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Über ägyptische Grenze in den Sudan entwischt

Tour d’Afrique Über ägyptische Grenze in den Sudan entwischt

Hardy Grüne hat sich in das größte Abenteuer seines Lebens gestürzt. Mit 62 Radsportbegeisterten aus aller Welt mutet sich der 48 Jahre alte Göttinger die Tour d’Afrique zu, die von Kairo aus in 95 Tagesetappen über 11    953 Kilometer bis nach Kapstadt führt.

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Interview fürs sudanesische Fernsehen: Hardy Grüne ist nach seinem Sieg beim Zeitfahren durch die Wüste ein begehrter Gesprächspartner .

Quelle: EF

Einmal wöchentlich schildert Grüne im Tageblatt seine Erlebnisse, Strapazen und Eindrücke auf einer der längsten und härtesten radsportlichen Herausforderungen der Welt.

Khartoum. Während die arabische Welt in Aufruhr geriet, radelten wir nichtsahnend weiter durch die scheinbar unendliche nubische Wüste. Nur zögerlich erreichten uns zunächst Gerüchte und schließlich auch eine Handvoll Fakten über die Geschehnisse in Kairo, und wie knapp wir durch die geschlossene Grenze in den Sudan entwischt sind. Um ein Haar wäre die Tour d’Afrique 2011 in Ägypten vorzeitig zu Ende gewesen.

„Im Sudan seid ihr sicher“, versichert man uns überall, und angesichts der überwältigenden Freundlichkeit der Sudanesen gibt es keinen Grund für uns, daran zu zweifeln. Etwas beunruhigend sind allerdings die Militärkonvois mit Panzern und anderem schweren Gerät, die uns seit einigen Tagen auf ihrem Weg in Richtung Norden immer wieder entgegenkommen. Unter den zahlreichen Polizisten und Militärs herrscht spürbare Anspannung.

Die Nubier sind ein stolzes Volk, das vor allem eines gern tut: lachen. Wo immer wir auftauchen, werden wir von strahlenden Frauen und Männern in traditioneller Kleidung umringt, die neugierig auf uns und unsere Fahrräder sind. Dass wir damit bis nach Südafrika fahren wollen, scheint ihnen unvorstellbar zu sein, und wenn wir ihnen unsere Route erklären, schütteln sie lachend die Köpfe und geben uns mit breitem Grinsen das „Daumen hoch“-Zeichen. Fast 2000 Kilometer haben wir nun schon in den Beinen, sind inzwischen in der sudanesischen Hauptstadt Khartoum angekommen. Damit neigt sich auch unsere Wüstendurchquerung ihrem Ende zu, und wie die meisten freue auch ich mich auf etwas Abwechslung im Landschaftsbild.

Nachdem wir das fruchtbare Nil-Delta rund 50 Kilometer südlich von Dongola in Richtung Khartoum verlassen hatten, präsentierte sich die Wüste freilich noch einmal wie aus dem Bilderbuch: goldgelber Sand, sanfte Hügel, hier und da ein paar Felsformationen, die stolz in der Sonne schmoren, und natürlich Wüstenstürme. Einer davon erwischte uns am dritten Abend, als wir nach zwei anstrengenden 140-km-Etappen in Folge große Mühe hatten, unsere Zelte am Boden zu halten und in den Schlaf zu finden.

Menschen sieht man in dieser Einöde nur selten. Dafür kampierten wir auf einem Kamelfriedhof, freuten uns über jede einsame Teestube, die sich inmitten dieser atemraubenden Dünenlandschaft finden lässt, und staunten über die vielen Lkw-Reifen, die von Hitze und Belastung zerfetzt am Straßenrand liegen und uns eine Ahnung davon vermitteln, wie unerträglich eine Wüstendurchquerung im Sommer sein muss. Derzeit hat es lediglich 30 Grad, und mit dem beständigen Wind ist das eine angenehme Radfahrtemperatur. Nur Kamelbauern leben in der weiten Einöde. Einer von ihnen winkte unser bunten Reisegruppe freudig zu und erzählte uns, dass er 40 Tiere in seiner Herde habe und weitere züchten wolle. Viele der „Wüstenschiffe“ laufen allerdings auch frei durch die Gegend.

Der letzte Tag in der Wüste hielt für mich noch ein persönliches Highlight bereit. Auf dem Weg in die Hauptstadt Khartoum war ein 20 Kilometer-Zeitfahren angesetzt, und nachdem ich als Erster die Ziellinie überquert hatte, bat mich das dort bereits wartende sudanesische Fernsehteam sofort um ein Interview. Atemlos gab ich ein paar Erklärungen ab und fühlte mich ein wenig wie bei der Tour de France.

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