Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Wettkampfturnen: Karin Zöpfgen hört im Sommer auf

Übungsleiter verzweifelt gesucht Wettkampfturnen: Karin Zöpfgen hört im Sommer auf

Die Wettkampfturnerinnen des SV Arminia Fuhrbach und des TV Jahn Duderstadt sind zweifelsohne das Aushängeschild im Eichsfeld. Doch damit könnte es in einigen Monaten vorbei sein, denn es sieht so aus, als würde es bald niemanden mehr geben, der die grazilen Mädchen sportlich weiterbringt.

Voriger Artikel
SG Rhume geht als Favorit in die Partie
Nächster Artikel
Christian Brand verstärkt HSG

Der talentierte Nachwuchs des SV Fuhrbach und des TVJ Duderstadt nimmt seine Trainerin Karin Zöpfgen in die Mitte.

Quelle: Richter

Eichsfeld. Karin Zöpfgen, seit dem Rückzug der langjährigen Übungsleiterin Gertrud Hellbrück 2009 alleinverantwortlich, hat den jeweiligen Vorständen bereits im Sommer des vergangenen Jahres mitgeteilt, dass sie mit Ende des Schuljahres 2015 aufhören werde.

„Der Verein ist da sehr rege, bemüht sich nach meiner Ankündigung sehr, einen Nachfolger zu finden“, berichtet Karin Zöpfgen. Doch genau dies  gestaltet sich mehr als schwierig. Die Verantwortlichen haben ihre Fühler weit über die Grenzen des Eichsfeldes herausgestreckt. Auch Karin Zöpfgen selbst hat ihre Kontakte bereits spielen lassen. Beim Sportinstitut in Göttingen gibt es ebenso Anfragen wie auch beim Kreissportbund. „Ich bin der Ansicht, dass es am demografischen Wandel liegt. Die meisten Frauen gehen, wenn ihre Kinder größer sind, aus dem Haus und arbeiten wieder. Dieses Familienkonzept von früher gibt es offensichtlich nicht mehr“, so die Mingeröderin. Sie fand damals den Weg über ihre Tochter Leonie nach Fuhrbach, war früher selbst aktive Turnerin. Zweimaliges wöchentliches Training, Wettkämpfe, Trainerfortbildungen – man muss bereit sein, viel Freizeit zu investieren.

Natürlich sind unter den aktiven Wettkampfturnerinnen auch einige, die durchaus eine Aufgabe als Übungsleiterin ausfüllen könnten, allerdings vorher erst einmal eine Lizenz absolvieren müssten. „Das lohnt sich gar nicht, denn zum einen wollen die Älteren alle noch selber trainieren und an Wettkämpfen teilnehmen. Und dann kommt es ja auch meist so, dass sie nach dem Abitur den Ort verlassen und studieren gehen und dann auch für den Verein nicht mehr greifbar sind“, erläutert Karin Zöpfgen.

Noch bleibt den Entscheidungsträgern ja bis zum Schuljahresende Ende Juli ein wenig Luft, um das Problem zu lösen. Daran ist Jürgen Vollmer, dem 1. Vorsitzenden des SV Arminia Fuhrbach, sehr gelegen. „Wir sind natürlich bestrebt, den Wettkampfsport nach über 30 Jahren auch weiterhin zu erhalten. Wir haben unsere Fühler nach allen Seiten ausgestreckt. Aber bei der derzeit herrschenden Vereinsmüdigkeit ist es noch zusätzlich schwer, jemanden zu finden. Denn eines darf man nicht vergessen: Die Arbeit ist natürlich schon mit einem gewissen Aufwand verbunden“, ist sich Jürgen Vollmer der Komplexität des Themas bewusst.

Sollte es den Eichsfeldern wirklich nicht gelingen, einen Nachfolger für Karin Zöpfgen zu finden, dann gäbe es möglicherweise eine Lösung, die allerdings für die Aktiven mit erheblichem Aufwand verbunden wäre. „Sowohl Tuspo Weende als auch der ASC Göttingen hätte keine Probleme damit, unsere Turnerinnen aufzunehmen“, weiß Zöpfgen.

Sie hofft natürlich inständig, dass diese Alternative erst gar nicht zum Tragen kommen muss, sondern dass die hiesigen Wettkampfturnerinnen auch weiterhin vor Ort qualifiziert betreut werden können. Vor den Kindern, die sich für diese Sportart entschieden haben, liegt ein langer Weg, denn Gerätturnen ist äußerst komplex und es dauert einige Zeit, ehe sich die Erfolge auch einstellen. Und genau aus diesem Grund lautet der Wahlspruch von Karin Zöpfgen und ihren Mädels auch: Wenn Turnen einfach wäre, würde es Fußball heißen. 

►Kommentar: Fairer Ausstieg

Karin Zöpfgen hat in den vergangenen Jahren sehr verantwortungsvoll mit den Wettkampfturnerinnen des SV Arminia Fuhrbach und des TV Jahn Duderstadt gearbeitet. Ihre Schützlinge dankten es ihr mit vielen Platzierungen auf dem Siegerpodest. Die Turnerinnen arbeiteten dabei nicht nur für sich, sondern immer auch für ihre Trainerin, honorierten damit einen keineswegs selbstverständlichen, selbstlosen Einsatz. Doch jetzt will sie nicht mehr, möchte nun in erster Linie auch einmal an sich und ihre Familie denken.

Es liegt allerdings in ihrem Naturell, nicht alles stehen und liegen zu lassen, sondern ihren Ausstieg mit entsprechendem Vorlauf anzukündigen. Sie beteiligt sich selbst noch aktiv an der Suche nach einem Nachfolger. Dass es schwierig werden würde, war klar. Eines muss sie aber auf keinen Fall haben: Ein schlechtes Gewissen, ihre Mädchen allein zu lassen.

Damit es erst gar nicht dazu kommt, müssen die Verantwortlichen der kooperierenden Vereine noch einen gehörigen Gang zulegen, um die vakante Stelle zeitnah zu besetzen. Erst wenn dies passiert, könnte die Mingeröderin ihren „Ruhestand“ so richtig genießen.

Von Vicki Schwarze

Voriger Artikel
Nächster Artikel
03.12.2016 - 20:32 Uhr

RB Leipzig hat den ersten Angriff des FC Bayern auf die Tabellenspitze der Fußball-Bundesliga abgewehrt. Die Sachsen gewannen mit 2:1 (1:1) gegen den FC Schalke 04 und stoppten den Höhenflug des Revierclubs, der nach zwölf Spielen in Serie wieder als Verlierer vom Platz ging.

mehr
Hardenberg Klassika Gartenmarkt