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Veilchen zeigen das schöne, zweite Gesicht

Basketball-Eurocup Veilchen zeigen das schöne, zweite Gesicht

Wieder war John Patrick sprachlos, wusste nicht so recht, was er sagen sollte. Um ihn herum feierten seine Spieler ausgelassen mit dem begeisterten Publikum den 74:55-Sieg im Eurocup-Spiel gegen Aris Thessaloniki. Ein paar Schritte vor ihm machten die Veilchen die Laola mit dem Publikum. Der BG-Headcoach schaute zu – fast ein bisschen staunend. Dann fand er doch noch Worte: „Unglaublich!“

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Quelle: Theodoro da Silva

Die BG Göttingen zeigte gestern Abend ihr zweites Gesicht, das Schöne. Nicht das Hässliche, Träge wie im letzten Heimspiel gegen Bayreuth oder das in der entscheidenden Phase Unkonzentrierte wie in Oldenburg, als die Veilchen den Sieg aus der Hand gaben und so für einen rat- und sprachlosen Patrick sorgten.

Es war ein Auf und Ab in der Lokhalle. Nicht auf dem Parkett, wo die BG von Beginn an das Heft in der Hand hatte. Es war ein Auf und Ab auf den Rängen. Immer wieder sprangen die Zuschauer auf den Tribünen auf, weil sie so begeistert waren von dem Einsatz, dem Feuer, das die Spieler dort unten auf dem Feld entfachten: von den Dreiern eines Dale, Anderson oder Scott, dem Bodenkampf eines Little oder dem Willen eines Boone, der mit 14 Punkten und elf Rebounds für ein Double-Double sorgte.

Beeindruckend aber war vor allem die Defense der BG, in der der Siegeswille zu erkennen war. Jeder lief, jeder kämpfte und zusammen entnervten sie die Griechen schon in der Anfangsphase. „Als unsere ersten fünf Würfe nicht reingingen, waren wir schon zu sehr verunsichert“, sagte Aris-Headcoach Slobodan Subotic, der bereits nach fünf Minuten mit den Armen in die Seite gestützt, kopfschüttelnd und aggressiv Kaugummi kauend am Rand verzweifelte.
Der Einsatz und der Wille der Veilchen in der Defense wurde besonders an Robert Kulawick deutlich: Er sorgte zwar für keine Punkte, bekam aber von Patrick ein Sonderlob, stürmte mit aggressivem Gesichtsausdruck auf seinen Gegenspieler los, wedelte wild mit den Armen, war immer einen Schritt schneller und eroberte so oft den Ball. „Wir sind einfach nicht in die Offensive gekommen“, musste Kostas Charalampidis nach der Partie zugeben. Erst nach 6:43 Minuten traf Aris zum 2:13, am Ende des Viertels waren es nur sechs Punkte.

Auch in der Offense rollte der Veilchen-Express mit Volldampf. Vor allem Anderson, den die Fans auf der Tribüne immer wieder feierten und Louis Dale, dem sein Coach eine gute Leistung attestierte, der für 16 Punkte sorgte, flink, schnell und wach agierte. „Kann Dale in der BBL nicht auch sich selbst aufstellen, statt seines Doppelgängers“, kommentierte ein Leser beim Tageblatt Live-Ticker.

In den vergangenen Partien machten Patricks Spieler oft den Eindruck, als würden sie ein Double von sich aufs Parkett schicken. Gestern Abend aber standen Spieler auf dem Parkett, die „alle an den Sieg geglaubt haben und mit viel Selbstbewusstsein, hart und intensiv gekämpft haben“, freute sich Center Jason Boone. „So können wir jeden in Europa schlagen.“ Nach der gestrigen Partie fängt man wieder an, daran zu glauben - auch wenn die Angst vor dem anderen Gesicht der Veilchen bleibt.

Punkte BG: Anderson (18), Dale (16), Boone, Scott (je 14), Jordan (8), Meacham, Little (je 2).

Von Manuel Becker

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