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„Total geflasht“ vom Dies Academicus in Göttingen

Sporttag der Universität „Total geflasht“ vom Dies Academicus in Göttingen

Er sei eben „Yolo-mäßig drauf“, behauptet ein Politik- und Amerikanistik-Student. „Yolo – you only live once. Du lebst nur einmal. Verstehst du?“, begründet er, warum er sich bei allenfalls moderaten Temperaturen im Unterhemd eine Wasserrutsche hinabstürzt.

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Quelle: Theodoro da Silva

Göttingen. Das kann durchaus als plausible Erklärung durchgehen. Zumal ohnehin beim Dies Academicus, dem Sporttag der Universität, so fröhlich gefeiert wird, als gäbe es kein Morgen. Musik tönt aus zig Boxen, Grills sowie eigene Zapfanlagen sind in Betrieb, und die Rasenplätze des Uni-Sportzentrums am Sprangerweg werden von rund 6000 Studenten in ein buntes Meer verwandelt.

Allein 2500 von ihnen treten beim Kleinfeld-Fußballturnier an, das traditionell einer der Höhepunkte ist. „Mit 150 Mannschaften verzeichnen wir einen Teilnehmerrekord“, traditionellen  Organisator Christoph Köchy, der zugleich Vorsitzender des Deutschen Kleinfeld-Fußball-Verbands und Geschäftsführer der Uni-Ligen ist. Fast 500 Spiele werden ausgetragen, ehe der Sieger feststeht. „Einfach der ganz normale Wahnsinn“, beschreibt Köchy, der besonders vom fairen Miteinander angetan ist: „Beim Dies ist der olympische Gedanke noch ausgeprägter als in der Uni-Liga.“

Das kann Eduard Henschel, der vor zwei Wochen sein Lehramtsstudium für Sport und Spanisch abgeschlossen hat und für die Mannschaft der Caféte antritt, nur bestätigen: „Wir sind in meiner ganzen Studienzeit nie eine Runde weitergekommen. Das ist aber egal, denn uns geht es nur um den Spaß.“

Auf dem umfangreichen Gelände, auf dem man stets Gefahr läuft, von einer per Zwille abgefeuerten Wasserbombe getroffen zu werden, nimmt der Jux teilweise groteske Formen an. Besonders beliebt in diesem Jahr: ulkige Verkleidungen. Männer kicken im Bikini, Zuschauer feuern in Tigerkostümen an, und Kriegsbemalung fehlt an keiner Körperstelle. Optisch weit vorne platziert sich eine Gruppe von Skandinavistik-Studenten. Mit Wikinger-Helmen und Ibrahimovic-Trikots campieren sie bei warmem Köttbullar unter einem Ikea-Zelt. „Am studentischen Karneval wäre es doch lahm, nur in normalen Sportsachen zu erscheinen“, tönt Wikinger-Häuptling Sascha Herz.

Die Sportangebote sind umfangreicher denn je. Neben den Klassikern wie dem Beachvolleyball- und Basketballturnier oder Torwandschießen gibt es diesmal unter anderem einen Wrestling-Ring, Skateparcours, Tennisballmaschinen und Rodeo. Wer ordentlich was in den Armen hat oder sich genug Mut angetrunken hat, wagt sich ans Kehrmaschinen-Pulling und zum Klimmzug-Contest. „Der ein oder andere verirrt sich trotz des Wetters sogar im Pool“, verrät Dies-Projektleiter Mischa Lumme vom Hochschulsport. Mit dem Ablauf ist Lumme sehr zufrieden, großes Lob habe es von Kollegen anderer Universitäten gegeben, die an einem Fußballturnier für Universitätsverwaltungen teilgenommen haben. „Die waren total geflasht“, sagt Lumme.

Welchen Stellenwert der Dies für Göttinger Studenten einnimmt, verdeutlicht Geburtstagskind Clara Garleff (26): „Ich wäre letztes Jahr fast von meinem Auslandssemester aus Gran Canaria eingeflogen, um den Dies zu erleben.“ Es wäre nicht verwunderlich, wenn bei dieser Auflage wirklich jemand solche Reisestrapazen auf sich genommen hätte. Man lebt ja nur einmal.

Von Rupert Fabig

©Theodoro da Silva

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