga oder darüber hinaus zu spielen. Die Strukturen dafür mit besten Trainingsmöglichkeiten sind vorhanden. Es ist möglich, hier auf lange Sicht etwas Tolles aufzubauen“, ist sich der neue Coach sicher.

Dazu bedürfe es aber Geduld. „Ich bin ein Trainer, der sehr viel Wert auf das Zusammenspiel legt. Für mich ist Handball kein Zufall. Wenn wir auf dem Platz agieren, soll eine Idee zu erkennen sein. Dazu braucht es aber Zeit.“ Mikolajczyk warnt deshalb davor, die vergangene Saison mit dem Abschluss auf Platz vier als Maßstab zu nehmen: „Wichtige Stützpfeiler sind weggebrochen, hinter einigen Akteuren steht noch ein Fragezeichen. Die, die da sind, müssen noch mehr Verantwortung übernehmen. Wir sind zudem dabei, noch neue Spieler zu finden, die zu uns passen.“

Um sich auch langfristig vielversprechend aufzustellen, wollen die Jahner starke Talente aus der Region zu sich lotsen, den Kader zudem punktuell mit Leistungsträgern, die sofort weiterhelfen, verstärken. „Nur so geht es“, ist Mikolajczyk überzeugt. „Junge Spieler sollen merken, dass es sich für ihre sportliche Entwickling lohnt, zum TV Jahn Duderstadt zu kommen.“ Die ersten Schritte seien mit Verpflichtungen wie Til Winkler oder Justin Brand gemacht: „Jetzt müssen wir diesen Weg weitergehen. Durch gezielte und kontinuierliche Arbeit wird sich der Erfolg irgendwann automatisch einstellen. Zu welcher Platzierung es in der neuen Saison reicht, muss man abwarten. Zunächst steht die sportliche Entwicklung im Vordergrund.“

Vor seiner neuen Aufgabe ist dem Polen, der 1989 nach Deutschland kam und schon als 17-Jähriger beim MTV Vorsfelde in der Herren-Oberliga spielte, nicht bange. „Es macht mir Spaß, mich selber herauszufordern“, verrät er. Den Jakobsweg wanderte Mikolajczyk 800 Kilometer entlang, unternahm 2015 zudem eine Weltreise. Am meisten beeindruckte den Sportwissenschaftler, der im Göttinger Rehazentrum Rainer Junge als Sporttherapeut mit dem Schwerpunkt Prävention arbeitet, dabei sein Aufenthalt in Nepal: „Die Menschen dort haben nicht viel, aber sie sind sehr freundlich und herzlich. Es ist beeindruckend, wie sie mit den Umständen dort umgehen.“

Die Vorbereitung wird intensiv werden. Vier- bis fünfmal wöchentlich wird Mikolajczyk seine Jungs zum Training bitten. Elf Testspiele, unter anderem zu Hause gegen Northeim und Gensungen, und ein dreitägiges Kurztrainingslager in Teistungen stehen auf dem Plan. Mikolajczyk, der eine Kadergröße von 14 bis 16 Mann als ideal erachtet, ist darauf schon ganz heiß. Heißer als sein Milchkaffee, der inzwischen ganz schön abgekühlt ist.

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