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Ziel hartnäckig und mit Leidenschaft verfolgen

Erfolg im Basketball Ziel hartnäckig und mit Leidenschaft verfolgen

In den meisten Fällen schalten Jugendliche auf Durchzug, wenn ihnen Eltern oder andere Erwachsene Ratschläge geben, wie sie ihr Leben planen sollten und welcher Weg der beste sei, private oder berufliche Träume zu verwirklichen.

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Autorengespräch: Henry Wedell (l.) und der Trierer Coach Henrik Rödl, Europameister von 1993.

Quelle: EF

Auch die 38 Autoren, die der gebürtige Göttinger Henry Wedell in dem von ihm herausgegebenen Buch „Erfolg im Basketball – Der Ratgeber für ambitionierte Jugendspieler auf dem Weg nach oben“ zu Wort kommen lässt, geben den Nachwuchs-Korbjägern jede Menge Tipps für eine erfolgversprechende Karriere.

Allerdings stehen die Chancen gut, dass die angesprochenen Jugendlichen die Vorschläge ein Stück weit beherzigen, handelt es sich bei den Autoren doch um aktuelle oder ehemalige Leistungsträger deutscher und europäischer Topklubs, die genau das erreicht haben, was sich ehrgeizige junge Basketballer für ihre Zukunft erträumen.

Ausführlich schildern deutsche Spitzenbasketballer wie Rekordnationalspieler Patrick Femerling, Ex-NBA-Spieler Hansi Gnad und sein Kollege im deutschen  Europameister-Team von 1993, Henrik Rödl, Nationalspieler Ademola Okulaja, die bislang einzige deutsche WNBL-Spielerin Linda Fröhlich und die aus Göttingen stammende und auf drei Erdteilen erfolgreiche Sophie von Saldern ihren Weg vom hoffnungsvollen Nachwuchsakteur in die nationale und internationale Spitze.

Die Schwerpunkte, die die Autoren setzen, und die empfohlenen Wege zum Erfolg sind höchst unterschiedlich. In einem sind sie sich aber einig: Grundvoraussetzung neben dem Talent sind Leidenschaft und Liebe zum Spiel, viel Ehrgeiz, jede Menge harte Arbeit und das hartnäckige Verfolgen des gesetzten Ziels. Mit einem Lessing-Zitat bringt es Linda Fröhlich auf den Punkt: „Der Langsamste, der sein Ziel nicht aus den Augen verliert, ist immer noch geschwinder als jener, der ohne Ziel umherirrt.“

Für den langjährigen BG-Coach John Patrick, der mit Wedell schon das Buch „Teamerfolg – Prinzipien für Sport und Business“ veröffentlicht hat, sind nur solche Spieler interessant, die ihren Egoismus überwinden und sich voll und ganz in den Dienst der Mannschaft stellen. „Character-based recruiting“ nennt er sein Auswahl-Prinzip. „Individuelle Erfolge sind bedeutungslos.

Ich suche nach Spielern, die ihr Team und ihre Mitspieler besser machen wollen“, erläutert der US-Amerikaner seine Philosophie des eingeschworenen Kollektivs, die er auch in Göttingen erfolgreich umgesetzt hat. Unterstützt wird Patrick von Henrik Rödl, in den 1980er-Jahren Teamkamerad von Wedell in den deutschen Jugendnationalmannschaften und aktueller Coach des Bundesligisten TBB Trier.

Auch für ihn ist der ideale Spielertyp der Glue Guy, derjenige, der das Team zusammenhält, für dessen Erfolg spielt und nicht für den eigenen.

Andere Autoren stellen die individuelle Zielsetzung in den Vordergrund. Alles weitere ergebe sich dann schon. „Plane deine Arbeit und arbeite an deinem Plan“, empfiehlt der langjährige Ulmer Coach Mike Taylor. „Plane vom Endziel aus zurück und dann in kleinen Schritten in Richtung Ziel“, schlägt Ademola Okulaja vor. Und Dorothea Richter, Kapitänin des deutschen Nationalteams, ermuntert, mutig und risikobereit zu sein: „Sobald du die Richtung festgelegt hast, findet sich auch oft ein Weg.“

Als bodenständiger Realist präsentiert sich Robert Kulawick. Der Euro-Challenge-Gewinner mit der BG Göttingen und aktuelle Leistungsträger der Phantoms Braunschweig erteilt den hochfliegenden Träumen vieler Jugendlicher von einer Karriere in den USA eine Absage und verdeutlicht am eigenen Beispiel, dass man auch mit dem „german way of basketball“, den er gegangen sei, einen hohen Leistungslevel erreichen kann.

Ebenso wie Kulawick rät Sophie von Saldern dringend, seine Lebensplanung nicht allein auf eine Profilaufbahn auszurichten, sondern sich mit einer parallelen Berufsausbildung für die Zeit nach der Basketball-Karriere zu wappnen.

Fast alle der im Buch versammelten Autoren sind Mitglieder der gemeinnützigen Organisation Basketball Aid, die zwei Ziele verfolgt: krebskranke Kinder zu unterstützen und den Basketball in Deutschland weiterzuentwickeln. „Weder sie noch ich als Herausgeber verdienen etwas an dem Buch. Honorare werden nicht gezahlt“, versichert Wedell.

„Uns wäre es am liebsten, wenn Interessenten das Buch online unter erfolg-im-basketball.de bestellen. Dann fließen nämlich sieben Euro des Kaufpreises an Basketball Aid. Der Buchhandel leitet nur einen Euro weiter“, fügt der ehemalige Göttinger hinzu, der seine Basketball-Karriere 1993 bei der BG 74 beendet, nach dem Studium als Finanzexperte unter anderem in Russland, der Schweiz und Afrika gearbeitet und sich vor einem Jahr als Unternehmensberater selbstständig gemacht hat.

Henry Wedell  (Hrsg.): Erfolg im Basketball – Der Ratgeber für ambitionierte Jugendspieler auf dem Weg nach oben; Copress-Verlag München 2012; geb.; 144 Seiten; 14,90 Euro.

Von Michael Geisendorf

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