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Vorsprung durch „Techno-Doping“

Radsport im Schatten des Dopings Vorsprung durch „Techno-Doping“

Die belgische Radsportlerin Femke Van den Driessche hat sämtliche Zweifel beseitigt. Spätestens seit ihrem Fall ist klar: In Rennräder lassen sich Hilfsmotoren einbauen, die zu besserer Leistung verhelfen - das sogenannte Techno- oder Elektro-Doping. Der Weltverband hat inzwischen technische Kontrollen eingeführt.

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Radsport im Schatten des Dopings: Bei vielen Rennen ist die Ungewissheit ein ständiger Begleiter.

Quelle: Swen Pförtner

Göttingen. Während beim Autorennen Motorengeräusche dazugehören, würden sie beim Radrennen Betrüger sofort entlarven. Hilfsmotoren, die im Rahmen eingebaut werden, müssen folglich vor allem eines sein: leise. „In einem ruhigen Raum hört man das Summen des Elektromotors schon. Durch den Rahmen wird der Motor aber gedämpft - und draußen kommen beim Fahren noch die Windgeräusche hinzu“, erklärt Andreas Schwenk aus Saarbrücken, der sich selbst als „Anti-Doping-Aktivist“ bezeichnet.

Der Motor „Vivax-Assist“ beispielsweise wird im Sattelrohr eingebaut. „Ultraleicht-Zusatzantrieb für Fahrräder, der direkt auf die Tretkurbel wirkt“ - so bewirbt Hersteller Vivax sein Produkt. Für knapp 3000 Euro lässt es sich online bestellen, Einbau inklusive. Den Akku, der mindestens 90 Minuten hält und der unter zwei Kilogramm wiegt, könne man laut Schwenk fast unerkennbar in einer Trinkflasche verstauen.

Bis zu 110 Watt Zusatzleistung bringen die Vivax-Motoren auf Knopfdruck - vor allem bergauf ein wahrer Segen. Zum Vergleich: 110 Watt sind eine Leistung, die weniger gut trainierte Freizeitfahrer über eine Stunde hinweg auf das Pedal bringen können. Bei männlichen Profis schlägt das Thema „E-Doping“ seit 2010 Wellen, obwohl es bislang keinen offiziellen Fall gegeben hat. Die Belgierin Van den Driessche wurde im Januar nach einem Vorfall bei den Radcross-Weltmeisterschaften der U 23 für sechs Jahre gesperrt.

Neben dem Doping am Sportler und jenem am Tier - wie etwa im Pferdesport - gibt es also offensichtlich eine dritte Variante des Betrugs: Techno-Doping. Welche der drei Betrugs-Formen am verwerflichsten ist? Schwenk, der ein Jahr lang Mitglied der Nationalmannschaft war, sagt: „Motor-Doping schadet zwar nicht der Gesundheit. Aber insgesamt sehe ich keinen Unterschied.“

Der Weltradsportverband (UCI) führt inzwischen technische Kontrollen durch, um Motoren im Rahmen zu entdecken. Dazu eignen sich Magnetresonanz-Tests ebenso wie Wärmebildkameras. Seit Neuestem werden auch die Laufräder untersucht. Gerüchte besagen nämlich, dass ein elektromagnetisches Laufrad entwickelt worden ist, das 20 bis 60 Watt Energie-Ersparnis bringt. Dass solche Vermutungen Ernst zu nehmen sind, daran dürften selbst Skeptiker nach dem Fall zu Jahresbeginn kaum Zweifel haben.

Tour d‘Energie

Kontrollen auf E-Doping wird es bei der Tour d´Energie nicht geben, sagt Daniel Koch, Projektleiter des Göttinger Jedermann-Radrennens. „Wie sollen wir das leisten bei einem Feld von 3700 Teilnehmern? Selbst die UCI tut sich schwer, und das bei Feldern mit maximal 300 Fahrern. Nicht zu vergessen ist das teure technische Equipment, das benötigt wird, um die Räder auf den magnetischen Fluss der Motoren zu untersuchen“, sagt der 34-Jährige. Vielmehr appelliere der Mitausrichter Göttinger Sport und Freizeit GmbH (GoeSF) „an die Fairness der Teilnehmer“. Koch verweist unter anderem auf den Punkt 4.4 im Reglement. Dort ist festgeschrieben, dass von den Tour-Startern erwartet werde, „weder auf verbotene Substanzen noch auf verbotene Methoden zurückgreifen“. E-Doping bei der Tour d´Energie könne Koch sich kaum vorstellen. „Aber es wäre natürlich eine Riesensauerei“, sagt der GoeSF-Projektleiter.th

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