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Tagung zum Thema "Korruption im Sport"

Sylvia Schenk Tagung zum Thema "Korruption im Sport"

Korruptionsaffären haben längst den Sport erreicht. Der Fifa-Skandal ist nicht aufgeklärt, Entscheider verlieren ihre Ämter. Sylvia Schenk, die ehemalige 800-Meter-Läuferin, die sich 1972 das Olympia-Ticket für München gesichert hat, hat sich der Korruptionsbekämpfung verschrieben.

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Referentin Sylvia Schenk

Quelle: Pförtner

Göttingen. Beim Frühjahrsforum der Deutschen Olympischen Gesellschaft (DOG), Bezirksgruppe Südniedersachsen-Göttingen, berichtete die 63-Jährige von ihrer Arbeit bei Transparency International, der Antikorruptions-Organisation, deren Arbeitsgruppe "Sport" sie leitet.

Anschaulich, pointiert, lebendig

Schenk wirkt mit ihrer kinnlangen Frisur im ersten Moment streng. Schnell merken die gut 50 Zuhörer im Hotel Freizeit In jedoch, dass die ehemalige Leichtathletin das Thema Korruption anschaulich, pointiert, lebendig, versiert und ohne einen ständig erhobenen Zeigefinger erläutert.

Ihr beruflicher Background, sie ist Juristin und hat zwölf Jahre als Dezernentin in verschiedenen Bereichen des Franfurter Magistrats gearbeitet, macht es ihr leicht. "Sie können mir glauben: Ehrenkarten für gefragte Veranstaltungen zu verteilen, war ein schreckliches Thema."

Schenk erklärt juristische Fachbegriffe und hat immer wieder Praxisbeispiele parat. Dabei geht es auch um "Lustreisen" von Kommunalpolitikern. "Lachen Sie nicht, Lustreise ist ein Fachbegriff."  Bei Korruption gebe es keinen offensichtlichen Schaden und kein offensichtliches Opfer, sagt sie.

Vielzahl von Ineteressenkonflikten

Meistens handele es sich um zwei Tathandlungen, die nur schwer zu erkennen und nachzuweisen seien. Erst seit 1999 ist in Deutschland die Bestechung privater Personen strafbar. Viele der Fälle, die jetzt offengelegt werden, haben sich vorher ereignet.

In der "Gemengelage Sport" sieht sie eine Vielzahl von Interessenkonflikten. Politik, Wirtschaft, Medien und Sport sind eng miteinander verflochten, alle wollen den Erfolg. Entwickelt hat sich eine Geschenk- und Einladungskultur, die zu Schneks aktiven Zeiten zu absurden Situationen geführt hat. "Es gab Schlüsselanhänger und Krawatten - auch für Frauen. Ich habe auch Krawatten bekommen, später gab es Halstücher."

Interessenkonflikte gelte es vor allem für die Verantwortlichen von großen Unternehmen zu vermeiden, ihre Sponsoringhandlungen müssen nachvollziehbar sein. "Sie sollten verantwortlich mit dem Geld anderer umgehen", fordert Schenk. Einem privaten Metzger dagegen gesteht die Rechtsanwältin freie Auswahl zu: "Er kann auch Vegetarier unterstützen, es ist sein Unternehmen und sein Geld."

Spannende Zeit

Großveranstaltungen, wie Fußball-Welmeisterschaften, sind nach Schenks Einschätzung längst nicht mehr dazu geeignet, Missstände zu vertuschen, im Gegenteil: "Bewerbungen ziehen das Spotlight an – siehe Katar. Dort hat es vorher schon jahrelang einen Bauboom gegeben, erst mit der Vergabe der Fußball-WM dorthin sind die Migranten-Arbeiter und deren Situation in den Fokus gerückt."

Die Fortschritte in der Korruptionsbekämpfung bezeichnet Schenk als "spannende Zeit". Nichts gehe von heute auf morgen, aber das Reformpaket Agenda 2020 des Internationalen Olympischen Komitees lobt die Expertin: "Da stehen tolle Dinge drin." Auch zum Thema Korruption.

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