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Trapschießen: Erik Latowski nimmt Olympische Spiele ins Visier

Seine Welt ist eine Scheibe Trapschießen: Erik Latowski nimmt Olympische Spiele ins Visier

Es sollte ein entspannter Abend werden. Erik Latowski möchte seinen sechsten Platz bei der Deutschen Meisterschaft in München sowie den Titel mit der Mannschaft des WTV Nesselröden gemeinsam mit seiner Freundin Carina in Ruhe Revue passieren lassen.

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Mit seinem italienischen Sportgerät: Trapschütze Erik Latowski aus Groß Schneen.

Quelle: Hinzmann

Groß Schneen. Auf einmal klingelt das Telefon. Am anderen Ende der Strippe meldet sich der Bundestrainer, der dem Trapschützen aus Groß Schneen mitteilt, dass er für die Weltmeisterschaft im spanischen Granada nachnominiert worden ist. Der ruhige Abend ist gelaufen, denn „nach dem Anruf war ich vor Freude komplett fertig“, erinnert sich Latowski.

Es hat sich also endlich ausgezahlt: die gut 10 000 Schuss, die der 23-Jährige jährlich mit seiner Beretta-Flinte abfeuert, die enormen Investitionen in Material und Munition, von der er 600 Kilogramm im Jahr verschießt, sowie die wöchentliche Fahrerei ins 200 Kilometer entfernte Trainingszentrum nach Suhl, weil der einzig nahe gelegene Schießstand in Vogelsang viel zu klein ist.

Seit 2006 ist die Welt von Latowski eine Scheibe. Eine nur elf Zentimeter Durchmesser kleine Scheibe, genannt Tontaube. Mit Vater Josef ging es damals zum Schießstand, vom Konfirmationsgeld kauft sich der Einzelhandelskaufmann in Ausbildung seine erste Flinte. Es folgt ein steiler Aufstieg: 2007 die erste Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft, 2009 EM in Kroatien und WM in Slowenien, 2013 Aufstieg in den B-Nationalkader und als Krönung Mannschaftsgold mit Stefan Rüttgeroth und Florian Otto in München sowie die abermalige WM-Qualifikation.

„Ich habe meinen Schnitt geschossen“

„Ich war extrem aufgeregt“, sagt Latowski beim Rückblick auf Granada. Sobald er bei 35 Grad im Schatten in voller Montur am Schießstand steht, ist die Aufregung aber verflogen. „Im Wettkampf darfst du keine Angst zeigen, sondern musst dir einreden, dass du der Beste bist“, erklärt Latowski. Der Beste wird der gebürtige Göttinger in Spanien zwar nicht, mit seinen 118 von 125 möglichen Punkten und dem 60. Platz ist er aber zufrieden.

„Ich habe meinen Schnitt geschossen“, betont Latowski, der sich auch von einem Patronenfehler beim zweiten Schuss nicht beirren lässt. Zwischen den sechs Wettkampfrunden genießt der ruhige, aber stets konzentriert wirkende Groß Schneer den Strand, den Anblick der Luxusautos des Scheichs von Dubai, der ebenfalls passionierter Schütze ist, sowie ein Gespräch mit dem russischen Olympiasieger Aleksei Alipov.

Zu Olympia will Latowski selbst einmal. Qualifizieren will er sich 2015 bei den Weltcups in Slowenien, Mexiko und – aufgepasst – Aserbaidschan sowie den Vereinigten Arabischen Emiraten. „Die Chance ist gering, ich müsste mindestens eine 123 schießen.Meine Bestleistung liegt bei 120“, sagt er. Um sein Fernziel zu verwirklichen, möchte der 23-Jährige 2016 in die Sportfördergruppe der Bundeswehr, um eine bessere Förderung – ein großer Sponsor fehlt – zu erhalten und sein Training zu optimieren.

Nur im Winter will Latowski eine Trainingspause einlegen. „Bei minus 15 Grad schieße ich nicht mehr“, verspricht er grinsend. Dann bleibt bestimmt auch mal Zeit für einen entspannten Abend mit seiner Freundin.

Von Rupert Fabig

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