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„Sind Sie für Profifußball in Göttingen?“

Tageblatt-Kandidatencheck vor der Landratswahl „Sind Sie für Profifußball in Göttingen?“

Was haben die Kandidaten der Landratswahl am 11. September für sportpolitische Vorstellungen? Fragen und Antworten - der Tageblatt-Kandidatencheck. Keine Antworten kamen von Michael Täuber (ALFA).

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Prall gefülltes Jahnstadion Göttingen: Zum Testspiel einer Regionalauswahl gegen die mexikanische Nationalelf strömten die Zuschauer in Scharen in die Arena.

Quelle: Swen Pförtner

1. Warum werden sowohl Göttingen als auch Osterode in sportpolitischer Hinsicht von der Kreisfusion profitieren?

Göttingen. Bernhard Reuter (SPD): "Die Vereine werden von der Fortsetzung und Ausweitung des Sportstättenförderprogramms sehr profitieren. Hier möchte ich künftig eine viertel Millionen Euro pro Jahr bereitstellen. Außerdem sind die Übungsleiterzuschüsse in Höhe von ca. 200.000 Euro pro Jahr als freiwillige Leistung langfristig gesichert."

Ludwig Theuvsen (CDU): „Der (Alt-)Kreis Osterode am Harz wird nach der Fusion mehr Geld für Sportstätten zur Verfügung haben. Für den Kreis Göttingen sehe ich keine großen Auswirkungen der Fusion im Bereich der Sportpolitik.“

Felicitas Oldenburg (FDP): „Göttingen und Osterode profitieren nur, wenn der Kreis die Kreisumlage senkt oder zumindest dauerhaft belässt, wie die FDP es möchte, damit die Sportstätten saniert und ausgebaut werden können. Das hängt also von der Politik des Landratsamtes und nicht der Fusion als solcher ab.“

Eckhard Fascher (Linke): „Inwieweit Göttingen und Osterode überhaupt von der Kreisfusion profitieren werden, wird die Zukunft zeigen. Positiv ist es, dass sich beide Sportverbände zusammen geschlossen haben.“

2. Einige Basketball-Bundesligisten werden in größerem Maße als die BG Göttingen von der jeweiligen Stadt oder der Region finanziell unterstützt. Sollte im Fall der „Veilchen“ aufgestockt werden?

Reuter: „Die Stadt Göttingen unterstützt die BG nach allen Kräften, was ich bewundernswert finde. Eine finanzielle Unterstützung der BG durch den Landkreis käme für mich auch nur in Betracht, wenn dafür an anderer Stelle bei Sport oder Kultur nicht gekürzt werden müsste.“

Theuvsen: „Die BG ist durch Bereitstellung entsprechender Trainings- und Spielmöglichkeiten umfassend durch die Stadt und deren Töchter (Sparkasse, GöSF) unterstützt worden. Eine noch weiterreichende finanzielle Förderung der BG kann ich mir nur in Form eines stärkeren Engagements privater Sponsoren vorstellen.“

Oldenburg: „Kreisaufgabe ist es, der mit Hallenunterhalt engagierten Stadt Göttingen bei der Jugendförderung der „Veilchen“ zur Seite zu stehen sowie, beim Einwerben von Sponsoren zu helfen. Ein direktes finanzielles Engagement bei der BG Göttingen von Landkreisseite ist in der gewünschten Größenordnung unrealistisch.“

Fascher: „Nein, es kann nicht Sache einer Kommune sein, finanzstarke Profivereine zu unterstützen. Die Sportförderung sollte möglichst vielen Menschen dabei helfen, Sport zu treiben, also den Breitensport unterstützen.“

3. Sollte dem Sport in Relation zur Kultur eine größere Förderung zuteil werden?

Reuter: „Wir haben durch den Zukunftsvertrag erreicht, dass das Niveau der freiwilligen Leistungen, wozu Sport und Kultur zählen, dauerhaft erhalten werden kann. Den einen Bereich jetzt zulasten des anderen Bereiches zu verändern, davon halte ich nichts.“

Theuvsen: „Ich bin dagegen, Kultur gegen Sport auszuspielen oder umgekehrt. Beide müssen in angemessenem Rahmen gefördert werden. In Göttingen geschieht dies auch.“

Oldenburg: „Ein Ausspielen von Sport gegen Kultur lehnen die Freidemokraten ab. Der Landkreis sollte sich verstärkt einbringen und die Leuchtturmangebote solider unterstützen als bisher.“

Fascher: „Nein, man sollte den Sport und die Kultur nicht gegeneinander ausspielen. Kultur und Sport stellen verschiedene, gleichwertige Teile des Menschseins dar.“

4. Viele Fußballfans der Region träumen immer noch von Zweitliga-Zeiten des 1. SC Göttingen 05. Inwieweit sollte die Politik Leistungsfußball-Projekte fördern?

Reuter: „Ich bin als Landrat bereits gefragt worden, ob ich mir vorstellen kann, die Gründung einer Gesellschaft zur Förderung des Leistungssportes in der Region zu unterstützen. Meine klare Aussage: Ja, das kann ich mir gut vorstellen. Allerdings werde ich vor der Wahl nichts versprechen, was ich danach nicht halten kann.“

Theuvsen: „Die Politik sollte die Finger von Leistungsfußball-Projekten lassen. Fußball ist Big Business geworden, wie die aktuell in der Bundesliga und in anderen Ligen gezahlten Transfersummen und Gehälter zeigen. Selbst in der 2. Fußball-Bundesliga können nur noch Mannschaften erfolgreich sein, die entweder aus Großstädten mit entsprechendem Fanpotenzial stammen und/oder einen starken Sponsor oder Mäzen hinter sich haben. Träume von der 2. Liga werden daher in Göttingen wohl Träume bleiben.“

Oldenburg: „Leistungssport insgesamt sollten Kommunen und vor allem der Landkreis neben dem Breitensport fördern durch Unterstützung in organisatorischer Hinsicht und gegebenenfalls auch durch von der Region gegebene Willkommensangebote für Spitzensportler wie freien Eintritt in Schwimmbäder.“

Fascher: „Die Sportförderung sollte möglichst viele Menschen dabei unterstützen, Sport zu treiben. Der Breitensport ist wichtiger als der Profifußball.“

5. Erachten Sie es für sinnvoll, dem Trend zum individuellen Freizeitsport Rechnung zu tragen und vordringlich öffentliche Freizeitsportanlagen wie Skaterparks zu unterstützen?

Reuter: "Ich erachte es für sinnvoll, vor allem den Vereinssport zu unterstützen. Nicht wenige Vereine bieten auch im eigenen Interesse individuelle Freizeitsportarten an. Der Landkreis ist im Übrigen nicht zuständig für öffentliche Freizeitanlagen. Diese Zuständigkeit liegt bei den Gemeinden. "

Theuvsen: "Sportpolitik muss nicht nur, aber auch Trends folgen, die sich aus veränderten Vorlieben von Sportlerinnen und Sportlern ergeben. Die Individualisierung des Freizeitsports ist seit vielen Jahren unverkennbar. Öffentliche Freizeitsportanlagen sind daher zwar nicht vordringlich, aber eben auch zu fördern. Der Skaterpark in Göttingen ist maßgeblich dank des Engagements der Göttinger CDU Realität geworden."

Oldenburg: "Sinnvolle Sportkonzepte sind immer umfassend, nicht nur vereinsbezogen, wobei dort besonders viel Jugendförderung geschieht. Im Rahmen der Sportentwicklungspläne im Kreis fordert die FDP ausgewogene Konzepte, mit modernen und finanziell handhabbaren Individualangeboten als einem Baustein. Für alle Altersgruppen schlagen wir u.a. Discgolf vor, einer Art Minigolf mit Metallkörben und Frisbeescheiben in öffentlichen Parks wie der Schillerwiese oder am Juessee. Die tatsächlichen Nachfragen von Jugend bis aktiven Senioren sollten berücksichtigt werden."

Fascher: "Grundsätzlich ja. Politik muss auch neuen Bedürfnissen Rechnung tragen."

1.  In familienstarken Wohngegenden im Osten und Süden Göttingens werden Fußballklubs von jungen Fußballern überlaufen, und es fehlt an Trainingsflächen. Woanders fehlt der Nachwuchs. Wie kann die Politik helfen?

Reuter: "Mit dem Sportstättenförderprogramm hat der Landkreis Göttingen viele Vereine im Landkreis bei der Erhaltung und Schaffung von Sportstätten unterstützt. Insg. über 3 Millionen Euro wurden hier in den letzten Jahren bereitgestellt. Zuletzt wurde mit Fördergeldern des Landkreises ein Kunstrasenplatz in Bovenden gebaut und damit die bitter benötigte zusätzliche Trainingsfläche geschaffen.

Den Nachwuchs kann die Politik nicht liefern, aber der Landkreis unterstützt finanziell den Vereinssport, der damit in die Lage versetzt werden soll, attraktive Angebote vorzuhalten. Im Übrigen muss man auf den demografischen Wandel reagieren. Wenn die Jugend fehlt, sollten Angebote für Senioren her. Da brauchen die Vereine in der Region aber keine Nachhilfe von der Politik. Das läuft schon."

Theuvsen: "Ganz einfach: Indem die Politik dort Sportstätten schafft bzw. ausbaut, wo sie gebraucht werden. Es hilft nichts, wenn im Mittel im gesamten Stadtgebiet genug Trainingsflächen vorhanden sind. Sie müssen auch am richtigen Platz verfügbar sein. Auf Veränderungen der Bevölkerungsstrukturen in einzelnen Stadtteilen muss die Politik mit entsprechenden Maßnahmen, in diesem Fall: der Bereitstellung von ausreichend vielen Trainingsflächen, reagieren."

Oldenburg: "Vor allem Trainingsflächen müssen geschaffen werden, wie endlich Multi-Kleinfelder im Ostviertel und Südstadt, und zwar als Hartplatz mit Volleyballkörben daneben; das ASC-Feld ist dringend zu reparieren. Eine Kooperation mit der Universität für Training im Ostviertel ist seit Jahren überfällig. Dies ist Stadtaufgabe, der Landkreis sollte mit dem Kreissportbund noch enger kooperieren und über eine gemeinsame Förderung sowohl aller Schüler und Berufsschüler in der Breite als auch der Spitzentalente nachdenken."

Fascher: "Aufgabe der Politik ist es, dass überall im Stadtgebiet ähnliche Bedingungen für den Sport existieren. Da wo es Lücken gibt, sollte möglichst Abhilfe geschaffen werden."

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