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"fab geht ab": Rollkunstlaufen beim 1. RC Göttingen

Pinguin statt Schneekönigin "fab geht ab": Rollkunstlaufen beim 1. RC Göttingen

Es gibt Berichte, die kann ein Journalist nur schreiben, wenn er die Eindrücke am eigenen Körper spürt. Rupert Fabig (fab) scheut keine noch so körperliche Anstrengung, um in einer Selbsterfahrungsserie zu berichten. Diesmal fährt fab ab – mit den Rollkunstläuferinnen des 1. RC Göttingen.

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Nicht so entspannend, wie es aussieht: Rupert Fabig beim Rollkunstlaufen.

Quelle: Heller

Göttingen. „Das Italia-Shirt passt schon mal“, sagt RCG-Trainerin Karin Limbach. Zumindest kann ich mit meiner Kleidung punkten – Italien ist schließlich Rollkunstlauf-Hochburg. Momente später habe ich jeglichen Kredit aber wieder verspielt. Ich fühle mich in den Kindergarten zurückversetzt. Nicht nur, weil ich dort zum ersten und letzten Mal auf Rollschuhen stand. Damals, vor 20 Jahren, konnte ich mir nicht die Schuhe schnüren. Dieses Schicksal hatte mich nun erneut ereilt. Rollschuhe binden: was für eine Herausforderung. Nach einigen Flüchen erlöst mich Limbach und hilft mir. Sei doch ganz einfach, wie bei Wanderstiefeln, erfahre ich.

Die ersten Rollversuche verbessern mein Ansehen nicht unbedingt. Linear zur Geschwindigkeit, die man in der Wörthhalle recht schnell aufnimmt, steigt die Sorge um meine Handgelenke und Knöchel. Die ersten Meter sind verdammt wackelig, doch immerhin stellt sich rasch ein Gewöhnungseffekt ein, und Gas zu geben, macht jede Menge Spaß. Mit Eierlaufen schult Limbach meine Fahrtüchtigkeit, auch auf einem Bein muss ich rollen. Wenngleich das Risiko besteht, nach vorne umzukippen, ist das gar nicht mal so kompliziert.

Im Gegensatz zum Bremsen. Das sei die wichtigste Übung, erklärt Limbach. Dabei war mir das Abstoppen zuvor doch stilecht mithilfe der Wand gelungen. Die konventionelle Technik erscheint mir wesentlich anspruchsvoller: Auf einem Bein fahren, das andere nachziehen und den Stopper dabei seitlich abspreizen. Erschwerend kommt hinzu, dass die Bremsklötze im Gegensatz zu Inline-Skates vor den Rollen angebracht sind. Ich probiere es ein paar Mal und entscheide mich für die Variante mit der Wand.

So weit, so schlecht. Das eigentliche Problem fällt mir erst nach gut 20 Minuten auf. Rollschuhe sind eng. Und ein daraus resultierender Krampf im Fuß ist in etwa so angenehm, wie beim ersten Date von der Partnerin auf Essensreste zwischen den Zähnen hingewiesen zu werden. „Daher sind unsere Schuhe speziell für die Läufer angepasst“, sagt Limbach. Um mich vom Schmerz abzulenken, motiviert sie mich zu meiner ersten Figur: einem „Pinguin“. Nun ja, nicht unbedingt ein Tier, das außerhalb des Wassers für seine Ästhetik bekannt ist. Aber immerhin. Dabei gilt es, erneut auf einem Bein durch die Kante zu rollen und die Arme seitlich auszubreiten. Ich bin erstaunt, wie fix sich beim Rollkunstlaufen die ersten Erfolge einstellen. Davon angestachelt, wage ich mich gleich an ein weiteres Element. Nun soll ich in der Hocke fahren. Auch das klappt auf Anhieb. Ich stürze erst, nachdem mir Tageblatt-Fotograf Peter Heller in den Rücken fällt, indem er ein höheres Tempo fordert.

Fahren bei hoher Geschwindigkeit ist kein Problem für die Cracks des RCG, die am Sonnabend und Sonntag in der Sparkassen-Arena das Weihnachtsmusical „Die Schneekönigin“ aufführen. Die zwölf- bis 15-jährigen Mädels vollführen Sprünge mit zigfachen Drehungen und schießen rasant um die Kurven, während ich einen Wenderadius beschreibe, für den sich selbst der Fahrer eines 50-Tonners schämen würde.

Ein Sprung steht mir auch bevor. Sogar mit halber Drehung. Es gibt wirklich nicht viel, wovor mir Angst und Bange wird. Aber das zählt definitiv dazu. „Bloß nicht verletzen“, sagt eine Stimme in meinem Kopf. „Spring ab“, ruft Limbach. Abermals mit ihrer Hilfe – sie hält meine Hand – lande ich sicher. Eine Schneekönigin wird aber nicht mehr aus mir.

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