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Tennis: Eichsfelder Vereine zeigen sich erfinderisch

Um den Nachwuchs kämpfen Tennis: Eichsfelder Vereine zeigen sich erfinderisch

Die Zeiten von Steffi Graf und Boris Becker sind lange vorbei. Und mit ihnen der Tennis-Boom. Diesen Abwärtstrend spüren natürlich auch die Eichsfelder Vereine, die sich aber allesamt auf die Fahnen geschrieben haben, um ihren Nachwuchs zu kämpfen. Acht Tennis-Vereine gibt es im Eichsfeld noch, davon nehmen sechs mit ihren Jugend-Teams an Punktspielen teil.

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Der Spaß soll beim Tennisnachwuchs, der hier eine kühle Dusche auf dem Platz erhält, im Vordergrund stehen.

Quelle: Richter

Eichsfeld. Die stärkste Abordnung stellt der TC Blau-Weiß Duderstadt, der neun Mannschaften für die Sommersaison gemeldet hat. Der TC Hilkerode und der SV Viktoria Gerblingerode konnten überhaupt keine Jugend-Vertretung ins Rennen schicken.

„Wir haben kein Rezept, um das Problem zu lösen“, erklärt Andreas Spohr, Vorsitzender beim TC Hilkerode. Die Verantwortlichen mühten sich, versuchten über die Grundschule Kinder für Tennis zu begeistern. „Im vergangenen Jahr haben wir Training mit einen qualifizierten Trainer angeboten. Es ist nicht einer gekommen“, ist der Stimme von Spohr die Enttäuschung über die Ignoranz deutlich anzumerken.

Immerhin noch über zwei Jugendteams verfügt der TC Mingerode. Wenn es nach Jugendwart Stefan Kunze geht, dürften es gern viel mehr sein. „Die Jugendlichen bauen immer weniger auf Vereine. Die wollen ihren eigenen Rhythmus“, ist er sich sicher. Ein weiterer wichtiger Faktor ist seiner Meinung nach der finanzielle Aspekt.

„Ich glaube, dass Tennis immer noch als elitär angesehen wird und das Eltern nicht so ohne weiteres bereit sind, in Trainerstunden zu investieren, denn der Kostenfaktor ist nicht zu unterschätzen“, meint Kunze. Die Mingeröder kooperieren mit Schulen, versuchen darüber, Kinder anzusprechen. „Alle Vereine haben es in den letzten Jahren versäumt, etwas für die Jugend zu tun“, ist sich der Mingeröder, der seit sechs Jahren das Amt als Jugendwart bekleidet, sicher.

In den Schulen sucht auch der TC Nesselröden. Er veranstaltete einen Schultennis-Cup, an dem alle vier Jahrgangsstufen beteiligt waren. „Es ist eine gute Werbung für uns, und es sind immerhin elf Kinder, die mit dem Training angefangen haben“, freut sich der Nesselröder Jugendwart Uwe Koch. Schläger werden den Neueinsteigern gestellt, ein Vereinsbeitritt ist dann allerdings unerlässlich.

„Das geht aus versicherungstechnischen Gründen nicht anders“, erläutert Koch. Allerdings räumen die Verantwortlichen den Neulingen dann ein Jahr Beitragsfreiheit ein. „Es ist immer ein Kampf, die Leute bei der Stange zu halten“, meint Koch damit zum einen den Nachwuchs, zum anderen aber auch diejenigen, die Trainer Erik Pawellek bei den Übungsstunden unterstützen.

„Wir versuchen, aus dem Verein Jugendliche mit anzulernen, aber wenn die dann mit dem Studium fertig sind und ins Berufsleben gehen, dann sind sie auch meist weg. Das Alter zwischen 20 und 30 Jahren fehlt einfach“, so Koch.

Am Spielbetrieb teilnehmende Teams hat der TC Seeburg nur drei, vor tennisbegeisterten Kindern kann sich der Klub aber kaum retten. „Mittlerweile sind es 70 Kinder“, erzählt Jugendwartin Sandra Raabe. Durch Kooperation mit den Grundschulen Seeburg/Seulingen und Ebergötzen und auch mit dem Seeburger Kindergarten schaffte es der TC, den Nachwuchs zu begeistern.

Mit originellen Aktionen – beispielsweise können Kindergeburtstage auf der Seeburger Anlage gefeiert werden – weckten die Eichsfelder das Interesse, Tennis-Camps gehören ebenfalls seit Jahren dazu. Und auch auf die Kleinsten wird speziell eingegangen. „Unsere Jüngsten sind vier Jahre alt“, erzählt Raabe. Mit druckreduzierten Bällen und entsprechenden Schlägern werden auch sie behutsam herangeführt.

Die Erklärung, warum die Seeburger trotz des großen Zulaufs nur zwei Mannschaft gemeldet haben, ist einfach. „Die Kinder sollen in erster Linie erst einmal Spaß am Tennis haben und gern spielen, alles andere kommt dann später“, erklärt die engagierte Jugendwartin Raabe.

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