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„Wollen jetzt erstmal den Abwärtstrend stoppen“

Tageblatt-Interview „Wollen jetzt erstmal den Abwärtstrend stoppen“

Die Spartaner blicken auf eine Saison zurück, die sie sich ganz anders vorgestellt haben. Nach vielen Abgängen stieg die erste Mannschaft aus der Fußball-Bezirksoberliga ab, die Reserve mit großem Rückstand aus der Kreisliga. Eduard Warda sprach mit dem Vorsitzenden und Hauptsponsor Lothar Herbig  über die Gründe dafür und die Zukunftsaussichten.

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Teamgeist: Für diesen steht bei Sparta vor allem Betreuer Günther Hasselmann (hinten).

Quelle: Pförtner

Tageblatt: Was sind die Gründe für die Misere der vergangenen Saison, die bereits denkbar schlecht begann, als fast alle Spieler und auch Trainer „Jelle“ Brinkwerth die erste Mannschaft verließen?

Herbig: Das mit den Spielerabgängen entwickelte sich zu einem Domino-Effekt, der dadurch entstanden ist, dass Führungsspieler nicht bereit waren, für eine bestimmte Aufwandsentschädigung zu spielen, und andere Spieler befürchteten, mit dem dann noch vorhandenen Spielermaterial abzusteigen.

Wäre es in dieser Situation nicht besser gewesen, mit der ersten Mannschaft in die Kreisliga zurückzuziehen?

Ich habe den Kader nicht ganz so schlecht gesehen. Ganz abwegig war es aus meiner Sicht nicht, dass wir die Klasse halten. Ein Absturz von der Bezirksoberliga in die Kreisliga wäre auch im Hinblick auf die Jugendarbeit zu gravierend gewesen. Wir profitieren im Herrenbereich immer noch von unserer guten A-Jugend, haben drei, vier Spieler dabei, die das Zeug haben, in der nächsten Saison in der ersten Mannschaft zu spielen. Längerfristig streben wir wieder einen Platz in der Bezirksoberliga an. Noch mal so eine Saison wie die letzte möchte ich auf jeden Fall vermeiden.

Bleibt Kapitän Lenhard Preis an Bord?

Nein, Lenhard geht studienbedingt nach Köln.

Nach der Niederlagenserie zu Beginn der Saison haben Sie den Brinkwerth-Nachfolger Hansi Kulle entlassen, ein Sparta-Urgestein. Kritiker sagten, Kulle könne am wenigsten für die Misere. Warum dieser Schritt?

Ich war eigentlich froh, dass Hansi die Mannschaft übernommen hatte, aber so, wie es sich dargestellt hat, nach einer Niederlagenserie von sieben Spielen, musste ich reagieren. 

Dann kam Djordje Curcic, blieb aber auch nicht lang.

Djordje hatte sich von der Mannschaft wahrscheinlich mehr versprochen, gedacht, dass er den Abstieg verhindern kann. Er ist ein Trainer, der Erfolg haben will, und den hat er nicht gehabt. Er ist von sich aus zurückgetreten.

Parallel zum Misserfolg der ersten Mannschaft ging die Reserve als abgeschlagenes Schlusslicht mit ganzen drei Punkten auf der Habenseite aus der Saison. Was sind die Gründe dafür?

Das hängt mit dem ehemaligen Trainer Jens Löffler zusammen, der nicht akzeptieren wollte, dass Spieler der zweiten in der ersten Mannschaft aushelfen. Er ist dann mit für Sparta wichtigen Spielern nach Holtensen gegangen. Das ist der Hauptgrund. Er tritt übrigens nach wie vor an Sparta-Spieler heran, um sie abzuwerben. 

Nach den Erfahrungen der vergangenen Saison: Wie sieht Ihre Zukunft bei Sparta aus?

Ich werde den Vorsitz nur noch bis Oktober machen, bis dahin muss der Verein einen Nachfolger gefunden haben.

Was sind die Gründe dafür?

Nach den Rücktritten von Günther Korbel und Frank Duehrkohp habe ich dieses Amt ohnehin nur kommissarisch weitergeführt. Ich werde aus persönlichen Gründen aus dem Vorstand ausscheiden. 

Angesichts der Wirtschaftskrise: Werden Sie sich von Sparta auch als Sponsor zürückziehen?

Viele sagen momentan: Bevor ich einen Verein unterstütze, muss ich erstmal sehen, dass ich meine Leute bezahlen kann. Ich bin demgegenüber nicht ganz so krisengeschüttelt, grundsätzlich müssen jedoch die Finanzen von Sparta auf mehrere Schultern verteilt werden. Ein bisschen ernüchternd war, dass junge, talentierte Spieler für wenig mehr Geld den Verein verlassen haben. Seit dieser Zeit bin ich geschockt, welche Einstellung vorhanden ist. Und diese mit viel Geld zu fördern, widerstrebt mir.

Trotzdem bleiben Sie Sparta als Sponsor erhalten?

Ich werde Sparta auf keinen Fall im Regen stehen lassen. 

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