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Wasserball in Göttingen im Dornröschenschlaf

Attraktiver Mannschaftssport Wasserball in Göttingen im Dornröschenschlaf

„ASC-Wasserballer aus Dornröschenschlaf erwacht“ titelte das Göttinger Tageblatt im Januar 2005. Nach zwölfjähriger Wettkampfpause hatten die Königsblauen wieder eine Mannschaft für den Spielbetrieb gemeldet und wollten an erfolgreiche Zeiten anknüpfen. Zeit also, nach zehn Jahren eine Ist-Analyse durchzuführen.

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Würden sich über Verstärkung und mehr Beachtung freuen: Nils Rösing und die Wasserball-Sparte des ASC 46.

Quelle: Pförtner

Göttingen. „Recht viel hat sich seitdem leider nicht verändert. Wir haben immer noch eine Mannschaft, die am Spielbetrieb teilnimmt. Von 34 Mitgliedern in der Wasserball-Sparte sind aber nur 15 aktiv“, sagt Peter Hehn und krempelt sich die Jeans hoch.

Der rührige Rentner sitzt in der Umkleidekabine zur Schwimmhalle und ist in Eile. Gleich beginnt das Bezirksliga-Spiel des ASC gegen SV Union 03 Seesen. Der Leiter der Wasserball-Sparte im ASC 46  ist Teil des Kampfgerichts. Es ist bis auf die Teams und die Funktionäre leer in der Schwimmhalle.  

Dass Wasserball außerhalb der Olympischen Spiele kein Zuschauermagnet ist, verdeutlicht auch ein kurzer Blick nach Hannover. Dort spielte Mitte Dezember Titelaspirant  Waspo 98 im Stadionbad gegen Rekordmeister Wasserfreunde Spandau 04 – das packende Match endete 5:5. Gesehen wurde es von lediglich knapp 300 Zuschauern.

„Ich war immer mal wieder auch als Trainer tätig“

Dass die Sportart so wenig Beachtung findet, bringt nicht nur Aktive ins Grübeln. Bringt sie doch so vieles mit, was Sport interessant und publikumsträchtig macht: packende Spielszenen mit vielen Toren auf einem übersichtlichen Spielfeld und hart geführte Zweikämpfe von durchtrainierten Athleten.

„Es sind die Medien, die unseren schönen Sport außerhalb der Olympischen Spiele nicht wert schätzen und somit mit kaputt machen“, klagt Hehn. Besonders bitter sei deswegen das überraschende Scheitern der deutschen Nationalmannschaft während der Qualifikation für Olympia 2012 in London gewesen.

Auch deshalb denkt der ehemalige österreichische Nationalspieler und Wasserball-Europameisterschaftsteilnehmer von 1952 gerne an die großen Zeiten zurück, in denen die Königsblauen in der 2. Bundesliga aktiv waren und eines der stärksten Teams in Niedersachsen stellten. „Damals in den 1980er-Jahren hatten wir beim ASC 46 sieben aktive Mannschaften, die in verschiedenen Wettbewerben an den Start gingen.

Vom Wettkampfsport bis hin zum klassischen Breitensport war alles möglich. Es gab Herren-, Frauen- und Jugendmannschaften“, sagt der gebürtige Wiener. Seit 1964 ist Hehn, der 1962 nach Göttingen gekommen ist, bei den Königsblauen aktiv. „Ich war immer mal wieder auch als Trainer tätig“, sagt Hehn, der die Wasserball-Abteilung im ASC 46 seit „unzähligen Jahren“ leitet, wie er schmunzelnd sagt.

Wasserball ein sehr interessantes Spiel

Große Hoffnungen auf einen Wasserball-Boom hegt Hehn nicht. Ein erhebliches Problem, Nachwuchs gewinnen zu können, ist auch die Trainingszeit. Dienstags und donnerstags steht die Schwimmhalle des Uni-Sportzentrums am Sprangerweg ab 21 Uhr den Wasserballern zur Verfügung. Zu spät, als dass auch Jugendliche mit dem vielseitigen Sport in Kontakt kommen könnten.

„Dabei ist Wasserball ein sehr interessantes Spiel. Die Mischung aus Handball und Schwimmen fordert enorm. Und bei aller Härte kommt der Spaß nicht zu kurz. Es gibt nur ganz wenige Verletzungen. Wir leben viel von den Studenten, sie machen gut 80 Prozent aus. Neulinge sind bei uns also jederzeit auch ohne Voranmeldung willkommen“, rührt Spielertrainer Marcus Klein die Werbetrommel. 

Wer sich vom schnellen Sport als Zuschauer begeistern lassen will, sollte am Donnerstag, 22. Januar, um 21 Uhr den Weg zum Sportzentrum finden. Dann will der ASC in der Bezirksliga – in der Mixed-Teams spielen können – gegen Eintracht Braunschweig den vierten Sieg im vierten Spiel verbuchen. 

Wasserball

Nachweislich wurde Wasserball erstmals 1869 in Großbritannien gespielt. Seit 1900 im Programm, gilt es als älteste olympische Mannschaftssportart. 1894 wurde Wasserball auch in Deutschland gespielt, die erste Meisterschaft wurde 1912 ausgetragen.

Gespielt wird in einem Becken, das mindestens 25 m x 12,50 m misst und durchgehend 1,80 m tief ist. Jedes Team hat einen Torwart und sechs Feldspieler. Die Regeln gelten als kompliziert, da vieles unter der Oberfläche passiert.

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