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Tour d'Energie: Bunt statt Grau

Thema des Tages Tour d'Energie: Bunt statt Grau

 Christian Müller (Senden) und Nicolas Nikuradse (Hann. Münden) heißen die Sieger der Tour d’Energie 2016. Allerdings hatte das prognostizierte schlechte Wetter viele der 3700 gemeldeten Teilnehmer des Göttinger Jedermannrennens vom Start abgehalten: Lediglich 2807 Fahrer hatten am Sonntag die Strecke in Angriff genommen, davon 1629 über 100 Kilometer – kein neuer Teilnehmerrekord.

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Quelle: Pförtner

Göttingen. Morgens war tatsächlich ein heftiger Schneeschauer über Göttingen niedergegangen. Am Start an der Sparkassen-Arena waren drei  Grad gemessen worden, und dann war ja noch umleitungsbedingt eine neue Abfahrt zu meistern, durch den Bramwald nach Hemeln.

Absolutes Radfahrwetter

Doch die Befürchtungen zerstreuten sich schnell: „Es war absolutes Radfahrerwetter“, sagte Nicolas  Nikuradse, der für das Grotefend-Gymnasium Hann. Münden gestartet war und nach 1:13,03 Stunden die 46-Kilometer-Strecke für sich entschied. Nur vereinzelt fielen Schneeflocken vom Himmel, und es blieb trocken.

„Teilweise kam sogar die Sonne raus“, berichtete Nikuradse. Der südniedersächsische Lokalmatador hatte sich auf der Abfahrt nach Dransfeld zusammen mit zwei weiteren Fahrern abgesetzt und diese dann am Dransfelder Schwimmbad zu Beginn der Bergwertung Hoher Hagen abgehängt.

Der Rest war eine Solofahrt und ein begeisterter Empfang auf der Göttinger Bürgerstraße, wo über den Tag hinweg rund 8000 Zuschauer den Fahrern zujubelten. „Ich bin in sehr guter Form für die Jahreszeit, die sich allerdings noch ausbauen lässt“, sagte Nikuradse, der am Sonnabend bereits beim Prolog triumphiert hatte.

Frühes Zersplittern verhindert

Völlig geschafft hingegen war Christian Müller aus Senden im Münsterland, der nach 2:36,29 Stunden ebenfalls eine Solofahrt nach 100 Kilometern mit einem umjubelten Sieg krönte. Seine Mannschaft, das Merkur-Cycling-Team, habe sensationell für ihn gearbeitet, unterstrich der 28-Jährige: „Die Jungs haben mich super in den Hohen Hagen reingefahren.“

Die Abfahrt nach Hemeln verhindere, dass das Feld früh zersplittert, unterstrich später Georg Reiter vom Mitveranstalter Tuspo Weende: „Die Streckenänderung kam den Sprintern und den schweren Fahrern entgegen.“

Von den 2807 Startern kamen letztlich 2748 ins Ziel, über 100 Kilometer 1586. Nach der Zieldurchfahrt bogen einige Spitzenfahrer gleich in die Reinhäuser Landstraße ein, wo es sich am Neuen Rathaus zwei 46-Kilometer-Recken bei einem Bier und einer Zigarette bequem gemacht. Auch davon lebt die Tour d’Energie – vom Reiz der Kontraste.

Von Eduard Warda

Alle Ergebnisse zum Rennen unter http://www.tourdenergie.de/

Schneeflocken und Schiebepassagen

Göttingen. Der Wetterbericht hatte nicht gelogen: Nach einer guten Stunde Fahrzeit segeln tatsächlich einige Schneeflocken auf uns Teilnehmer nieder. Ich ertappe mich dabei, wie ich mich darüber amüsiere: Denn zum einen hat der Moment etwas irrkomisches. Zum anderen muss ich einem anderen Aktiven zustimmen: „Schnee und Hagel sind besser als Regen.“

Zeugnisse erheblichen Zeitverlustes

Fast anderthalb Stunden länger als der Sieger bin ich unterwegs gewesen, als ich nach vier Stunden die Ziellinie erreiche. Dafür nehme ich auf der Strecke Dinge wahr, die den Spitzenfahrern verborgen bleiben: weggeworfene Trinkflaschen und verklebte Energiegel-Packungen, die den Wegesrand säumen. Und kaputte Schläuche, die – jeder für sich – für einen erheblichen Zeitverlust stehen.

Was im hinteren Bereich der Tour d´Energie aber vor allem auffällt, ist die andersartige Zielsetzung: Spaß ist Trumpf und der Begriff „Jedermann-Radrennen“ Programm. So führt ein Fahrer eine Packtasche mit sich, ein anderer hat an seinem  Drahtesel eine überdimensionale Hupe montiert.

Sie funktioniert prächtig, wie er uns spaßeshalber immer wieder demonstriert. Auch ohne Carbon-Rennrad und Klickpedale erreichen die Teilnehmenden ihr Ziel, das Ziel zu erreichen.

„Nur 27 Minuten Rückstand bis zur Spitzengruppe“, ruft uns ein Zuschauer in Dankelshausen entgegen. Es wird gelacht – denn gute Laune herrscht fast immer. Erst am Hohen Hagen setzt sichtlich die Erschöpfung ein: Sportler stehen am Wegesrand und strecken ihre Krämpfe aus den Oberschenkeln. Ein Akteur wird mit einer goldenen Isolationsdecke umsorgt. Und ein anderer muss sein Gefährt die letzten einhundert Meter bis zur Kuppe hinauf schieben.

Durchhalten dank Zuschauern

Dass fast alle Teilnehmer das „Dach der Tour“ früher oder später erreichen, liegt auch an den Zuschauern: „Nicht aufgeben“, schallt durch ein Megaphon, als eine Teilnehmerin etwas wirklich Ironisches entdeckt: Knapp oberhalb des Dransfelder Campingsplatzes steht ein Verkehrsschild, „Erholungsgebiet“ ist darauf zu lesen.

Im hinteren Bereich der Tour d´Energie haben große Gruppen Seltenheitswert. Viele Akteure sind gar allein unterwegs. Daher: Applaus für alle Fahrer, die als Einzelkämpfer das Ziel auf der Bürgerstraße erreichen. Und Applaus vor allem auch an alle Zuschauer, die jedem einzelnen Teilnehmer durch ihren Applaus das Gefühl geben, Gewinner zu sein.

Von Timo Holloway

Drewes fährt allen davon

Göttingen. Langsam beginnen die etwas mehr als 70 Teilnehmer der Taggi-Tour zu  frösteln. Sie stehen seit Minuten an der Start-Ziel-Linie, doch zunächst muss gewartet werden, bis der Pulk des 100-Kilometer-Rennens aus der Stadt ist. Doch dann geht es los, und schließlich triumphiert Bennet Drewes.

„Einmal um den Kreisverkehr herum und dann zurück“, gibt Moderator Hennig Tonn vor. Als das Peloton sich auf Renn- und Kinderfahrrädern in Bewegung setzt, gibt es bereits nach 50 Metern die ersten Tränen. Doch unter den Anfeuerungsrufen des Moderators und dem Applaus der Zuschauer wird der Drahtesel aufgehoben und hinterhergefahren.

Als der Kreisverkehr einmal umrundet ist und die Fahrer wieder in Sichtweite sind, lässt sich der zehnjährige Drewes im Trikot von Tuspo Weende den Sieg nicht mehr nehmen. „Ich war gut in Form und von Beginn an in Führung“, sagt der Sieger über seinen bisher größten Erfolg. Zu diesem Zeitpunkt kommt der letzte Teilnehmer auf einem Kinderfahrrad ins Ziel – und fährt einfach weiter.

„Du darfst jetzt aufhören zu treten“, ruft ihm Tonn hinterher. – Ergebnisse: Altersklasse 2004-07 Jungen: 1. Bennet Drewes, 2. Ole Schönfeldt, 3. Robert Diehl. AK 04-07 Mädchen: 1. Lioba Kelzewski, 2. Friederike Michels, 3. Carlotta Hinz. AK 08-10 Jungen: 1. Henrick Bock, 2. Jonah Brennecke, 3. Niklas Bock. AK 08-10 Mädchen: 1. Mia Buch, 2. Emma Rode, 3. Vivian Tester. Mini-Taggi-Tour: 1. Nane Thomsen, 2. Franz Milde, 3. Pauline Murra. war

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02.12.2016 - 20:20 Uhr

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