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Versprechen: „Du hast mein Wort in deiner Hand“

Trapschütze Stefan Rüttgeroth Versprechen: „Du hast mein Wort in deiner Hand“

Ob er die Olympischen Spiele in London verfolgt hat? „Fast gar nicht“, sagt Stefan Rüttgeroth. Er habe Michael Phelps ein- oder zweimal schwimmen sehen und einige Ergebnisse im Internet gelesen.

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Olympia 2016 sei für ihn kein Ziel mehr: Trapschütze Stefan Rüttgeroth aus Gieboldehausen.

Quelle: EF

Eichsfeld. Abgelenkt habe sich der Trapschütze aus Gieboldehausen nach seiner verpassten Olympia-Teilnahme mit Arbeit und einer Urlaubsreise. Vergessen hat er dabei aber nicht das „unsportliche Verhalten“ seines Teamkameraden Karsten Bindrich.

„Man muss ganz klar sagen, dass ich am Ende selbst daran schuld war, dass es nach Peking kein zweites Mal geklappt hat. Ich habe es sportlich einfach verbockt“, sagt der Olympia-Teilnehmer von 2008 zwei Wochen nachdem die Flamme in London erloschen ist.

Zwar hatte der 31-Jährige im Jahr vor den Olympischen Spielen die Qualifikationsnorm erreicht, aber das Ausschießen mit seinem Teamkameraden Bindrich verloren. Anders als in anderen Sportarten oder in anderen Ländern schreibt der Deutsche Schützenbund nämlich ein Ausschießen unter den Mitgliedern des Olympia-Kaders vor, sollten nicht genügend der sogenannten Quotenplätze erzielt worden sein.

Rüttgeroth war seit Peking 2008 der einzige Deutsche, der sich unter den Top 3 bei einem Weltcup, einer Europa- oder Weltmeisterschaft im Trap platzieren konnte. Auf die beiden Kaderschützen Rüttgeroth und Bindrich kam so nur ein Olympia-Startplatz.

Enttäuscht ist der Eichsfelder in erste Linie vom Verhalten seines 39-jährigen Teamkameraden. Dieser hatte ihm persönlich zugesichert, dass er nicht an einem Ausschießen teilnehmen werde, wenn er selbst keinen weiteren Olympia-Startplatz für den Deutschen Schützenbund holen sollte. „Mehrfach sogar“, sagt Rüttgeroth. Für ihn überraschend: bereits erstmals im März 2011 nach dem direkten Quotenplatz-Gewinn in Sydney und in einer offiziellen Mannschaftsbesprechung

. „Ich habe ihm sogar gesagt, dass er mir sagen kann, wenn er doch antreten will. Aber er hat mir die Hand darauf gegeben, dass er es nicht macht. Du hast mein Wort in deiner Hand, hat er gesagt“, erzählt der Eichsfelder.

Dass ein Handschlag nicht viel zählen muss, erfuhr Rüttgeroth Anfang dieses Jahres. „Als ich gehört habe, dass er fürs Ausschießen trainiert, habe ich ihn angerufen“, sagt der Schütze vom WTV Nesselröden. Bindrich allerdings habe sich erst gerechtfertigt, als ihn der Bundestrainer dazu aufgefordert habe. „Angeblich hat ihm sein Arbeitgeber die Pistole auf die Brust gesetzt“, erzählt Rüttgeroth, der die Entscheidung seines Kollegen aus Eußenhausen (Thüringen) als „grob unsportlich“ bezeichnet.

„Nachdem er mir das letzte Mal im September 2011 versichert hat, dass er nicht antreten wird, habe ich im Training einen Gang zurückgeschaltet“, erzählt der kaufmännische Angestellte. Denn im Gegensatz zu Berufssoldat Bindrich betreibt Rüttgeroth das Schießen auf Tontauben nur in seiner Freizeit. „Er hat selbst bei einer Mannschaftbesprechung gesagt, dass er seine Prioritäten geändert hat. Für ihn als Berufssoldat ist das ja quasi Arbeitsverweigerung“, meint Rüttgeroth.

Auch Bindrich sei in den vergangenen Jahren sportlich etwas kürzer getreten. „Er hat sich auf seine Trainerausbildung konzentriert und hat ein Waffengeschäft eröffnet“, erzählt der Gieboldehäuser. Dementsprechend sei der Weltmeister von 2003 auch hinter seinen früheren Leistungen zurückgeblieben. „Seit 2008 hat er kein Finale mehr erreicht.

So wie in London jetzt auch“, sagt Rüttgeroth. Welcher Rang es genau für den Deutschen war? Rüttgeroth: „Elf oder zwölf, ich weiß es gar nicht.“ Einzig die Entscheidung von seiner guten Bekannten Christine Wenzel, die den sechsten Platz im Skeet belegte, verfolgte er im Internet.

Mit dem schlechtesten Ergebnis seit Jahrzehnten und ohne Medaille fuhren die Olympia-Teilnehmer des Schützenbundes vor zwei Wochen heim. „Es soll personelle Veränderungen geben“, weiß Rüttgeroth. Ein Grund – anders als nach dem Ausschießen beschlossen –  doch auf internationaler Ebene weiter zu machen? „Ich weiß nicht. Nächstes Jahr ist die Europameisterschaft in Suhl, das reizt mich schon“, sagt der Tontaubenschütze.

Dort trainiert er dieser Tage auch für die Deutschen Meisterschaften, die in der kommenden Woche beginnen. Zusammen mit seinen Mannschaftskameraden vom WTV Nesselröden, Florian Otto und Jan-Ole Jena, bildet er ein niedersächsisches Team. Eine Einzelwertung gibt es auch. „Die Mannschaft steht im Vordergrund“, unterstreicht Rüttgeroth.
Olympia 2016 in Brasilien habe er abgehakt. Nach der verpassten Olympia-Qualifikation im Mai sagte Rüttgeroth Ähnliches über die Deutsche Meisterschaft…

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