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#fabgehtab: Rupert Fabig beim Rope Skipping des TV Roringen

Große Sprünge und kleine Blessuren #fabgehtab: Rupert Fabig beim Rope Skipping des TV Roringen

Es gibt Berichte, die kann ein Journalist nur schreiben, wenn er die Eindrücke am eigenen Körper spürt. Rupert Fabig (fab) scheut keine noch so körperliche Anstrengung, um in einer Selbsterfahrungsserie zu berichten. Diesmal sprang er mit den Rope-Skipperinnen des TV Roringen um die Wette.

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Fab springt ab.

Quelle: Hinzmann

Herberhausen. „Körperspannung“, ruft mir Laura Fahrenstück zu. „Jetzt werd‘ mal nicht frech“, denke ich mir und lege eine kurze Pause zum Lachen ein, bevor weiter gejammert wird. Pohopser bilden den Abschluss meiner Trainingseinheit:

Auf dem Boden der Herberhäuser Sporthalle sitzen, sich mit dem Hinterteil in die Luft abdrücken und das Seil dann schnell unter dem Gesäß durchführen. Beim Aufkommen knallt der Hallenboden, und der Rücken knirscht. Wie zum Teufel dabei auch noch Körperspannung bewahren, wenn ich mich darauf konzentrieren muss, trotz der Schmerzen einen männlich-lässigen Gesichtsausdruck aufzusetzen?

Koordinativ ist Rope Skipping hoch anspruchsvoll. Die Pohopser sind bei Weitem nicht die schwierigste Übung. Schon der Sprung durch ein gekreuztes Seil bereitet mir Schwierigkeiten. „Die Arme bilden auf gleicher Höhe ein Kreuz, dabei die Schultern nicht hochziehen“, erklärt Trainerin Astrid Reinhardt. Nicht zu vergessen: Im richtigen Moment springen, das Seil nicht am Körper vorbei schwingen und möglichst im Rhythmus der Musik bleiben. Keine Chance.

Dann lieber Speeds. Schnell bin ich schließlich. Mit Stahlseilen, die bei Wadenkontakt ausgeprägtere rote Linien einbrennen, als es jeder Star-Tätowierer mit Glanzfarben vermag, muss ich in 30 Sekunden im Jogging so viele Durchschwünge wie möglich schaffen.

„Gezählt werden nur die Kontakte mit dem rechten Fuß. Auch den linken zu zählen, wäre aufgrund der Schnelligkeit unmöglich“, sagt Reinhardt. Ihre Töchter, die Zwillinge Svenja und Annika, schaffen 74. Mir gelingen 17. Es lag bestimmt daran, dass mein Seil zu kurz war.

Es gibt Berichte, die kann ein Journalist nur schreiben, wenn er die Eindrücke am eigenen Körper spürt. Rupert Fabig (fab) scheut keine noch so körperliche Anstrengung, um in einer Selbsterfahrungsserie zu berichten. Diesmal sprang er mit den Rope-Skipperinnen des TV Roringen um die Wette. © Hinzmann

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Viel besser schlage ich mich beim Double Dutch. Hierbei bewegen Pauline Penz und Kira Hohendorf zwei große Seile gegenläufig. Das Duo schwingt gemächlich, und ich habe keine Probleme. „Jetzt Hampelmann“, befiehlt Astrid Reinhardt. Gesagt, getan.

„Ist ja einfach“, rufe ich Tageblatt-Fotografin Christina Hinzmann nach erfolgreich absolvierter Übung zu – und stolpere über ein auf dem Boden herumliegendes Seil. Nun sei es an der Zeit, den Schwierigkeitsgrad zu erhöhen, meint Trainerin Reinhardt: Im Liegestütz beim Double Dutch über die kreisenden Seile schweben. „Das können die Männer besser, weil sie mehr Kraft haben“, erläutert die Roringerin. Tatsächlich: Es funktioniert erstaunlich gut und macht richtig Spaß.

Allerdings beunruhigt mich, dass sich am Rücken erste Verschleißerscheinungen ausmachen lassen. „Bitte mit Körperspannung“, wird mir abermals geraten. Zwei Tage später wünsche ich mir, dass ich bloß besser zugehört hätte.

Aber für ein Subway mobilisiere ich nochmal alle Kräfte. Nun handelt es sich hierbei nicht, wie einige vielleicht vermuten werden, um ein Sandwich, sondern um die wörtliche Übersetzung aus dem Englischen: U-Bahn. Ich mime den Tunnel und vollführe im mittlerweile durchgeschwitzten Shirt Sprünge im Liegestütz. Fahrenstück spielt den Zug und hüpft ebenfalls in Liegestütz-Position unter mir durch.

Enttäuschend ist wiederum meine Vorstellung mit dem Beaded Rope, einem mit Plastikröhrchen ummantelten und daher schwereren Seil. Ich soll eine kleine Choreografie einüben: je viermal Jogging, normale Sprünge, Hampelmann sowie Sprünge mit Anheben eines Beins. Im gefühlt 20. Versuch schaffe ich es bis zum zweiten Hampelmann-Sprung. Frustrierend.

Um anzugeben, vollführe ich anschließend einen Sprung, bei dem ich drei Durchschwünge schaffe. „Das kann bestimmt keiner hier“, vermute ich. Penz kontert die Aktion mit einem TJ genannten Dreifachsprung inklusive diverser Bein-Verknotungen. Aber die Mädchen animieren mich.

Ich solle mich doch mal an einen Vierfachsprung beim Double Dutch wagen, was mir auf Anhieb gelingt. Also, ran an den sechsfachen. Hoch motiviert probiere ich es unzählige Male. Mal verheddern sich meine Arme, mal ist der Rhythmus falsch. Es reicht knapp nicht. Dazu schlägt mir ein Seil leicht die Lippe auf.

Aufschlagen ist das Stichwort, denn es folgen die Pohopser. Ex-BG-Spieler Jason Boone habe vor einigen Jahren hierbei gut 30 Zentimeter abgehoben – und bei der Landung für eine Detonation gesorgt. „Einmal und nie wieder“ habe er gesagt, erzählt Reinhardt. „Gerne mal wieder“, lautet mein Fazit.

Von Rupert Fabig

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