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Treffen mit "Vee"

BG 74 Veilchen Ladies Treffen mit "Vee"

Verdine „Vee“ Warner sitzt im Café Esprit und zieht die Strickjacke enger um den Körper. Draußen sind Minusgrade. „Zu kalt“, sagt die Basketballerin des Zweitligisten BG 74 Veilchen Ladies. Am vergangenen Spieltag hat die Centerin die 100-Punkte-Marke geknackt, ist nach Katarina Flasarova (136) und Alissa Pierce (110) die drittbeste Werferin im Team.

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Quelle: Peter Heller

Göttingen. Seit Anfang August ist Warner in Göttingen und findet die Stadt „modern, anders und jünger“. Dass sie bei einer Körpergröße von 1,96 Meter auffällt, ist für sie normal. „Vor allem kleine Kinder starren mich an. Ich war in der Schule immer die Größte, in meiner Familie ist das nicht so aufgefallen. Dort sind alle lang.“ Warner, die noch vier ältere Brüder hat, überragt ihre Mutter immerhin um sechs Zentimeter, ist genauso groß wie ihr Vater.

Die 24-Jährige ist ein Kind der Karibik, auf Trinidad geboren und auf St. Vincent und den Grenadinen, einem unabhängigen Inselstaat im Bereich der Westindischen Inseln, aufgewachsen. Mit Basketball ist sie erst im High-School-Alter von 15 Jahren nach dem Umzug nach New York in Berührung gekommen, hatte zuvor nur das basketballähnliche Mannschaftsspiel Netball gespielt.

An der High School in Brooklyn und anschließend am College entwickelte sich die athletische Sportlerin als starke Spielerin mit Rebound-Qualitäten in Angriff und Abwehr. „Durch den Sport hatte ich die Möglichkeit, ein College zu besuchen, ohne dafür bezahlen zu müssen“, erzählt Warner. 2015 wurde sie „Spielerin des Jahres“ der CIAA (einer Turnierserie im College-Basketball, meist bestehend aus historisch schwarzen Colleges). Ihren Abschluss machte sie im IT-Bereich, neue Technologien interessieren sie sehr.

Nach Beendigung des Colleges wurde sie gescouted und bekam einen Vertrag beim tschechischen Verein Basket Slovanka MB Tabor, für den sie aber nur drei Spiele bestritt. „Schlechte Erfahrungen“ habe sie dort gemacht, sagt sie, ohne diese ausführen zu wollen. Deshalb wechselte sie zu Beginn des Jahres 2016 nach Griechenland zu GS Kronos Agiou, wo sie die Saison zu Ende gespielt hat. Als das Angebot aus Göttingen kam, hat sie nicht lange mit der Zusage gezögert. Mit dem griechischen BG-Trainer Giannis Koukos hatte das aber nichts zu tun. „Ihn habe ich in Griechenland nicht kennengelernt.“

Das Veilchen-Team gefällt Warner gut, die Mischung aus jungen und erfahrenen Spielerinnen passe. Auch der Trainer gefällt ihr, an sein Englisch habe sie sich inzwischen gewöhnt. „Man muss bei ihm auch zwischen den Zeilen lesen können. Er hat mir aber auch klar gemacht, dass ich noch besser sein könnte“, sagt die Spielerin mit der extremen Kurzhaar-Frisur, die in den zurückliegenden drei Spielen sowohl zweistellig punktete als auch im Rebound erfolgreich war. Zehn Trainingseinheiten absolviert die Basketballerin wöchentlich, die Zeit dazwischen nutzt sie zum Schlafen „the whole day“ - wie sie überzeugend erzählt.

In den nächsten Wochen wird sie sich aber auch die Zeit nehmen, deutsche Weihnachtsgeschenke für ihre Familie zu kaufen, vom Göttinger Weihnachtsmarkt hat sie schon gehört, dass es in Deutschland bereits am 24. Dezember Geschenke gibt, war ihr neu. Ihre Familie, mit der sie hauptsächlich über Facebook Kontakt hat, wird sie über die Feiertage nicht sehen, der Flug ist zu teuer und zu zeitaufwändig, sie wäre zweieinhalb Tage bis auf ihre Heimatinsel unterwegs. Stattdessen wird sie mit ihrer in England lebenden Verwandtschaft feiern. Und sich bis dahin noch selbst ein paar Worte Deutsch beibringen: „Tschüss“, klappt zum Abschied schon ganz gut.

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07.12.2016 - 11:47 Uhr

Beim abstiegsbedrohten Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg hält man sich offensichtlich die Option auf einen weiteren Trainerwechsel noch in diesem Jahr offen.

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