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Wessel Lücke: Diesmal soll endgültig Schluss sein

Basketball-Miniturnier Wessel Lücke: Diesmal soll endgültig Schluss sein

Nicht wenige seiner Vereinskameraden und langjährigen Mitstreiter zweifeln daran, dass Wessel Lücke nach 30 Jahren als Organisationschef des Basketball-Miniturniers der BG 74 wirklich aussteigt. Denn das hatte er vor fünf Jahren schon einmal angekündigt und war geblieben. Doch diesmal soll endgültig Schluss sein, beteuert der 71-jährige – komme, was wolle. 

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In seinem Element: Wessel Lücke bei der Siegerehrung des 30. BG-Miniturniers.

Quelle: Theodoro da Silva

„Ich will nicht, dass einmal gesagt wird, der Alte ist immer noch da“, hatte Lücke nach dem 25. Turnier am 13. Juni 2004 seinen geplanten Rücktritt begründet. Zum ersten Mal hatte sich sogar der damalige Präsident des Deutschen Basketball Bundes (DBB) beim Miniturnier blicken lassen und Lücke für seine Verdienste um den Nachwuchs die silberne Ehrennadel des DBB überreicht. „Ich war damals wirklich entschlossen, die Organisation abzugeben“, beteuert der BG-Vorsitzende. „Aber wer hätte denn übernehmen sollen?“

So stürzte sich der gerade in den Ruhestand gegangene Richter wenig später in die Vorbereitung des 26. Turniers – und hielt bis zu der am vergangenen Sonntag zuende gegangenen 30. Auflage die Fäden weiter in der Hand. Auch nach dem zweiten Abschied ist die Nachfolge ungeklärt, aber diesmal schließt Lücke einen erneuten Rücktritt vom Rücktritt kategorisch aus. Die Belastung sei einfach zu groß geworden, vor allem deshalb, „weil ich nicht delegieren kann“, erkennt er die immer wieder vorgebrachte Kritik seiner Mitstreiter als berechtigt an, dass der Organisationschef sich am liebsten um jede Kleinigkeit selbst kümmern möchte: von der Schiedsrichter-Einteilung über die Essensausgabe bis zum Putzen der Hallen, – und es oft genug auch getan hat.

„Wir sollten Wessel auf einen Thron in der FKG-Halle setzen. Dann ist er mitten im Geschehen, und wir erledigen die anfallenden Arbeiten“, hatte einer der Helfer vor ein paar Jahren scherzhaft vorgeschlagen. Doch das funktioniert mit Lücke nicht, obwohl er unumwunden zugibt, dass ohne den festen Kern von 30 bis 40 engen Mitarbeitern  und 120 bis 150 freiwilligen Helfern an den Turniertagen die vielfältigen Aufgaben nicht zu bewältigen wären. 

Erneute Kandidatur als BG-Chef

Ganz oder gar nicht, lautet seine Devise. Nur repräsentieren ist nicht sein Ding. Deshalb braucht es den radikalen Schnitt.  Allerdings erträgt er nur schwer die Ungewissheit, was aus dem Projekt wird, das er aus kleinen Anfängen mit einer Handvoll Teams zum größten europäischen Miniturnier mit zuletzt 133 Mannschaften entwickelt hat. „Natürlich möchte ich, dass es weitergeht, am besten unter dem Dach der BG“, verweist der Veilchen-Vorsitzende auf Überlegungen, die Organisation des Miniturniers Bundesliga-Lizenzinhaber Starting five GmbH zu überlassen. 

Nicht zuletzt, um bei solchen Entscheidungen weiterhin ein Wörtchen mitreden zu können, will der 71-Jährige bei den nächsten Vorstandswahlen erneut für das Amt des Vorsitzenden kandidieren. „Ich will Vorsitzender des Gesamtvereins werden, nicht der Basketballer“, betont Lücke. „Um das tägliche Geschäft muss ich mich wirklich nicht mehr kümmern.“ Das heißt allerdings nicht, dass sich Lücke von der Arbeit an der Basis ganz verabschiedet. Im Gegenteil: Der frisch gewählte Mini-Beauftragte des Niedersächsischen Basketball-Verbandes (NBV) will nach den Sommerferien bei den Veilchen die erste feste Gruppe von Kindern ab sechs Jahren aufbauen und sie trainieren. „Termin soll jeden Donnerstag von 16 bis 17 Uhr sein, und die Kleinen sollen zunächst auf niedrigere Körbe spielen. Mein Traum ist, nächstes Jahr beim Miniturnier eine Gruppe für Sechs- bis Achtjährige zu installieren“, verrät Lücke.

Er unterstreicht damit, was ihm nach wie vor das Wichtigste ist: Kinder so früh wie möglich an den Basketball heranzuführen und sie optimal zu fördern. Ihre Lust am Spiel und ihre Begeisterung mitzuerleben, ist für Wessel Lücke auch nach einem halben Jahrhundert als Jugendtrainer die schönste Belohnung und Anerkennung für ungezählte Stunden ehrenamtlicher Arbeit.

Von Michael Geisendorf

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