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TV Jahn hakt Spiel gedanklich viel zu früh ab

3. Handball-Liga TV Jahn hakt Spiel gedanklich viel zu früh ab

„Mentale Schwächephasen“ hatte Rüdiger Anhuef bereits in den ersten Saisonspielen des Handball-Drittligisten TV Jahn Duderstadt erkannt. Aus diesem Grund warnte der Geschäftsführer der Handball Marketing GmbH vor dem Heimspiel gegen den HSC Bad Neustadt im „Jahn-Echo“ auch vor weiteren mentalen Aussetzern – allerdings ohne Erfolg.

Nach einem frühen 9:3-Vorsprung (18.) „verabschiedete“ sich die Mannschaft von Trainer Thomas Brandes gedanklich vorzeitig aus der Partie und kassierte gegen die Nordbayern prompt eine klare 20:27 (11:9)-Heimniederlage.
Nur in der ersten Viertelstunde agierten die Hausherren hellwach. Zwar eröffnete Dennis Knudsen die Begegnung mit einem schwachen Wurf direkt auf den gegnerischen Tormann Rostilav Badura, aber danach kam der Duderstädter Angriff auf Touren. Die Abwehr schien sicher zu stehen, Schlussmann Christian Wedemeyer war zunächst kaum zu bezwingen. Auch davon, dass die Schiedsrichter Patrick Fischer und Andreas Schüller (Aue/Lößnitz) immer wieder Schrittfehler der Bad Neustädter Angreifer übersahen und auch bei einigen weiteren Entscheidungen falsch lagen, ließen sich die Jahner bei ihrer Defensivarbeit in dieser Phase nicht beirren.
Allerdings deutete sich bereits während der anfänglichen Torejagd an, was den Gastgebern später zum Verhängnis werden sollte: die Trefferquote stimmte nicht. Kreisläufer Nerijus Kesilis scheiterte mit einem Wurf an der Unterkante der Latte (8.), Matthias Heim jagte den Ball nach einem schnellen Gegenstoß freistehend über dieselbe (12.), und Jan-Philipp Nass wusste seine Konterchance beim Stand von 9:5 (22.) ebenfalls nicht zu nutzen. „Eigentlich müssten wir schon mit 14:5 führen“, bemängelte Hallensprecher Thorsten Feike nach Nass’ Fehlwurf.
Danach schrumpfte der Duderstädter Vorsprung weiter, und zwei Minuten nach dem Seitenwechsel gelang Gästespieler Lukas Ulsamer nach einem Alleingang der 11:11-Ausgleich. Sein persönliches Pech: Er stürzte beim Abschluss unglücklich, zog sich eine schwere Knieverletzung zu und musste minutenlang behandelt beziehungsweise ins Krankenhaus gebracht werden. Wer aber gedacht hatte, die HSCer wären nun durch das Ausscheiden ihres Mitspielers geschockt, der sah sich getäuscht. Immer besser dirigiert vom sprunggewaltigen US-Amerikaner Gary Hines, erspielten sich die Handballer von der Saale vielmehr selbst eine Führung, die sie nicht mehr abgeben, sondern kontinuierlich ausbauen sollten.
Beim TV Jahn klappte unterdessen immer weniger: In der Offensive fehlte die Bewegung ohne Ball, und so war es kein Wunder, dass sich die Zahl der Fehlpässe häufte, die von den Neustädtern auch meistens sogleich mit Kontertoren bestraft wurden. Auch von gegnerischen Positionsangriffen ließ die Jahn-Defensive immer öfter düpieren – da half auch eine kurze Deckung von Nass gegen Hines nichts. Selbst in Unterzahlsituationen kamen die Nordbayern regelmäßig zu Torerfolgen. Hoffnung auf die Wende schöpften die Duderstädter Fans im zweiten Durchgang nur ein einziges Mal, als die Jahner in einem Zwischenspurt von 15:19 auf 18:19 (49.) verkürzten. Die Gäste konterten jedoch mit sechs Treffern in Serie, und so war das Match schon vorzeitig entschieden.
Nach dem Heimdebakel entschuldigte sich Duderstadts Teamchef für die schwache Vorstellung seiner Sieben und nannte die Schwachpunkte beim Namen. „Wir werden daran arbeiten“, versprach Brandes, der mit seiner Truppe angesichts des Kontostands von 2:4 Zählern im Auswärtsspiel beim punktgleichen SV Anhalt Bernburg bereits unter einigem Erfolgsdruck steht.

TV Jahn: Wedemeyer, Krüger, Schmidt – Kesilis (2), Tetzlaff (5), Brandes (1), Knudsen (5/2), Heim, Swoboda (3), Nass (2), Gelley (1), Brand, Kaufmann.
Beste Werfer HSC: Hines (6), Valkovskis (6), Linsmeier (5/1).
Stationen: 0:1 (1.), 4:1 (9.), 6:3 (15.), 9:3 (18.), 10:7 (26.), 11:9 (30., Halbzeitstand); 11:11 (32.), 13:15 (36.), 15:19 (44.), 18:19 (49.), 18:24 (54.), 20:24 (57.), 20:27 (60., Endstand).

Von Michael Bohl

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